MusicalWerkstatt
"Das Gespenst von Canterville"
- Die jungen Darstellerinnen und Darsteller lieferten eine tolle Leistung ab und begeisterten das Publikum.
- Foto: KultKasten e. V.
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Musical aus dem NICHTS – Kinder und Jugendliche begeisterten in der MusicalWerkstatt des KultKasten e. V. im Jugendzentrum Miltenberg mit „Das Gespenst von Canterville“ das Publikum
Ein Musical in nur 10 Tagen? Was wie ein Ding der Unmöglichkeit klingt, ist durchaus ernst gemeint. Der Verein KultKasten e. V. machte genau das bereits zum zweiten Mal nach 2024 mit seiner MusicalWerkstatt in Miltenberg möglich. Wie das? Ganz einfach! Mit einem zuvor thematisch festgelegten Stück, erfahrenen Coaches und vor allem hochmotivierten Kindern und Jugendlichen.
Gefördertes Projekt in den Ferien
Los ging es am 6. August im Jugendzentrum Miltenberg am Mainzer Tor. Dort trafen sich morgens um 9.30 Uhr 29 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, um innerhalb von 10 Tagen als Ferienprojekt ein ganzes Musical mit allem, was dazu gehört, auf die Beine zu stellen. Unterstützung erhielten sie von 13 Coaches, die die Kinder betreuten und anleiteten. Der Verein KultKasten e. V. führte die MusicalWerkstatt in Kooperation im Rahmen einer Bündnispartnerschaft mit der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Miltenberg und dem Caritasverband für den Landkreis Miltenberg e.V. durch. Eingebunden war auch das Jugendzentrum Miltenberg am Mainzer Tor, das sich für das Vorhaben in eine Werkstatt, ein Gesangs-, Tanz- und Tonstudio und diverse Proberäume verwandelte. Gefördert wurde das Projekt durch das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das außerschulische kulturelle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in Risikolagen unterstützt.
Zündende Idee
Was braucht man für ein erfolgreiches Musical? Zunächst eine zündende Idee. Die lieferten Sven Vormwald und Paulina Wohlfeld, zwei der insgesamt acht Hauptverantwortlichen des KultKasten e. V., den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit der Erzählung „Das Gespenst von Canterville“ des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Sie brachen diese auf das Wesentliche herunter und stellten sie dann den neugierig wartenden Kindern und Jugendlichen vor. Im Rahmen dieser Erzählung, die die Hauptidee des Stückes lieferte, ging es nun darum, einzelne Szenen zu erarbeiten und diese anschließend umzusetzen, damit sie in die Gesamthandlung eingebunden werden konnten.
Kreativität und Ideenreichtum gefragt
Damit waren die Kreativität und der Ideenreichtum der Jungs und Mädchen gefragt. So galt es beispielsweise, Texte für die einzelnen Szenen zu schreiben. Weiterhin war es wichtig, sich Musik und Tänze auszudenken, zu proben und einzustudieren. Last but not least durfte natürlich auch das passende Bühnenbild nicht fehlen. In Kleingruppen wurden die Szenen überlegt und diskutiert, bis die Köpfe rauchten.
Sechs Hauptrollen
Im Hauptstück „Das Gespenst von Canterville“ gab es insgesamt sechs Hauptrollen, für die auch die Texte vorgegeben waren. Wer von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Lust hatte und es sich zutraute, konnte sich für diese bewerben und wurde von einem Expertenteam bei der Erarbeitung der jeweiligen Rolle unterstützt. Auch die Kleingruppen für die einzelnen Szenen erhielten Anleitung durch Coaches und Ehrenamtliche, die genauso begeistert und engagiert bei der Sache waren wie die Mädchen und Jungs.
Kunterbunte Szenen
Die Kleingruppen Szenen selbst, die zuvor in Farben aufgeteilt wurden, haben die Kinder und Jugendlichen selbst erarbeitet. So gab es in der grünen Szene einen Roboter, der durch eine Fehlschaltung denkt, er sei ein Geist und allerlei Streiche spielt. In der gelben Szene ging es um eine Kapitänin und einen verlorenen Käsewettbewerb. In der roten Szene trat ein Huhn auf, das durch seine Wut auf Menschen, die ihm immer die Eier stehlen, zum Zombie wurde und als Zombiehuhn spukte. In der blauen Szene versuchte eine Königsfamilie mit Hilfe einer Kräuterhexe, die stets zu Aprilscherzen aufgelegte Prinzessin zur Vernunft zu bringen.
Harte Proben
Nun ging es ans Proben. Immer wieder wurden einzelne Dialoge geübt, bis auch der letzte Satz ohne Textbuch in der Hand fehlerfrei und richtig betont vorgetragen werden konnte. Die Tänze wurden geprobt und verfeinert, um ein stimmiges Gesamtbild zu erhalten. Die Kulissenbauer bauten, bastelten und malten, was das Zeug hielt, um die Gesamthandlung in Szene zu setzen. Licht und Ton wurden an- und ausgeschaltet, um die passende Einstellung zu finden. Kurzum: Jede und Jeder war gefordert und gab sein Bestes, um das Musical zu etwas ganz Besonderem zu machen.
Der Höhepunkt: die Aufführungen
Und dann war es endlich so weit: die Aufführungen standen vor der Tür. Mit der Premiere am Samstag, den 16. August und einer weiteren Aufführung am Sonntag, den 17. August zeigten die Darstellerinnen und Darsteller, was sie in den 10 Tagen geleistet haben. Eltern, Angehörige und Freunde waren dazu herzlich eingeladen und feierten die jungen Stars, die mit Können und Bravour über sich selbst hinauswuchsen, das Lampenfieber meisterten und eine hinreißende Darstellung ablieferten.
Verein KultKasten e. V.
- Gegründet 2021 (während Corona-Pandemie) in Schweinfurt
- Gewächs des Kreisjugendrings (KJR) der Diözese Würzburg
- Zweck: Förderung selbständigen und kulturellen Schaffens, hauptsächlich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
- Weitere Infos: www.kultkasten.de
Stimmen von Jugendlichen zur MusicalWerkstatt:
- Haylie Grimm und Lena Diehl (von links)
- Foto: Andrea Kaller-Fichtmüller
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Lena Diehl, 14 Jahre, aus Miltenberg und Haylie Grimm, 15 Jahre, aus Boxbrunn:
„Über Freunde bzw. die Tochter einer Nachbarin, die vom letztjährigen Musical erzählten, kamen wir auf Idee, uns für die MusicalWerkstatt in diesem Jahr anzumelden. Wir wirken in der Roboter-Szene mit und hier speziell beim Tanz, den wir in der Kleingruppe selbst entwickelt haben. Die MusicalWerkstatt macht uns Spaß, weil wir gemeinsam mit anderen etwas zusammen machen und nicht nur zuhause herumsitzen. Wir sind eine gute Gruppe, in der alle nett zueinander sind.“
- Jonathan Karch
- Foto: Andrea Kaller-Fichtmüller
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Jonathan Karch, 15 Jahre, aus Freudenberg: „Über meine Eltern, die durch die Kurse des Jugendzentrums von der MusicalWerkstatt erfahren haben, und über die Schule wurde ich auf das Angebot aufmerksam und habe mich zur Anmeldung entschlossen. Ich habe viele Dinge im Hintergrund gelernt und mich dort aktiv eingebracht. So habe ich beim Bau des Bühnenbilds und bei der Lichttechnik geholfen, beispielsweise beim Ausleuchten und Steuern der einzelnen Szenen mit dem richtigen Licht. Da ich den Technik-Zweig in der Schule belegt habe, wollte ich genauer wissen, was hinter den Kulissen einer Musicalproduktion so alles passiert. Ich habe während des Projekts viel erlebt und Neues gelernt, das mir super gefallen und viel Spaß gemacht hat.“
- Junah Graf
- Foto: Andrea Kaller-Fichtmüller
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Junah Graf, 16 Jahre, aus Kleinheubach: „Ich habe schon letztes Jahr über meine Mutter und die Schule von der MusicalWerkstatt erfahren und eine der Hauptrollen gespielt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich wieder angemeldet habe. Dieses Mal bin ich als Teamerin dabei und leite jüngere Kinder in einer der Kleingruppen an. Da ich selbst jüngere Geschwister habe, arbeite ich gerne mit Kindern. Zusätzlich bin ich auch im Bereich Musik engagiert. Ich besuche den musischen Zweig meiner Schule, spiele Trompete und liebe Musik. So konnte ich selbst einige Lieder für das Musical in diesem Jahr schreiben, was mir sehr gut gefallen hat. Das Team der MusicalWerkstatt ist super, es sind komplett offene Menschen. Ich finde es spannend, dieses Mal auch die andere Seite zu sehen und nicht selbst als Darstellerin aktiv zu sein.“
- Tamia Ilko
- Foto: Andrea Kaller-Fichtmüller
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Tamia Ilko, 12 Jahre, aus Miltenberg: „Ich bin durch Zufall auf die MusicalWerkstatt aufmerksam geworden. Ich kam ins Jugendzentrum, weil mir langweilig war, und wurde von der Leiterin Franziska Frankenberger angesprochen, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, die nächsten Tage bei dem Projekt mitzumachen. Da ich schon länger Interesse am Schauspiel habe und das gerne einmal ausprobieren wollte, habe ich mich angemeldet. Jetzt spiele eine der Hauptrollen. Ich stelle Mrs. Otis dar, eine Mutter von drei Kindern, die das Schloss von Canterville, in dem es ja spukt, gekauft hat. Beim Text meiner Hauptrolle, der zwar vorgegeben war, konnte ich mich dennoch einbringen und einzelne Sätze herausnehmen, umformulieren oder ergänzen. Durch die MusicalWerkstatt habe ich neue Freunde gefunden. Es ist cool hier und macht viel Spaß.“
Autor:Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg |
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