Bildergalerie und Essay,
Aufbruch ins neue Jahr.

Mit Musik Einstimmung in das neue Jahr.
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Miltenberg. In der Stadt beginnen die Vorsätze am Schnatterloch, wo die Fachwerkfassaden geduldig auf die nächsten guten Absichten warten. Man nimmt sich vor, öfter ins Museum zu gehen, mehr zu Fuß zu erledigen, weniger über den Verkehr zu schimpfen und endlich herauszufinden, wie viele Stufen es wirklich bis zur Mildenburg sind. Die Jugend verspricht sich selbst, auf der Michaelismesse nicht nur am Ausschank zu stehen, sondern auch einmal kurz bei den Schaustellern vorbeizuschauen. Man will ja nicht ungebildet wirken, und außerdem gehört es sich so.

Auf dem Land, in den Dörfern zwischen Main und Odenwald, sind die Ziele erdiger. Man möchte den Garten nicht wieder verwildern lassen, obwohl die Natur zuverlässig beweist, dass sie den längeren Atem hat. Man nimmt sich vor, weniger Traktor zu fahren, wenn es nicht unbedingt sein muss, und mehr miteinander zu reden, wenn es unbedingt sein muss. Die Scheune soll entrümpelt werden, obwohl dort Dinge liegen, die man bestimmt irgendwann noch braucht. Auch das ist ein Manifest, nur eines aus Holz, Staub und Erinnerung.

Vorbilder findet man hier selten auf Podien. Es sind die Menschen, die morgens um sechs Brötchen backen, die Feuerwehrleute, die nachts aus dem Bett springen, die Ehrenamtlichen, die Veranstaltungen organisieren, bei denen man sich fragt, wie sie das alles schaffen. Es sind die stillen Figuren am Rand: die ältere Dame, die bei jedem Wetter am Main spazieren geht, der Jugendliche, der auf der Michaelismesse Müll einsammelt, ohne dass jemand es bemerkt, der Winzer, der trotz aller Bürokratie lächelt. Sie alle schreiben an einem Manifest, das keiner Feder bedarf.

Humor ist die eigentliche regionale Methode, mit Vorsätzen umzugehen. Man nimmt sich selbst nicht zu ernst, aber das Leben ernst genug, um es schön zu finden. Wenn ein Vorsatz scheitert, sagt man nicht, man habe versagt, sondern dass es halt nix war und nächstes Jahr besser wird. Und erstaunlicherweise wird es das oft auch.

Vielleicht ist das der Kern dieses Miltenberger Manifests: sich nicht unterkriegen lassen, weder vom Wetter noch vom Alltag, weder von der Bürokratie noch vom eigenen Schweinehund. Wer in einer Region lebt, in der Fachwerk, Weinberge, Wälder und Menschen so eng zusammenstehen, weiß, dass Zukunft nicht aus großen Programmen entsteht, sondern aus kleinen Gesten. Aus einem Gruß, einem Lächeln, einem Glas. Aus dem Mut, jedes Jahr neu anzufangen, ohne sich dafür zu entschuldigen.

So entsteht ein Manifest, das nicht aufgeschrieben werden muss, um zu gelten. Es lebt im Anstehen, in der Michaelismesse 2026, im Aufbruch. Und es endet dort, wo Gemeinschaft nicht erklärt werden muss.

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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