Bildergalerie und Essay.
„Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“.

 „Wir zwei machen Lichtmess!“. - Unterwegs zu neuen Zielen.
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Mariä Lichtmess - letztes Fest im Weihnachtszyklus

Am zweiten Februar ist „Mariä Lichtmess“ - vierzig Tage nach Weihnachten. Der einstige kirchliche Feiertag heißt auch „Mariä Reinigung“ oder „Darstellung Christi im Tempel“. Im Mittelpunkt stehen seit dem achten Jahrhundert Kerzenweihe und Lichterprozession in den katholischen Gotteshäusern.

„Christus ist ein Licht, das die Heiden erleuchtet!“ - So heißt es im Lukas-Evangelium. Das ist auch die prophetische, voraus blickende Aussage des greisen Simeon im Tempel in Jerusalem über Jesus, den Erlöser.

Weihnachten und Winter adé.

Im Brauchtum endet mit dem Lichtmesstag der Weihnachtsfestkreis und auch der Winter wird allmählich verabschiedet. Überall in Stadt und Land, in Kirchen und Familien werden nun die letzten Christbäume geleert.
Auch die Krippen und ihre Figuren werden jetzt endgültig abgebaut - wenn es keine Jahreskrippen sind.

Arbeit bei Tageslicht.

Im bäuerlichen Leben hörte an Maria Lichtmess die Arbeit bei Kerzenschein oder mit der Petroleum-Lampe auf, die nach Michaelis, also Ende September, begonnen hatte.

„Wir zwei machen Lichtmess!“.

Zugleich war früher Zinstag und Dienstboten-Wechsel. Knechte und Mägde sowie Hausangestellte bekamen ihren Lohn für das ganze Jahr und konnten wandern, also eine neue Stelle antreten. Außerdem hatte das Hauspersonal einige Tage frei. Die Redewendung „Wir zwei machen Lichtmess!“ drückt die Zäsur zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch als geflügeltes Wort der Trennung treffend aus.

Blau machen und Schenkeltage.

Der Lichtmess-Montag war der sogenannte „Blaue Montag“. Dieser Ausdruck lebt bis heute fort, wobei das Blaumachen, also das erschwindelte Wegbleiben von der Arbeit bedeutungsverschlechternd einbezogen wurde.

„Lichtmess-Machen“ hieß im Sprachgebrauch soviel wie den Dienst aufkündigen. Bevor in ländlichen Gebieten früher Anfang Februar wieder die Feldarbeit begann, wurden von den Dienstboten in den paar freien Tagen die Gelegenheit für Tanz, Wirtshausbesuch, Bräuche und sonstige Feierlichkeiten genutzt.

„Schlenkeltage" nannten unsere Altvorderen die freie Zeit Anfang Februar im süddeutschen Raum. Oftmals waren sie neben den Festessen in Wirtshäusern, Verwandtenbesuchen und anderen Lustbarkeiten mit Bräuchen verbunden, wobei Dämonen des Winters vertrieben werden sollten.

Altehrwürdige Lichtsymbolik in Kirche und Natur.

Eng mit Lichtmess verbunden ist der Tag des heiligen Blasius, der am dritten Februar begangen wird. Auch hier spielen Lichter eine bedeutsame Rolle. Der Priester spricht das Segenswort der Gemeinde über zwei kreuzförmig gehaltenen brennenden Kerzen zu. Der Legende nach soll der Blasiussegen gegen Halskrankheiten wirksam sein.

Mit Lichtmess schließt sich der weihnachtliche Festkreis. Die Tage werden wieder länger. Viele Aktivitäten verlagern sich draußen.
Das närrische Treiben folgte - vor Corona - bis zum Aschermittwoch, dem Start der 40-tägigen Fastenperiode vor Ostern.

Dieser geregelte Festtagszyklus im Jahreslauf bot den Menschen früher weitgehende Sicherheit und Geborgenheit - Anlass genug für uns, über mögliche Orientierungshilfen der Vergangenheit nachzudenken und den einen oder alten Brauch oder eine gesundheitsbewusste Aktivität mit neuem Leben zu erfüllen.

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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