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Fiedeln, Folk und Feenfunkeln. Großer Irischer Abend mit Dhalia’s Lane im Burghof der Mildenburg.
- Mit Musik aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte versprach Dhalia’s Lane eine mystische Reise voller Gänsehautmomente — und löste dieses Versprechen ein.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Der Kultursommer Miltenberg endete mit keltischer Magie, handgemachter Virtuosität und einem Augenzwinkern.
Miltenberg. Wer am Sonntag, dem 9. August 2026, den Weg hinauf zur Mildenburg nahm, musste nicht erst den Atlantik überqueren, um Irland zu finden. Es genügte der hiesige Burghof: Dort wehte zwischen alten Mauern, warmem Sommerabend und erwartungsfrohem Publikum jene Brise, die in Sekunden aus fränkischem Sandstein keltischen Nebel macht.
Dhalia’s Lane, eine der ersten Adressen für irisch-keltische Musik in Deutschland, entfachte zum Abschluss des Kultursommers ein mitreißendes Feuerwerk virtuoser Arrangements.
Die vierköpfige Formation mit Roland Funk am Bass, Sophie Keppler am Gesang, Božena Woitasky an der Geige sowie Berk Gert Demiray an Gitarre und Gesang zog junge und junggebliebene Fans in ihren Bann. Zwischen 19 Uhr und 22.30 Uhr wurde aus dem Burghof ein Klangkessel, in dem Reels brodelten, Balladen schimmerten und die Geige gelegentlich so flink aufblitzte, als hätte sie heimlich Unterricht bei einer übermütigen Schwalbe genommen.
Der Abend war nicht nur Konzert, sondern auch Schlussakkord eines vielfältigen Programms der Stadtkultur Miltenberg: Zwischen dem 27. Juli und 9. August hatten Museen, Schloss-Theater, Stadtbücherei und Stadt Miltenberg im Hof der Mildenburg ein abwechslungsreiches und buntes Kulturpaket geschnürt. Bürgermeister Bernd Kahlert zeigte sich entsprechend zufrieden über den Erfolg, die gute Organisation und den Besuch aus nah und fern — besonders aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.
Ein Klangkosmos mit keltischem Kern.
Dhalia’s Lane zeigte, weshalb ihr Ruf weit über die Region hinausreicht: Die Band verbindet traditionelle Jigs, Reels, Balladen und Airs mit eigenen Liedern und erweitert den keltischen Grundton um mittelalterliche, orientalische und südländische Einflüsse. So entsteht kein Museum der Folklore, sondern ein lebendiger Marktplatz der Melodien — einer, auf dem Dudelsacksehnsucht, Gitarrenwärme und Geigenfunken friedlich um die besten Plätze ringen.
Bekannte Stücke der Band passen zu diesem Bild: „Der Schnitter“ wirkt dunkel, archaisch und mittelalterlich, als klopfe eine alte Sage mit schweren Stiefeln ans Burgtor. „Gates of Avalon“ öffnet dagegen den Raum ins Mythische — weit, schwebend, mit jener Art Melodie, bei der das Publikum unwillkürlich etwas gerader sitzt, weil es plötzlich an Nebelinseln glaubt. „Lifeline“ trägt den poetischen Kern schon im Titel: ein Stück zwischen Aufbruch und Erinnerung. Und wenn „Road to Lisdoonvarna“ oder ein klassischer Jig Fahrt aufnehmen, wird klar, warum diese Musik auch im Sitzen Beine bekommt.
Stimmen aus dem Burghof.
„So etwas sollte es öfter geben“, sagte ein 71-jähriger Besucher aus Miltenberg, der sich vor allem über die Atmosphäre freute: „Die Burg, die Musik, die Leute — das passt einfach.“ Eine 28-jährige Besucherin aus Mudau brachte es knapper, aber nicht weniger treffend auf den Punkt: „Man fühlt sich kurz wie im Urlaub, nur ohne Koffer.“
Humorvoll betrachtet war der Abend auch ein kleiner Triathlon für die Sinne: Das Ohr tanzte, das Auge genoss den Burghof, und das Herz machte jene seltene Disziplin, die man im Kulturprogramm nie offiziell ausschreibt — es ging einfach mit.
Fazit: Fortsetzung erwünscht.
Mit Musik aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte versprach Dhalia’s Lane eine mystische Reise voller Gänsehautmomente — und löste dieses Versprechen ein. Der Große Irische Abend war ein erfolgreicher Abschluss des Kultursommers und zugleich ein Argument dafür, die Reihe fortzusetzen. Miltenberg hat gezeigt, dass Kultur im Burghof nicht nur Kulisse braucht, sondern Resonanz. Und die war an diesem Abend deutlich zu hören: als Applaus, als Lächeln und vielleicht sogar als leises Echo aus Richtung Avalon.
Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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