Fast Fashion
Wie Selbermachen wieder Wert schafft
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Slow Fashion setzt auf Langlebigkeit, Reparatur, zeitloses Design und Kombinierbarkeit
Immer neue Kollektionen, immer kürzer getragen: Die Modeindustrie hat ihr Tempo massiv erhöht. Schätzungen zufolge werden weltweit rund 180 Milliarden Teile pro Jahr produziert.
Gleichzeitig zeigt eine Greenpeace-Umfrage, dass etwa ein Drittel des Kleidungsbestands der Deutschen selten oder kaum getragen wird und rund 40 Prozent der Oberteile und Hosen spätestens nach drei Jahren aussortiert werden.
Auch für vermeintlich billige Klamotten wird ein hoher Preis bezahlt: So verbraucht der Anbau von Baumwolle große Mengen Wasser, der Einsatz von Pestiziden belastet Böden und Gewässer. Gleichzeitig benötigen synthetische Fasern wie Polyester Erdöl und geben bei jedem Waschgang Mikroplastikpartikel ab, die Flüsse und Meere verschmutzen. Auch die sozialen Kosten sind oft hoch. Bei Zulieferern von beispielsweise Online-Händler Shein wird im Schnitt über 75 Stunden wöchentlich gearbeitet – meist ohne Arbeitsvertrag, soziale Absicherung oder gängige Sicherheitsstandards.
Bereits in der Designphase werden Haltbarkeit und Umweltauswirkungen festgelegt. Mischfasern, Chemieeinsatz und minderwertige Materialien erschweren Reparatur und Recycling. Zwar werden in Deutschland Altkleider getrennt gesammelt, doch nur ein sehr kleiner Teil wird tatsächlich zu neuer Kleidung verarbeitet. Vieles geht in den Export; nicht alles findet dort einen Markt.
Weltweit wird durchschnittlich jede Sekunde etwa eine Lkw-Ladung Kleidung verbrannt oder deponiert –
mit Folgen für Umwelt und Klima.
Doch das Interesse an Alternativen wächst. Slow Fashion setzt auf Langlebigkeit, Reparatur, zeitloses Design und Kombinierbarkeit statt auf kurzlebige Trends. Besonders greifbar wird dies beim Selbermachen: Ein selbst gestrickter Pullover oder ein gehäkeltes Oberteil entspannen nicht nur in der Herstellung, es handelt sich auch um langsame Mode im wörtlichen Sinn – gefertigt mit Geduld und Herzblut.
„Strick und Schnack“ in Eschau möchte dafür einen Begegnungsort schaffen: für gemütliches Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen, das Arbeiten an eigenen Projekten sowie das Gespräch miteinander. Der Strick-, Häkel- und Babbel-Treff für Menschen jeden Alters findet jeden zweiten Montag im Monat von 16.15 bis 18.15 Uhr im EHRE-Haus (Fritz-Schaefler-Str. 5) statt. Willkommen sind Erwachsene jeden Alters sowie Jugendliche ab 14 Jahren; Kinder unter 14 können in Begleitung kreativ werden. Grundkenntnisse im Stricken oder Häkeln sollten vorhanden sein. Eigene Projekte und Materialien bitte mitbringen.
Initiiert und umgesetzt wird der Treff von fabuly, einem Projekt der LAG Main4Eck Miltenberg. Auf www.fabuly.de bietet die Plattform Infos zu den Themen Freizeit, Bildung und Nachhaltigkeit. bl
Autor:Blickpunkt MIL aus Miltenberg |
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