Beleuchtung einer kritischen Infrastruktur
THW Miltenberg übt an der Kläranlage Main-Mud
- hochgeladen von Stefan Wolf
Wenn es dunkel wird, muss es trotzdem sicher weitergehen: Der THW-Ortsverband Miltenberg führte an der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes (AZV) Main-Mud eine umfangreiche Ausbildung zur Ausleuchtung kritischer Infrastruktur durch. Ziel war es, unter realistischen Bedingungen die Beleuchtungs- und Stromversorgung auf einem weitläufigen und anspruchsvollen Gelände sicherzustellen.
Unter der Leitung von Zugführer Michael Zipf rückten die Bergungsgruppe, die Fachgruppe Notversorgung, Fachgruppe Räumen sowie der Zugtrupp zur Kläranlage aus. Nach einer Lageerkundung und der Abstimmung mit dem Betriebsleiter wurden die Bereiche festgelegt, die für den Betrieb und mögliche Einsatzmaßnahmen zwingend ausgeleuchtet werden mussten.
Zum Einsatz kamen verschiedene Stromerzeuger, moderne LED-Strahler und Flächenleuchten. Ein Schwerpunkt der Ausbildung lag auf der Planung und dem Aufbau eines stabilen Leitungsnetzes. Über einen Kilometer Kabel wurde verlegt, um die teils weit auseinanderliegenden Beleuchtungsstative mit Strom zu versorgen. „Leuchten und Kabel kann man eigentlich nie genug haben“, berichtet Truppführer Tobias Czerny, der seit acht Jahren Mitglied im Ortsverband ist und in der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung tätig ist.
Strom ist gefährlich
Gerade bei Arbeiten mit Strom sei Teamarbeit unverzichtbar. „Im Einsatz muss man sich aufeinander verlassen können – besonders bei Strom, der auch gefährlich sein kann. Deshalb trainieren wir diese Abläufe regelmäßig“, so Czerny. Umso erfreulicher sei es gewesen, wie reibungslos die Zusammenarbeit zwischen den Einheiten an diesem Abend funktionierte.
Besonders herausfordernd war die Geländetopografie der Kläranlage. Während offene Flächen vergleichsweise einfach auszuleuchten sind, erschweren Gebäude, Höhenunterschiede und Verschattungen die Planung erheblich. Dennoch konnten bis in die späten Abendstunden alle erforderlichen Bereiche zuverlässig beleuchtet werden.
Warum Notstrom und Beleuchtung im Katastrophenschutz eine Schlüsselrolle spielen, erklärt Czerny deutlich: „Ohne Strom geht heute praktisch nichts mehr. Selbst wenn Endgeräte noch Akku haben, funktioniert ohne Stromversorgung keine Kommunikation, denn die Verteilerstellen sind ohne Strom.“
Moderne LED-Technik erleichtert die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich. Sie ermöglicht eine hohe Lichtausbeute bei geringerem Energiebedarf und ist robuster sowie sicherer als frühere Technik. Die Ausbildung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig gut ausgebildete Einsatzkräfte und moderne Technik für den Schutz kritischer Infrastruktur sind.
Autor:Stefan Wolf aus Miltenberg |
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