Bildergalerie und Essay
Auch bei uns wütete der Bauernkrieg vor genau fünf Jahrhunderten!
- Götz von Berlichingen - Gedenkstätte des Bauernkrieges in Walldürn.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Ausstellungen, Aktionen, Vorträge, Vorführungen:
Blick zurück auf die Zeit vor exakt 500 Jahren.
[b]Landkreis Miltenberg. Der Bauernkrieg von 1525 gilt als die größte Erhebung in Europa vor der Französischen Revolution.
Er wurde
- als Aufstand für die Einheit der Deutschen,
- als frühbürgerliche Revolution und
- als gewaltsame, aber erfolglose Erhebung des „gemeinen Mannes“ gedeutet.
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Auch bei uns in der Region wütete der sogenannte Bauernkrieg
Kirchen, Klöster und Burgen wurden geplündert, manche Bauten gingen sogar in Flammen auf.
Amorbach mit seiner einstigen Kloster-Abtei,
die ehemals imposante Wildenburg bei Kirchzell sowie
viele Orte im Umkreis nahmen Schaden,
als die Bauern und andere Bevölkerungsgruppen
gegen ihre geistlichen und weltlichen Herren aufbegehrten.
Die Obrigkeit belastete die Untertanen mit überhöhten Abgaben,
mit anstrengenden Frondiensten und
mit vielerlei Einschränkungen ihres Lebens.
„Die damalige Freiheitsforderung der Bauern drückt im Kern die Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte aus“, resümiert der Historiker Gerd Schwerhoff.
Schon im Herbst 1524 beginnt im Südwesten Deutschlands - befeuert durch die Botschaft der Reformatoren - ein Aufstand, der im Frühjahr 1525 fast den ganzen Süden des Reiches erfasst.
Überall organisieren sich die Bauern und die mit ihnen sympathisierenden Stadtbewohner in großen „Haufen“.
Die Herrschenden sind zunächst uneins, aber dann läuft eine militärische Maschinerie an, beispielsweise des Schwäbischen Bundes.
Die Bauern verlieren entscheidende Schlachten und viele Teilnehmer werden gnadenlos getötet,
wichtige Anführer später öffentlich hingerichtet.
Uneinigkeit, fehlende Zusammenarbeit und mangelndes militärisches Können machten es dem Adel leicht, die Bauernhaufen getrennt zu unterwerfen.
Fazit: Der Aufstand der Bauern in Mittel- und Süddeutschland gegen die zu sozialen Missständen führende Machtkonzentration der Landesherren scheiterte.
Zahlreiche Sagen, Gedenksteine und Bildstöcke erinnern an die Opfer des Bauernkriegs - auch bei uns in Franken.
Seit der Französischen Revolution erwachte ein neues Interesse am Bauernkrieg.
2025, im 500. Jubiläums-Jahr, starten jetzt im Frühjahr diverse Ausstellungen, Aktionen und Vorträge von Fachleuten mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Selbst in Schulen wird das übergeordnete Thema „Freiheit“ kreativ und engagiert behandelt.
Auf Spurensuche kann man auch selbst gehen: allein, mit der Familie oder in Interessensgruppen - beispielsweise zur - im Bauernkrieg zerstörten - nicht wieder aufgebauten mittelalterlichen Wildenburg bei Kirchzell.
Einen fesselnden Vortrag in Miltenberg gab es bereits am 09.04.2025 von Historikerin Antje Vollmer aus Michelstadt.
Miltenberg. Mit einem sehr informativen, 90-minütigen Referat der Historikerin Antje Vollmer aus Michelstadt startete im Alten Rathaus eine mehr als ein Dutzend umfassende Veranstaltungsreihe zum Thema „Der Bauernkrieg – 500 Jahre“.
Bekanntlich jähren sich die Ereignisse des Bauernkrieges, von dem unsere Region in starker Weise betroffen war. In vielerlei Hinsicht präsentieren sich in vorbildlicher Zusammenarbeit in der Achse Buchen- Walldürn- Amorbach-Walldürn diverse Aktionen bis zum Herbst 2025.
Altbürgermeister Helmut Demel bedankte sich als Vorsitzender des hiesigen Frankenbund-Kreisverbandes und im Namen der Volkshochschule Miltenberg und Umgebung für das Kommen der mehr als 60 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Der Referentin Frau Antje Vollmer überreichte er nach ihrem exzellenten, viel Beifall erhaltenen Vortrag ein Präsent. Auch verwies Demel auf die kommenden Veranstaltungen hier und in der Region Buchen, Amorbach, Weilbach, Kirchzell und Walldürn.
Highlights zum Bauernkriegs-Jubiläum:
- Stadtführungen mit darstellenden Stadtführern in Miltenberg (10.05., 12.07., 20.09. und 11.10.2025),
- ein historisches Spektakel in Amorbach am 03.05.2025 unter dem Titel „Die Amorbacher Deklaration“
- sowie diverse Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Lesungen.
Frau Antje Vollmer illustrierte in ihrem Vortrag
- per Collagetechnik Bilder und Texte,
- schriftliche und grafische Quellen und
- beeindruckte mit einer abwechslungsreichen Chronologie des Bauernkrieges.
Der Bauernkrieg im Odenwald war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des deutschen Bauernkrieges.
Es fand im frühen 16. Jahrhundert statt und war geprägt von den Aufständen der Bauern gegen die feudale Unterdrückung und die hohen Abgaben.
Die Bauern forderten mehr Rechte und eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.
Der Odenwald war eine der Regionen, in denen die Kämpfe besonders intensiv waren.
Vor allem das Lokalkolorit mit Bezug auf Schauplätze und Personen weckt das Interesse der Gäste auf den Besuch historischer Orte bei uns
sowie die Beschäftigung mit den Biographien der Hauptakteure,
zum Beispiel von Götz von Berlichingen oder Friedrich Weygandt.
Roland Schönmüller
Weitere Bilder und infos folgen!
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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