Bildergalerie und Essay.
Dreikönigsfest in Miltenberg: Tradition und gelebter Glaube.

Der Ursprung des Dreikönigsfestes reicht bis in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurück. Seit dem Mittelalter ist der sechste Januar als Fest der Epiphanie ein bedeutsamer Tag im Kirchenjahr, an dem die Erscheinung Christi als Licht der Welt gefeiert wird. Im Laufe der Zeit haben sich regionale Bräuche und Rituale entwickelt, die auch das Fest in Miltenberg besonders prägen.
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  • Der Ursprung des Dreikönigsfestes reicht bis in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurück. Seit dem Mittelalter ist der sechste Januar als Fest der Epiphanie ein bedeutsamer Tag im Kirchenjahr, an dem die Erscheinung Christi als Licht der Welt gefeiert wird. Im Laufe der Zeit haben sich regionale Bräuche und Rituale entwickelt, die auch das Fest in Miltenberg besonders prägen.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Feierlichkeiten, Sternsinger und besondere Weihen am 6. Januar 2026.

Miltenberg. Am 6. Januar 2026 versammelten sich zahlreiche Gläubige und Gemeindemitglieder in der Miltenberger Stadtpfarrkirche St. Jakobus, um das Dreikönigsfest feierlich zu begehen.

Das Fest, das traditionell die engere Weihnachtszeit abschließt, erinnert an die Ankunft der Heiligen Drei Könige, die dem Stern nach Bethlehem folgten, um das neugeborene Jesuskind zu ehren.

Historische Wurzeln und Entwicklung.

Der Ursprung des Dreikönigsfestes reicht bis in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurück. Seit dem Mittelalter ist der sechste Januar als Fest der Epiphanie ein bedeutsamer Tag im Kirchenjahr, an dem die Erscheinung Christi als Licht der Welt gefeiert wird. Im Laufe der Zeit haben sich regionale Bräuche und Rituale entwickelt, die auch das Fest in Miltenberg besonders prägen.

Gegenwart: gelebte Traditionen und aktuelle Bräuche.

Auch heute werden in Miltenberg viele überlieferte Traditionen fortgeführt. Besonders hervorzuheben ist die Aussendung der Sternsinger, die als Kinder und Jugendliche in festlichen Gewändern von Haus zu Haus ziehen.

Sie bringen den Segen "Christus mansionem benedicat" in die Familien und sammeln Spenden für soziale Projekte.

Aussendung der Sternsinger.

Im Anschluss an an die Frühmesse wurden die Sternsinger in einem feierlichen Gottesdienst von Pfarrer Jan Kölbel und Diakon Florian Grimm ausgesendet.

Nach der Segnung machten die Sternsinger sich auf den Weg durch die Stadt.

Ihr Engagement steht stellvertretend für Solidarität und Mitgefühl in der heutigen Zeit.

Festliche Messe mit besonderen Weihen.

Die Frühmesse am Dreikönigstag begann bereits um 8:30 Uhr in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Jan Kölbel. Die Gläubigen hatten den zum Teil vereisten und verschneiten Kirchweg nicht gescheut. Es herrschte im Freien eine Außentemperatur von minus 5,5 Grad Celsius.

Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Weihe der imposanten Jahres-Kerze der Fischer- und Schifferzunft Miltenberg, die traditionell für Schutz und Segen steht.

Zudem wurden das Dreikönigswasser und das Salz nach alter Tradition geweiht – Zeichen für Reinheit und Bewahrung.

Prozession und Fahnenabordnungen.

Im Anschluss zog eine feierliche Prozession mit den Fahnenabordnungen der Fünfwundenbruderschaft sowie der Fischer- und Schifferzunft zur Seitenkapelle der Pfarrkirche.

Die Beteiligung dieser Gruppen unterstreicht die enge Verbindung von Glaube und Gemeinschaft in Miltenberg.

Besondere Hinweise: Die Krippe und ihre Darstellung.

Ein Blickfang in der Kirche ist seit Weihnachten die aufwändig gestaltete Krippe, die in drei Vitrinen präsentiert wird. Sie zeigt anschaulich die Szenen rund um die Geburt Christi und die Ankunft der Könige. Die Krippe lädt zum Verweilen und Nachdenken ein.

Die Predigt: Symbolik der drei Könige.

Pfarrer Kölbel hob in seiner Predigt die symbolische Bedeutung der drei Könige hervor: Sie stehen für die drei Altersstufen Jugend, Erwachsener und Senior und die drei früher nur bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika, die das universelle Wirken des Christentums verdeutlichen. Damit wurde die Botschaft des Festes eindrucksvoll in die Gegenwart übertragen.

Abschluss: Bedeutung für die Gemeinde.

Das Dreikönigsfest in Miltenberg ist weit mehr als ein kirchlicher Feiertag – es verbindet Generationen, Traditionen und Menschen. Die Feierlichkeiten und die gelebten Bräuche stärken das Gemeinschaftsgefühl und geben der Gemeinde Orientierung und Halt.

„Wasser, Weihrauch, Wirklichkeit“ – Epiphanie  bei uns.

Der Landkreis Miltenberg eröffnete das neue Jahr mit jenem stillen, starken, segensreichen Ritual, das seit Jahrhunderten die Schwelle zwischen Alltag und Andacht markiert. In den Kirchen zwischen Main und Spessart, zwischen Odenwaldhöhen und Erftalauen, verband sich winterliche Kälte mit Kerzenwärme zu einem milden, mystischen Miteinander. Die Gemeinden versammelten sich zur traditionellen Weihe von Dreikönigswasser und Salz – einem Brauch, der in der Region tief verwurzelt, wertgeschätzt, weitergegeben wird.

Die Priester erinnerten zu Beginn an die Epiphanie als Fest der Erscheinung, Erleuchtung, Erweiterung: Christus, der im Jordan getauft wurde, habe das Wasser der Welt geheiligt – und damit auch jenes klare Main- und Quellwasser, das in schlichten Schalen bereitstand.

Mit ruhiger Geste und kräftiger Stimme sprachen sie die alten Segensworte über das Wasser, das in der Volksfrömmigkeit als heilendes, haltendes, hoffnungsvolles Element gilt. Es soll Häuser schützen, Felder stärken und Herzen beruhigen – ein Segen, der im ländlichen Raum des Landkreises nie an Bedeutung verloren hat.

Anschließend folgte die Weihe des Salzes, jenes reinen, reinigenden, rettenden Symbols, das seit biblischen Zeiten für Bewahrung und Klarheit steht. Der Hinweis auf den Propheten Elischa, der verdorbenes Wasser durch Salz heilte, verlieh dem Moment eine historische, heilige, heilsame Tiefe.

Als Wasser und Salz schließlich miteinander vereint wurden, entstand jenes kraftvolle Sakramentale, das die Menschen im Anschluss mit nach Hause nahmen – in kleinen Fläschchen, sorgsam verschlossen, für Alltag, Abend, Ausnahmefall.

Vor den Kirchen mischten sich die Stimmen der Sternsinger mit dem Knirschen des Schnees. Die Kinder brachten den Haussegen in die Orte von Miltenberg bis Amorbach, von Bürgstadt bis Eschau, während die Erwachsenen das frisch geweihte Wasser wie einen stillen, starken Startschuss für das neue Jahr empfanden.

So wurde die Epiphanie im Landkreis Miltenberg erneut zu einem Fest der Nähe, Nahrung, Neuorientierung – ein Ritual, das nicht laut sein muss, um zu wirken. Es genügt, dass Menschen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu erinnern: Segen ist nichts Abstraktes, sondern gelebte, geteilte und gestaltete Gemeinschaft.

Dreikönigs‑Dreiklang: Kerze, Kirche, Kameradschaft
Nachbericht zur Fischer‑ und Schifferzunft Miltenberg

Miltenberg begann das neue Jahr mit einem jener seltenen Rituale, die sich nicht laut in den Vordergrund drängen, sondern leise in die Tiefe wirken. Ein Dreikönigs‑Dreiklang aus Kerze, Kirche und Kameradschaft prägte den Vormittag, getragen von der Fischer‑ und Schifferzunft, die seit Jahrhunderten den Main nicht nur befischt, sondern auch beseelt.

Schon beim Einzug der Zunftabordnung – Fahne, Frömmigkeit, Flussgeschichte – lag ein Hauch von vergangener Größe im Kirchenschiff. Die Stadtpfarrkirche St. Jakobus zeigte sich in winterlicher Klarheit, und die Gemeinde rückte enger zusammen, als die Zunftkerze ihren Platz am Altar fand. Dieses stille, wächserne Symbol – Segen, Schutz, Schiffahrt – wurde im Rahmen der Dreikönigsmesse geweiht, begleitet von Dreikönigswasser und Salz, die wie kleine liturgische Lebensversicherungen gegen die Unwägbarkeiten des Jahres wirken.

Der Ritus selbst vollzog sich ohne Pathos, aber mit jener Würde, Wärme, Wiedererkennbarkeit, die Miltenberger Traditionen auszeichnet. Die Fischer‑ und Schifferzunft zeigte Präsenz, nicht Prunk; Haltung, nicht Historismus. Und doch: Wer genau hinsah, konnte spüren, wie sich in diesem Moment die langen Linien der Stadtgeschichte bündelten – von den alten Mainknechten bis zu den heutigen Bewirtschaftern der Fischereistrecken.

Nach der Messe setzte sich die Prozession in Bewegung – Schritt, Stille, Seitenkapelle. Gemeinsam mit der Fünfwundenbruderschaft zog die Zunft zum Marienaltar, wo die Kerze ihren Platz für das kommende Jahr erhält. Ein kurzer Augenblick, kaum länger als ein Atemzug, aber getragen von einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit: So macht man das hier. So hat man es immer gemacht. So wird man es weiter tun.

Am Ende blieb der Eindruck eines Morgens, der mehr war als ein liturgischer Pflichttermin. Ein Morgen, der zeigte, wie Brauchtum, Bürgersinn und Bewahrung ineinandergreifen können, wenn eine Gemeinschaft sich ihrer Wurzeln bewusst bleibt. Die Fischer‑ und Schifferzunft Miltenberg hat diesen Dreikönigstag nicht nur gestaltet, sondern geerdet – und damit einmal mehr bewiesen, dass Tradition kein Museum ist, sondern ein lebendiger Fluss.

Text und Fotos: Roland Schönmüller

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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