Landkreis Miltenberg: Erste Erkenntnisse aus der Abfallanalyse vorgestellt

Die erste Runde der Abfallanalyse im Landkreis Miltenberg ist beendet, im Frühjahr 2021 soll der zweite Durchgang erfolgen. Lara Hannes vom Institut INFA gab dem Ausschuss für Natur-und Umweltschutz am Donnerstag einen Einblick in die ersten Ergebnisse. In der Analyse wurde das Müllaufkommen in Weilbach, Collenberg, Großwallstadt und Obernburg ausgewertet. Dadurch konnten Ergebnisse indörflichen, kleinstädtischen und städtischen Strukturen betrachtet werden. Große Unterschiede bei den ermittelten Abfallmengen und Abfallfraktionen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt wurden nicht festgestellt, erklärte Hannes. Bezogen auf das Gewicht, hätten sich im Restabfall 38,8 Kilogramm organische Abfälle pro Einwohner und Jahr befunden. Von diesen organischen Abfällen seien 76 Prozent verwertbar. Es handele sich zumeist um Küchenabfälle (48,6 Prozent), Gartenabfälle (14 Prozent) sowie kleinere verwertbare organische Abfälle (13,6 Prozent). Die nichtverwertbaren organischen Abfälle bestünden zu einem Anteil von 14,4 Prozent aus original verpackten Lebensmitteln. Im Bioabfall fanden sich zu fast 50 Prozent Küchen-und Haushaltsabfälle, 43 Prozent Gartenabfälle sowie Fremdstoffe (8,8 Prozent) und Störstoffe (2,9 Prozent).

Bei der Analyse des Wertstoffsacks habe sich gezeigt, dass der Anteil der Störstoffe steigt je städtischer die Bereiche sind – er liegt zwischen acht und zwölf Gewichtsprozenten. Dennoch sei das als niedrig einzustufen, so Hannes. Jeder Einwohner entsorge durchschnittlich 82 Kilogramm Altpapier pro Jahr, 1,6 Kilogramm davon seien Störstoffe – meist Hygienetücher und Kunststoffverpackungen.

Beim Sperrmüll entfallen rund 32 Gewichtsprozente auf Holzmöbel und 26,2 Prozent auf Polster- und Verbundmöbel. Die Elektrokleingeräte, die in Containern getrennt gesammelt werden, funktionierten nur bedingt, so dass die Container nachsortiert werden müssten. Prinzipiell werde die Sammlung aber laut Hannes sehr gut angenommen. Die Bürgerbefragung auf dem Wertstoffhof in Erlenbach habe durchweg sehr gute Ergebnisse in Sachen Terminvergabe und Service ergeben. Der zweite Teil der Analyse werde in der vegetationsarmen Phase im Frühjahr 2021 erfolgen, anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und eingeordnet.

Noch vor Weihnachten, voraussichtlich ab 14.12.2020, wird die neue Abfall-App des Landkreises Miltenberg für Android und iOS „AbfallApp MIL“ verfügbar sein, erklärte Kai Strüber von der Kommunalen Abfallwirtschaft. Er stellte die App vor, die alle Angebote der Abfallwirtschaft aufführt. Nach der Personalisierung können die Nutzer*innen die Abfalltermine in ihrem Ort erfahren, sich an diese erinnern lassen, Merkblätter aufrufen, sich Öffnungszeiten und Anfahrtsbeschreibungen aller Abfalleinrichtungen anzeigen lassen und zudem erfahren, wann welche Einrichtungen geschlossen sind. Auch eine Börse ist eingerichtet, mit deren Hilfe nicht benötigte Gegenstände verschenkt werden können, ohne dass sie weggeworfen werden müssen.

Laut Ruth Heim, Leiterin des Sachgebiets Kommunale Abfallwirtschaft, wird im Jahr 2021 auf den Druck eines Abfallkalenders verzichtet. Die Gemeinden könnten den Kalender aber gerne unverändert im DIN-A-4-Format in ihren Mitteilungsblättern und auf ihren Internetseiten veröffentlichen. Der Kalender dürfe aber nicht mit Werbung versehen werden, da es sich beim Kalender um eine amtliche Mitteilung handele, die neutral sowie werbefrei veröffentlicht werden müsse.

Einstimmig stellte der Ausschuss den steuerlichen Jahresabschluss des gewerblichen Betriebs der Kommunalen Abfallwirtschaft für das Jahr 2019 fest. Die Bilanz beläuft sich demnach in Aktiva und Passiva auf 734.440 Euro, der Jahresverlust von 142.819 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Ruth Heim informierte das Gremium über die europaweite Ausschreibung des Müllferntransportszum Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt vom 01.06.2021 bis 31.12.2023 mit zweimaliger Verlängerungsoption des Landkreises um jeweils ein Jahr. Dabei gehe es um die komplette Abwicklung von der Abfallwirtschaftsanlage zur Entsorgungsanlage, sagte Heim. Die Leistungsbeschreibung sei offen formuliert und lasse den Transport per Lkw, Bahn oder Schiff zu. Lastwagen müssten aber Euro-Norm VI erfüllen oder eine alternative CO2-arme Antriebstechnik verwenden.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Heim die Auftragsvergabe für die Übernahme und Verwertung des vom Landkreis auf der Müllumladestation Erlenbach erfassten Altpapiers vom 01.01 bis 31. 12.2021 an die Firma Palm Recycling (Aalen) bekannt. Der Vertrag kann vom Landkreis einseitig um ein Jahr verlängert werden.Ein Grundstück in Riedern, das als Fläche für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aus dem Deponiebau gekauft wurde, werde der Landkreis gegen eine gleichwertige Fläche tauschen, um damit die Errichtung einer Windkraftanlage zu unterstützen.

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