Bildergalerie und Essay.
Annäherungsversuch an Miltenberg von A bis Z.

145Bilder

Was macht die Stadt Miltenberg so anziehend? Hier der Versuch, Besonderheiten ihrer Attraktivität zu finden. Fortsetzung folgt.

Miltenberg von A bis Z:

A – Altstadt

Die Altstadt von Miltenberg liegt zwischen Main und steilem Waldhang und zählt zu den am besten erhaltenen historischen Stadtkernen Frankens. Ihre Fachwerkhäuser stammen aus mehreren Jahrhunderten und bilden ein dichtes Ensemble, das sich entlang der Hauptstraße und rund um das Schnatterloch entfaltet. Viele Gebäude sind original erhalten oder sorgfältig restauriert, sodass die Altstadt ein authentisches Bild mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baukultur vermittelt. Die Gassen folgen dem alten Stadtgrundriss, der sich kaum verändert hat. Wer hier geht, bewegt sich durch eine lebendige Chronik aus Stein und Holz. Die Altstadt ist damit nicht nur Kulisse, sondern ein historischer Resonanzraum.


B – Burg Miltenberg (Mildenburg)

Die Mildenburg wurde vermutlich Mitte des 12. Jahrhunderts als staufische Anlage am Hang des Greinbergs errichtet.
Ihre strategische Lage sicherte den Mainübergang und die Besitzungen des Erzstifts Mainz.
Über Jahrhunderte diente die vor genau 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnte Anlage als ein wichtiger Kontrollpunkt des Handelsweges Frankfurt-Nürnberg am Mainknie.
1226 taucht sie in einem Schriftstück unter dem Mainzer Erzbischof Siegfried II. von Eppstein als „Miltinburg“ auf und entwickelte sich zu einem Verwaltungs- und Schutzbau.
Heute beherbergt sie das Museum Burg Miltenberg mit einer bedeutenden Ikonensammlung und moderner Kunst.
Der Blick von der Burg über Stadt und Main ist einer der berühmtesten Panorama-Ansichten der Region. Die Anlage wurde mehrfach umgebaut, blieb aber stets ein Symbol geistlicher und territorialer Macht. Ihre Mauern erzählen von Konflikten, Handel und der strategischen Bedeutung des Mainknies. Wer die Burg besucht, erlebt Geschichte als Aussicht.

C – Centgericht

Miltenberg war Sitz eines Centgerichts, einer mittelalterlichen Gerichtseinheit, die für Straf- und Zivilrecht zuständig war. Das Centgericht repräsentierte die Macht der Landesherren und strukturierte das Leben der Menschen weit über die Stadt hinaus. Seine Entscheidungen hatten unmittelbare Auswirkungen auf Handel, Besitz und soziale Ordnung. Heute ist das Centgericht nicht mehr als Institution sichtbar, aber in historischen Quellen gut dokumentiert. Es gehört zu den frühesten Verwaltungsstrukturen der Region. Im Stadtbild bleibt es als unsichtbare, aber bedeutende historische Schicht präsent.

D –Dreikönigsgruppe

Es ist einen wertvolle, etwa 600 Jahre alte historische Skulpturengruppe aus der Zeit um 1400 und befindet sich heute in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Jakobus. Dem Steinmetz Meister Hermann wird die Gruppe zugeschrieben.

E – Engelplatz

Der Engelplatz erhielt seinen Namen vom ehemaligen Hotel „Zum Engel“, das heute das Rathaus beherbergt. Er ist zentraler Ausgangspunkt für Stadtführungen und Besucherströme. Das Mahnmal „DenkOrt Deportationen“ mit dem Buntsandstein-Koffer erinnert an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die zwischen 1941 und 1944 deportiert wurden. Der Platz verbindet Alltagsleben, Verwaltung und historische Erinnerung. Von hier aus öffnet sich der Blick zum Franziskanerkloster und zur Hauptstraße. Der Engelplatz ist damit ein Ort, an dem Miltenberg seine Vergangenheit nicht versteckt, sondern sichtbar hält.

F – Fachwerk

Miltenberg zählt zu den bedeutenden Fachwerkstädten Frankens und viele Häuser stammen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Das älteste datierte Fachwerkhaus der Stadt trägt die Jahreszahl 1339, auch wenn die Inschrift fälschlich 1333 nennt. Fachwerk war über Jahrhunderte die bevorzugte Bauweise für Wohn- und Geschäftshäuser. Die Kombination aus Holz und rotem Sandstein verleiht der Stadt ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Restaurierungen halten die historische Substanz lebendig. Fachwerk ist in Miltenberg nicht nur Architektur, sondern Identität.

G – Gasthaus Zum Riesen

Der „Riese“ gilt als älteste Fürstenherberge Deutschlands und wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Hier kehrten Könige, Fürsten und später auch berühmte Persönlichkeiten wie Elvis Presley ein. Das Gebäude ist ein Meisterwerk fränkischer Fachwerkbaukunst. Es steht an der Hauptstraße und bildet einen markanten Punkt im Stadtbild. „Der Riese“ ist bis heute gastronomisch aktiv und verbindet Geschichte mit Gegenwart. Er ist ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht museal, sondern lebendig bleibt.

H – Hauptstraße

Die Hauptstraße ist die Lebensader der Altstadt und folgt dem mittelalterlichen Stadtgrundriss. Sie verbindet Handel, Gastronomie und historische Architektur. Viele der bedeutendsten Gebäude Miltenbergs liegen entlang dieser Straße. Als Fußgängerzone ist sie heute ein Ort des Flanierens und Beobachtens. Die Hauptstraße zeigt, wie eng Geschichte und Alltag in Miltenberg verwoben sind. Sie ist das Rückgrat der städtischen Identität.

I – Ikonenmuseum Burg Miltenberg

Das Museum Burg Miltenberg beherbergt eine der bedeutendsten Ikonensammlungen Süddeutschlands. Die Ikonen stammen aus verschiedenen Regionen und Epochen und zeigen die Vielfalt orthodoxer Bildtraditionen. Moderne Kunst ergänzt die Sammlung und schafft einen spannenden Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Präsentation nutzt die historische Atmosphäre der Burg. Besucher erleben Kunst und Geschichte als Einheit. Das Museum macht die Burg zu einem geistigen Ort.

J – Jakobus-Pfarrkirche

Die Pfarrkirche St. Jakobus war einst das barocke Zentrum katholischer Frömmigkeit in Miltenberg. Ihr Innenraum zeigt heute nach der gelungenen Renovierung die typische Fülle und Wärme moderner Gestaltung. Als Pfarrkirche prägt neben sie neben weiteren Gotteshäusern das religiöse Leben der Stadt. Prozessionen und Feste beginnen oder enden hier. Der Jakobus-Patron verweist auf Pilgerschaft und Wege. Die Kirche ist ein Ort, an dem Miltenberg seine spirituelle Geschichte sammelt.

K – Kloster der Franziskaner

Das Franziskanerkloster wurde ab 1660 nach Plänen Antonio Petrinis errichtet. Es ist ein bedeutendes Beispiel barocker Klosterarchitektur. Das Portal wurde vom Mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn gestiftet. Das Kloster prägte über Jahrhunderte das geistliche Leben der Stadt. Heute ist es ein Ort der Stille und des kulturellen Gedächtnisses. Es steht wie ein steinernes Gebet am Rand der Altstadt.

L – Laurentiuskapelle und Friedhof

Westlich des Mainzer Tors oder des so genannten Spitzen Turms kann man ein besonderes Kleinod Miltenbergs entdecken: die Laurentiuskapelle und den altehrwürdigen Friedhof unweit der Mündung der Mud in den Main. Schon 1380 wurde diese Kapelle vor dem städtischen Westtor genannt. 1456 entstand der Chor der Kapelle und 1594 erhielt das Langhaus sein heutiges Aussehen. Grabmale und Grabplatten an und um die Laurentiuskapelle erzählen von der Kunst einheimischer Steinmetze, vor allem aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Es ist ein Gang durch die Miltenberger Stadtgeschichte unweit von der Mudbrücke mit ihrem Brückenheiligen St. Nepomuk. In der Kapelle selbst ist vor allem der Altar bewundernswert: 1509 entstanden als Zeugnis mittelalterlicher Schnitzkunst und Volksfrömmigkeit: Figuren der Heiligen Laurentius, Magdalena, Katharina und die Darstellung der Geburt Christi zeigen die Kostbarkeiten aus dem Spätmittelalter der Kapelle, die nur zu Lesungen, Taizé-Gebeten und besonderen Führungen geöffnet ist.

L – Limes

Der Obergermanisch-Raetische Limes verläuft in der Nähe Miltenbergs und ist UNESCO-Welterbe. Reste von Wachtürmen und Kastellen zeugen von der römischen Präsenz in der Region. Der Limes markierte die Grenze des Imperiums und prägte die Landschaft nachhaltig. Wanderwege erschließen die historischen Spuren. Für Miltenberg bedeutet der Limes eine tiefere historische Schicht. Er verbindet Wald, Geschichte und europäische Antike.


M – Main

Der Main ist die große, ruhige Linie, an der Miltenberg seit seiner Gründung hängt wie ein Haus an einem alten Fundament. Er bildet am berühmten Mainknie eine markante Biegung, die den Ort seit Jahrhunderten schützt, prägt und zugleich öffnet. Händler, Schiffer und Reisende kamen über diesen Fluss, und mit ihnen Geschichten, Waren und die Welt jenseits der Hügel und Höhen. Der Main war Verkehrsweg, Lebensader und manchmal auch Bedrohung, wenn Hochwasser die Ufer überstieg und die Stadt in ein Spiegelbild verwandelte. Heute gleiten Ausflugsschiffe, Ruderboote und stille Wasservögel über seine Oberfläche, während die Altstadt sich im Wasser spiegelt wie in einem alten, leicht welligen Spiegel. Der Main ist damit nicht nur Landschaft, sondern ein bewegter Gedächtnisraum, der Miltenberg seit über 800 Jahren begleitet.

M – Michaelismesse

Die zehntägige Miltenberger Michaelismesse Ende August bis Anfang September ist eines der ältesten Volksfeste Bayerns und wurde erstmals 1367 urkundlich erwähnt. Sie verbindet kirchliche Tradition – das Fest des Erzengels Michael – mit weltlichem Marktgeschehen. Über Jahrhunderte war die Messe ein zentraler Handelsplatz für Vieh, Waren und Handwerk. Heute ist sie ein großes Volksfest mit Fahrgeschäften, Marktständen und kulturellen Veranstaltungen. Die „Michelsmess‘ “ prägt den Jahreslauf der Stadt und ist identitätsstiftend für viele Miltenberger. Sie zeigt, wie religiöse Wurzeln und städtisches Leben ineinandergreifen.

M – Miltenberg

Schon am 2. Juni 1237 wurde Miltenberg urkundlich als Markt erwähnt, besaß eine Stadtmauer und war somit Stadt geworden. Als Siedlung des Erzstiftes Mainz führt Miltenberg daher neben dem schwungvollen „M“ das Mainzer Rad im Wappen - auf Grenzsteinen in den Wäldern rundum oder beispielsweise am Mainzer Tor ersichtlich.

N – Neues Rathaus

Das Rathaus am Engelplatz steht auf dem Gelände des früheren Hotels „Zum Engel“. Es ist heute Verwaltungszentrum und Anlaufstelle für Bürger und Gäste. Die Tourist-Information ist hier untergebracht. Das Gebäude verbindet historische Substanz mit moderner Nutzung. Es bildet einen wichtigen Orientierungspunkt im Stadtgefüge. Das Rathaus ist ein Ort, an dem Miltenberg seine Gegenwart organisiert.

O – Oberes Tor (oder Würzburger Tor) 

Das Obere Tor ist Teil der historischen Stadtbefestigung und wurde 1379 erstmals erwähnt. Es markiert den Übergang zwischen Altstadt und Hanglage. Früher diente es der Kontrolle von Waren und Personen. Heute ist es ein symbolischer Eingang in die historische Stadt. Seine Architektur erinnert an mittelalterliche Verteidigungsstrategien. Das Tor ist ein steinerner Rahmen zwischen Jahrhunderten.

P – Pilgerwege

Miltenberg liegt in einer Region mit langer Wallfahrtstradition. Die Pfarrkirche St. Jakobus ist Teil größerer Pilgernetzwerke. Prozessionen prägen das religiöse Jahr. Wegkreuze und Bildstöcke zeugen von gelebter Frömmigkeit. Pilgerwege verbinden Miltenberg mit spirituellen Landschaften und Orten wie Walldürn, dem Kloster Engelberg und Santiago de Compostela. Sie sind unsichtbare Linien der Hoffnung.


Q – Quartier Schwarzvierte
l

Das Schwarzviertel ist der älteste Stadtteil Miltenbergs. Hier stehen besonders alte Häuser und die Brauerei Faust. Das Viertel liegt nahe dem Main und war historisch Zentrum von Handwerk und Gewerbe. Die Gassen sind enger und die Atmosphäre dichter als in anderen Teilen der Stadt. Das Schwarzviertel ist ein Ort, an dem Geschichte besonders nah wirkt. Es ist der würzige Kern der Altstadt.


R - Rathaus

Das Alte Rathaus von Miltenberg ist weit mehr als ein historisches Monument aus rotem Sandstein – es ist das steinerne Herz einer Stadt, das seit über sechshundert Jahren im Takt der Zeit schlägt. Wer heute an der Hauptstraße 137 vor der markanten Fassade steht, blickt auf ein Gebäude, das den Spagat zwischen mittelalterlicher Handelsmacht und moderner Kulturlandschaft meisterhaft privatisiert hat.
Ein Spiegel der Geschichte: Vom Stapelrecht zur Bürgermacht

Die Chronik des Hauses reicht zurück bis ins Jahr 1379, als es erstmals urkundlich als Stadtwaage erwähnt wurde. Im Erdgeschoss pulsierte jahrhundertelang das wirtschaftliche Leben der Region: Hier befand sich das staatlich kontrollierte Kauf- und Lagerhaus. Begünstigt durch das strategische Stapelrecht der Stadt, waren durchreisende Kaufleute gezwungen, ihre Waren drei Tage lang im Alten Rathaus aufzustellen  – ein lukratives Privileg, das den Wohlstand Miltenbergs zementierte.
Während unten der Handel blühte, wurde im Obergeschoss Politik und Kultur gelebt. Der dortige Ratssaal war das Epizentrum für richtungsweisende Beschlüsse, während der angrenzende Tanzsaal Raum für rauschende gesellschaftliche Feste bot. Doch das Gebäude zeugt nicht nur von menschlichen Erfolgen, sondern auch von den ungezähmten Kräften der Natur: Die tief in die Außenfassade eingemeißelten historischen Hochwassermarkierungen erinnern bis heute an die steten, bedrohlichen Fluten des nahen Mains.

Die Rettung eines Denkmals

Dass dieses Juwel fränkischer Architektur heute in vollem Glanz erstrahlt, ist keine Selbstverständlichkeit. Ende der 1960er Jahre drohte dem Bauwerk der Verfall. In einer beispiellosen Kraftanstrengung zwischen 1979 und 1983 wurde das Alte Rathaus umfassend saniert, entkernt und für die Zukunft fit gemacht. Dieses Engagement des Förderkreises historisches Miltenberg e.V. rettete das Baudenkmal vor dem Untergang und wurde folgerichtig 1986 mit der Bayerischen Denkmalschutz-Medaille gewürdigt.

Das heutige Gesicht: Ein lebendiger Kulturraum
Heute hat sich das Alte Rathaus von den Zwängen der Verwaltung befreit – diese ist längst in das moderne Rathaus am Engelplatz umgezogen. Das historische Gebäude hat stattdessen eine neue, feinsinnige Bestimmung gefunden: Es dient als lebendiges Kultur- und Veranstaltungszentrum der Stadt.
Im altehrwürdigen Bürgersaal begegnen sich heute Kunst und Bürgertum bei hochkarätigen Konzerten, Liederabenden, Vorträgen und Lesungen. Auch für feierliche Tagungen oder die traditionellen Weihnachtsausstellungen im Advent öffnet das Haus seine Tore. Außerhalb dieser kulturellen Lichtblicke bleibt das Innere des Gebäudes verschlossen – das Alte Rathaus zieht sich dann elegant zurück und überlässt seine beeindruckende Kulisse den bewundernden Blicken der Passanten.

R – Roter Sandstein

Roter Buntsandstein prägt viele Gebäude Miltenbergs. Er stammt aus regionalen Steinbrüchen. Sandstein verleiht der Stadt ihren warmen Farbton. Er ist robust, aber witterungsempfindlich. Viele Portale, Sockel und Mauern bestehen aus diesem Material. Sandstein ist das erdige Gedächtnis der Stadt.

S – Schnatterloch

Das Schnatterloch ist der historische Marktplatz Miltenbergs und gilt als eines der berühmtesten Fachwerk Ensemble Deutschlands. Die Häuser rund um den Platz stehen wie eine kleine Chronik aus Holz und Sandstein, sorgfältig gefügt und über Jahrhunderte gewachsen. Der Marktbrunnen von 1583, mit seinem reich verzierten Buntsandstein und der Renaissance Form, bildet das Herz des Platzes und war über lange Zeit Wasserquelle, Treffpunkt und Zeichen städtischer Selbstbehauptung.
Der Schnatterlochturm und der Torbogen rahmen den Platz wie ein Portal, durch das die Stadt sich selbst zeigt – mit Geschichte, mit Alltag, mit einer Spur von Festlichkeit. Der Platz war über Jahrhunderte Bühne für Märkte, Gespräche, Handel und Begegnungen; sein Name spielt möglicherweise auf das lebendige Stimmengewirr an, das hier einst täglich zu hören war. Wer heute am Schnatterloch steht, spürt, dass dieser Ort nicht nur ein Marktplatz ist, sondern ein Symbol Miltenbergs: offen, geschichtet, erzählfreudig und von einer Schönheit, die sich nicht aufdrängt, sondern einlädt.

T – Turm der Mainbrücke

Der Brückenturm erinnert an die historische Bedeutung des Mainübergangs. Die 1900 erbaute Brücke wurde 1945 zerstört und später neu errichtet. Der Turm blieb erhalten und prägt das Stadtpanorama. Er steht für Handel und Verkehr. Der Mainübergang war stets Lebensader der Region. Der Turm ist ein steinernes Auge über dem Fluss.

U – Unteres Tor (Mainzer Tor)

Das Untere Tor (1379 erstmals genannt) markiert den Zugang zur Altstadt vom Main und der Mud her. Es gehört zur mittelalterlichen Befestigung. Früher kontrollierte man hier Waren und Reisende. Heute ist es ein symbolischer Übergang. Wer hindurchgeht, spürt die Verdichtung des Raums. Das Tor ist eine Schwelle zwischen Wasser und Geschichte.

U – Urnenfelderzeit

Wohl um 1200 vor Christus errichteten Menschen der Urnenfelderzeit die ersten Fliehburgen auf den Bergkuppen über Miltenberg und Bürgstadt, die noch heute als Ringwall am Greinberg oberhalb der Stadt Miltenberg und auf dem Bürgstädter Berg (Wannenberg) zu sehen sind. Diese Fliehburgen wurden lange genutzt und Spuren bleiben dem Wanderer nicht verborgen.

V – Viehmarkt

Miltenberg war über Jahrhunderte Marktstadt. Viehmärkte prägten das wirtschaftliche Leben. Händler aus der Region kamen hier zusammen. Die Märkte strukturierten den Jahreslauf. Heute existieren sie nicht mehr, doch die Erinnerung bleibt. Der Viehmarkt war ein früher Puls aus Hufen und Stimmen.


W – Wein, Bier und Genusskultur

Miltenberg verbindet fränkische Weintradition mit regionaler Braukultur. Die Brauerei Faust ist ein bedeutendes Beispiel. Gasthäuser und Weinstuben knüpfen an alte Ausschanktraditionen an. Genusskultur ist historisch gewachsen. Sie prägt Feste, Alltag und Gastlichkeit. Sie ist die flüssige Chronik der Stadt.

X – Xylophon der Dächer (Metapher)

Die Dachlandschaft der Altstadt wirkt von oben wie ein rhythmisches Muster. Schiefer und Ziegel bilden ein visuelles Klangbild. Die Dächer folgen dem mittelalterlichen Stadtgrundriss. Höhen und Neigungen variieren. Das Xylophon ist ein poetisches Bild, aber die Dachlandschaft ist real. Sie macht die Stadt von oben hörbar.

Y – Yin und Yang der Stadt (Metapher)

Miltenberg lebt vom Gleichgewicht zwischen Fluss und Hang. Unten der Main, oben der Wald. Dazwischen die Altstadt. Handel und Stille ergänzen sich. Geschichte und Gegenwart fließen ineinander. Das Bild ist poetisch, aber die Balance ist real.

Z – Zeitspuren

Miltenberg zeigt sichtbare Schichten der Geschichte. Fachwerk, Sandstein, Barock und Moderne stehen nebeneinander. Jede Epoche hat Zeichen hinterlassen. Diese Überlagerung macht den Reiz der Stadt aus. Wer aufmerksam geht, liest wie in einem Geschichtsbuch. Zeitspuren sind feine Risse, durch die die Vergangenheit atmet.

Roland Schönmüller

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

SeniorenAnzeige

SOMMERFEST 2026
Salate, Steaks und Schunkelmusik 🥗🥩🪗

Unser Sommerfest war lauschig und lecker. Alle Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen haben sich im Garten bei schönstem Sonnenschein versammelt, der Musik gelauscht und Köstliches vom Grill geschmaust. Danke an alle für den Einsatz, sowohl hinter den Kulissen als auch in der Schunkelkette. 😊 #seniorenwohnstifterlenbach #pflege #erlenbachammain #sommerfest #grillen

Beruf & AusbildungAnzeige
4 Bilder

Über uns
Unser Team, unsere Leistungen und unsere Werte: Das ist WIRL

Über uns, unsere Leistungen und unser Team: Das ist WIRL Elektrotechnik Hinter jeder erfolgreichen technischen Lösung stehen Menschen, die mitdenken, anpacken und gemeinsam neue Ideen entwickeln. Genau das macht WIRL Elektrotechnik aus. In unserem neuen Unternehmensvideo und den begleitenden Bildern zeigen wir, wer wir sind, was wir machen und warum Teamarbeit für uns weit mehr bedeutet als nur ein Wort. Dabei geben wir Einblicke in unseren Arbeitsalltag, stellen unsere Geschäftsführung vor und...

Bauen & WohnenAnzeige

Kundenstimme
Warum Vertrauen bei der Vermietung den Unterschied macht

Wohnung erfolgreich vermietet. So haben wir gemeinsam den richtigen Weg gefunden. Wer eine Wohnung vermieten möchte, wünscht sich vor allem eines: zuverlässige Mieter und einen unkomplizierten Ablauf. Doch genau dieser Weg bringt oft viele Fragen mit sich. Wie findet man den passenden Mieter? Welche Unterlagen sind wichtig? Und worauf sollte man bei der Auswahl achten? Eine erfolgreiche Vermietung besteht aus weit mehr als einer Anzeige im Internet. Sie lebt von einer sorgfältigen Vorbereitung,...

Auto & Co.Anzeige
0:40

Hyundai Spitznamen
So nennen wir unsere Hyundai Modelle

Hyundai Spitznamen im Autohaus Bieger: So nennen wir unsere Hyundai Modelle Jedes Auto hat seinen eigenen CharakterWer viel Zeit mit Autos verbringt, weiß: Manche Modelle entwickeln mit der Zeit ihren ganz eigenen Charakter. Und genau deshalb haben einige Fahrzeuge bei uns im Autohaus Bieger in Elsenfeld längst einen ganz besonderen Spitznamen bekommen. In unserem neuen YouTube Short zeigen wir euch mit einem Augenzwinkern, wie wir intern über verschiedene Hyundai Modelle sprechen. Denn...

Bauen & WohnenAnzeige
1:04

Immobilienbewertung
Warum Fenster mehr verraten als viele denken

Den Zustand einer Immobilie erkennen. Warum Fenster mehr verraten als viele denken. Wer eine Immobilie besichtigt, achtet häufig zuerst auf den Grundriss, die Raumgröße oder die Einrichtung. Doch der tatsächliche Zustand eines Hauses oder einer Wohnung zeigt sich oft in den kleinen Details. Gerade Fenster können viel darüber verraten, wie gut eine Immobilie gepflegt wurde und ob in den kommenden Jahren größere Investitionen zu erwarten sind. In unserem aktuellen Reel zeigt Matthias Wimmer,...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.