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Impfpflicht in Kindergärten und Schulen – ja oder nein?

Bildquelle: Pixabay

Kinderlähmung, Diphterie und Pocken – alle diese Krankheiten galten in Deutschland lange als ausgerottet, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch daran lag, dass lange Zeit und konsequent Kinder dagegen geimpft wurden. Die Älteren von uns können sich bestimmt noch an den Werbespot erinnern, der da lautete: „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist bitter.“

Doch das „Impfen“ ist in letzter Zeit bei manchen Müttern und Vätern geradezu zu einem Reizthema geworden, seit Gesundheitsminister Jens Spahn im Mai 2019 ein Masern-Schutzgesetz vorgelegt hat, um Kindergarten- und Schulkinder wirksam vor einer Maserninfektion zu schützen. Dieses sieht vor, dass nicht geimpfte Kinder von der KiTa ausgeschlossen und die Eltern mit empfindlichen Geldbußen belegt werden können.

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Masern sind hoch ansteckend und keine harmlose Viruserkrankung

Um die Verbreitung von Masernviren zu stoppen sind 95% Impfraten erforderlich. Diese werden in der Bundesrepublik aber nicht erreicht. Statistiken besagen, dass etwa 7% der Schulanfänger in Deutschland keinen ausreichenden Impfschutz haben.

Bei den Masern handelt es sich um eine hochansteckende Virusinfektion, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Krankheit ist alles andere als harmlos, denn durch die Infektion wird beispielsweise das Immunsystem so geschwächt, dass andere Erreger leichtes Spiel haben.

Mittelohrentzündung, Lungen- oder andere Atemwegsentzündungen können durchaus gemeinsam mit einer Maserinfektion auftreten. Eine Komplikation, die in Kombination mit den Masern besonders gefürchtet ist, ist die Gehirnentzündung. Diese kommt zwar nur einmal in tausend Fällen vor, kann aber durchaus fatale Folgen haben. Bei etwa 20% bis 30% der betroffenen Patienten bleiben schwere Folgeschäden zurück wie körperliche oder geistige Behinderung oder beides.

Doch auch, wenn das Kind die Maserninfektion relativ komplikationslos überstanden hat, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Selbst mehrere Jahre nach der Erkrankung kann die SSPE – die subakute sklerosierende Panenzephalitis – auftreten. Diese Erkrankung wiederum verläuft immer tödlich. Besonders häufig sind Kinder davon betroffen, die in den ersten Lebensjahren an Masern erkrankt sind.

Das alles ließe sich mit einer kleinen Impfung im Kindesalter verhindern.

Die „Herdenimmunität“

Wie erwähnt sind in Deutschland viele Krankheiten glücklicherweise nahezu ausgerottet - auch dank des Impfens.

Die „Herdenimmunität“, die dadurch entstanden ist, lässt sich aber nur aufrecht erhalten, wenn möglichst viele Personen geimpft sind. Denn nur dann ist gewährleistet, dass ein Erreger auch nicht mehr auf ungeimpfte Menschen übertragen werden kann.

Impfen – die Risiken

Viele Eltern machen sich beim Thema Impfen - berechtigterweise natürlich – Sorgen. Denn es geht ja um nichts weniger als die Gesundheit des Nachwuchses.

Unbestritten ist, dass durchaus gewisse Risiken mit einer Impfung verbunden sind. Allerdings wurde die Studie, dass eine Masernimpfung Autismus auslösen könne, zwischenzeitlich widerlegt.

Fakt ist: Damit ein Impfstoff überhaupt eine Zulassung bekommt, muss er sehr hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Doch selbst die Zulassung bedeutet nicht, dass der Impfstoff für alle Zeiten verabreicht werden kann. Das Paul-Ehrlich-Institut mit Sitz in Langen wertet beispielsweise internationale und nationale Verdachtsfälle aus, um so schwerwiegende Nebenwirkungen zu finden.

Fällt ein Impfstoff auf, werden die Fälle von Ärzten beurteilt. Erhärtet sich der Verdacht, reichen die Maßnahmen die das PEI-Institut ergreifen kann, von Warnhinweisen bis hin zum kompletten Entzug der Zulassung.

Doch zurück zu den Risiken, die eine Impfung mit sich bringen kann. Zur Beruhigung sei an dieser Stelle gesagt, dass fast alle schweren „Impfschäden“, die immer wieder heraufbeschworen werden, ins Land der Mythen und Märchen gehören. Allerdings kann es durchaus sein, dass es nach einer Impfung zu Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen kann. Manche Kinder reagieren auch mit leichtem Fieber

Sehr selten kann es auch zu schweren allergischen Reaktionen kommen, wie Atemstillstand, allergischer Schock oder Krampfanfällen.

Außerdem stehen gerade Impfungen bei Kindern in Verdacht, auch Neurodermitis, Asthma oder andere Allergien auszulösen, was aber bis heute nicht abschließend bewiesen wurde.

Bis jetzt gibt es in Deutschland übrigens im Moment keine Impfpflicht. Das Gesetz, das Jens Spahn vorgelegt, hat soll erst ab 2020 gelten.

Ob Sie Ihr Kind impfen lassen oder nicht, bleibt als bis dahin Ihnen überlassen. Hier noch ein Link zum Robert-Koch-Institut mit einer Stellungnahme zu den zwanzig häufigsten Einwendungen gegen das Impfen.

Autor:

Miriam Weitz aus Obernburg am Main

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