Apothekenmuseum Miltenberg
Vortrag über die Arzneipflanze des Jahres 2025 von Dr. Elke Puchtler
- Foto: T. Puchtler
- hochgeladen von Carlo Enk
Im Miltenberger Apothekenmuseum hielt die Diplom-Biologin und Arznei- und Aromapflanzenexpertin Dr. Elke Puchtler aus Erlangen am 10. Oktober 2025 einen interessanten und sehr gut besuchten Vortrag über die Arzneipflanze des Jahres 2025.
Eine Studiengruppe von der Universität Würzburg wählt jedes Jahr für diese Auszeichnung eine besondere Pflanze aus, die drei Kriterien erfüllen muss:
- die Pflanze muss schon Jahrhunderte lang medizinisch verwendet worden sein,
- neue wissenschaftliche Untersuchungen müssen die Wirksamkeit bestätigen und
- die Arzneipflanze muss auch für die Zukunft weiteres Potential besitzen.
Dieses Jahr fiel die Wahl auf die auch bei uns heimische Schafgarbe (Achillea millefolium). Frau Dr. Puchtler erläuterte in einem historischen Rückblick u.a. die Berichte antiker Autoren über die Verwendung der Pflanze zur Behandlung verletzter Krieger im Trojanischen Krieg. Weitere Zeugnisse von der äußerlichen Verwendung zur Behandlung leichterer Verletzungen finden sich z.B. bei Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert. Interessanterweise empfahl diese das Auswaschen von Wunden mit in Wein ausgezogenem Schafgarbenkraut. Die Tatsache, dass Hildegard keinen wässrigen Aufguss sondern sterilen Wein als Auszugsmittel empfahl deutet auf das Wissen über die damalige Verunreinigung des Wassers hin. Und sie hatte wohl auch schon die Erfahrung, dass mit dem Alkohol im Wein mehr Inhaltsstoffe aus der Pflanze extrahiert werden. Die Heilkundigen vom Mittelalter bis in die Neuzeit, z.B. Kräuterpfarrer Kneipp, empfahlen die Schafgarbe auch zu diversen innerlichen Anwendungen.
Die Referentin ging in einem weiteren Teil Ihres Vortrages auf die neuen Erkenntnisse über die mit modernen Analysenverfahren nachgewiesenen Wirkstoffe in dieser Pflanze ein. Die Schafgarbe enthält hiernach eine ganze Reihe verschiedener Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Bitterstoffe und das von der Kamille bekannte Azulen. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend und regen den Gallenfluss an. Die heutigen Anwendungen von Schafgarbe Präparaten liegen primär im innerlichen Bereich bei Magen-Darm-Problemen und in der Frauenheilkunde. Auch hierzu gab Frau Dr. Puchtler detaillierte Auskunft.
Mit diesem Vortrag der Arzneipflanzen-Expertin Dr. Puchtler möchte das Apothekenmuseum auf die
Bedeutung von Naturarzneien in der Vergangenheit aber auch in der heutigen Zeit informieren.
Autor:Carlo Enk aus Miltenberg |
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