Bildergalerie und Essay
Fast wie im Paradies ...

Geheimtipp in der Region: Breitenbuch im Odenwald.
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... ein Besuch in und um Breitenbuch, dem höchstgelegenen Ort  (512 Meter über dem Meeresspiegel) im Bayerischen Odenwald und im Landkreis Miltenberg lohnt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit. 

Sehen  Sie - liebe Leserin und lieber Leser - anbei einige Impressionen vom 11. September 2021.

Der Kirchzeller Ortsteil Breitenbuch zählt in der Gegenwart rund 130 Einwohner und ist noch landwirtschaftlich geprägt.

Der schmucke Ort liegt nicht nur am äußersten, südwestlichen Zipfel des Landkreises Miltenberg, sondern ist gleichzeitig auch sein oberster Dachfirst:

Mit etwa 500 Metern über Normalnull grüßt es als höchstgelegene Siedlung des bayerischen Odenwaldes.

Unweit des Ortes befinden sich auf einem Höhen-Riedel die sogenannten "Drei Seen“, ein Geheimtipp für Naturfreunde und Wanderer.

Breitenbuch ist heute ein Ortsteil des Marktes Kirchzell in Unterfranken.

Geographisch gesehen liegt das Kirchdorf  im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mitten im Odenwald nahe der Watterbacher Gemarkung.

Breitenbuch selbst stellt das sogenannte „Dach des Landkreises Miltenberg" dar.

Mit 512 Metern über dem Meeresspiegel ist Breitenbuch der höchstgelegene Ort in diesem bayerischen Landkreis. Der Ort ist - unschwer zu erkennen - noch gegenwärtig landwirtschaftlich geprägt und zählt etwa 130 Einwohner.

Gibt es hier besondere Sehenswürdigkeiten?

Auffallend sind zunächst die liebevoll gepflegten Häuser und Gärten.  Faszinierend ist die grüne, weite Flur ringsum.  Die Kirche "St. Anna" aus dem Ende des 19. Jahrhunderts lädt zu einem Besuch und inneren Verweilen ein.

Dorfbrunnen und Quellenhäuschen sind weitere kleine Attraktionen im Dorfzentrum. Flurkreuze in der näheren Umgebung sind Zeichen der Volksfrömmigkeit der hiesigen Bevölkerung.

Die Hainbuche in Breitenbuch ist nicht mehr. An ihrer Stelle wurde ein neue Buche gepflanzt. Ein Sitzgruppe lädt zum Verweilen ein.

Das einstige Wahrzeichen Breitenbach war wohl rund vierhundert Jahre alt und eine Hainbuche.

Die Einheimischen nannten sie in ihrem Dialekt im Dialekt „die Houbuche“.

Sie galt als schönstes Exemplar ihrer Art im Odenwald und hatte einen Stammumfang von etwa fünf Metern. Der Kronendurchmesser betrug über 20 m.

Fast zwei Kilometer nördlich von Breitenbuch trifft man auf den einstigen Grenzverlauf des Neckar-Odenwald-Limes.

Westlich des Dorfes kann man den Platz des ehemaligen Kastells Würzberg besichtigen.

Dort gab es ein römisches Numeruskastell sowie das dazugehörige heute noch gut erhaltene Kastellbad.

Ein Blick in die Geschichte:

Breitenbuch wird erstmals im Urbar der Benediktinerabtei Amorbach im Jahr 1395 erwähnt. Dort heißt es auf Blatt 62:

„Item iglichsz Husze in dem obgeschrieben Dorffe Breidenbuch do Lute inne wonen, geit auch ein Summer Zollhabern.“

Da im Jahr 1272 Ulrich von Dürn die Stadt Amorbach mit der Vogtei über das Kloster an den Erzbischof Werner von Mainz verkauft hatte und die weltliche Hoheit an das Erzstift Mainz übergegangen, die kirchliche Hoheit aber beim Bischof von Würzburg geblieben war, gehörte Breitenbuch zu diesem Zeitpunkt weltlich zu Mainz.

Erst im Jahr 1656 kam es nach einem Vertrag zwischen den Hochstiften Würzburg und Mainz über Gebietsbereinigungen auch kirchlich zum Erzstift Mainz.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde die Abtei säkularisiert und Breitenbuch kam somit in den Besitz der Fürsten zu Leiningen.

Aus dem Leiningenschen Archiv ist aus dem Jahr 1806 eine Zustandsbeschreibung des Ortes erhalten. Demnach hatte der Ort damals

„14 Nachbarn, 10 geschlossene Höfe, 14 Söldner, 4 Beisaßen, 1 Tolerierten, keine gefreyten oder adelige Güter-Besitzer. Der Ort hat überhaupt 150 Morgen Acker, 5 Morgen Gärten, 10 Morgen Wiesen, 15 Morgen Heumathen, 164 Morgen Wald.“

Nach den Wirren der Napoleonischen Kriege wurde das Fürstentum mediatisiert, und so gelangte Breitenbuch schließlich im Jahr 1816 zum Königreich Bayern.

Breitenbuch bildete mit Watterbach und Dörnbach die Gemeinde Watterbach. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge einer Gebietsreform die Gemeinde Watterbach aufgelöst. Die drei Ortschaften sind seitdem Teile des Marktes Kirchzell.

In Breitenbach gibt es zwei Vereine:

  • die Freiwillige Feuerwehr Breitenbuch (seit 1895) sowie
  • den Musikverein Watterbach-Breitenbuch (seit 1970).

Die „Remmschüh“

Im Gemeindegebiet wurde früher viel Holz eingeschlagen.

Um die gefällten Baumstämme mit Transportwagen sicher ins Tal zu bringen, musste mit Hilfe von sogenannten „Rämmschuhen“ gebremst werden, damit die Last nicht außer Kontrolle geriet.

Davon leitet sich der in den Nachbardörfern gebräuchliche mundartliche Ortsneckname Remmschüh für die Breitenbücher ab.

Sommer der Kindheit in Breitenbuch  - literarisch berühmt geworden

In ihrer Erzählung „Eine Dorfgeschichte“ entwirft die Schriftstellerin Katharina Hacker (* 1967 in Frankfurt am Main) ein besonderes Charakterbild dieses Odenwalddörfchens, in dem sie in ihrer Kindheit die Sommer verbrachte.

Zum Inhalt:

Ein Dorf im Odenwald, ein Kind, das mit seinen Brüdern, Eltern und Großeltern dort die Sommer verbringt. Doch diese äußerlich noch unversehrte Welt der Sicherheit und stillen Schönheit ist von feinen Rissen durchzogen, aus denen Ängste und Träume steigen. Unheimlich sind die Keller unter den Häusern, das »Teufelsgrab« am Ortsrand, der dunkle Wald, durch den der Jäger geht. Unverständlich sind die Gebräuche und Gespräche der Erwachsenen. Und auch die eigene Familiengeschichte führt tief in eine Zeit der Vertreibung und des Schreckens, wenn die Großmutter erzählt.
Katharina Hackers behutsame und eindringliche »Dorfgeschichte« hat ihren ganz eigenen Ton. In der dichten Darstellung der kleinen Welt des Dorfes stellt diese Autorin die Frage nach den großen Dingen – nach Geborgenheit und Einsamkeit, nach Liebe, dem Leben und dem Tod.

Die drei Seen bei Breitenbuch

Das rund vierzig Hektar große Flora-Fauna-Habitat-Arreal „Drei Seen im oberen Breitenbachtal bei Breitenbuch“ liegt in der Gemeinde Kirchzell östlich der Gemeinde Bullau (Hessen / Landkreis Odenwaldkreis) und westlich von Breitenbuch im Landkreis Miltenberg.

Das FFH-Gebiet liegt vollständig im Naturpark „Bayerischer Odenwald“ sowie im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet „LSG-00562.01“.

Naturräumlich wird das Gebiet der Naturraum-Untereinheit „Sandsteinodenwald“ zugeordnet und gehört zur Naturraum-Haupteinheit „Odenwald, Spessart und Südrhön“

Das Gebiet befindet sich im Vorkommen des Buntsandsteins. Der Großteil des Gebiets befindet sich dabei im Oberen Buntsandstein.

Ein kleinerer Teil im Süden des FFH-Gebiets liegt geologisch im Mittleren Buntsandstein.

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,2°C, die mittlere Jahresniederschlagssumme 955 mm (PIK 2009).

Die Niederschlagsmengen sind im Frühsommer und Winter am höchsten. Im Frühjahr und Herbst nehmen die Niederschlagsmengen ab.

Durch die leichte Tallage, den umgebenden Forst und die Teiche ergibt sich eine klimatische Pufferwirkung, wodurch das standörtliche Mikroklima im Tagesverlauf geringere Temperaturschwankungen aufweisen kann.

Ohne den Einfluss des Menschen wäre das Gebiet bewaldet. Die potentiell natürliche Vegetation im Gebiet der drei Seen im oberen Breitenbachtal bei Breitenbuch ist der typische Hainsimsen-Buchenwald.

Im Gebiet dominiert allerdings forstlich bedingt ein dichter Fichten-Nadelwald mit einer Beimischung der Wald-Kiefer.

Durch die Schaffung der Seen sind anthropogen bedingte Sonderbiotope entstanden, welche das Gebiet durch vielfältige Lebensräume bereichern.

Ein kleiner Teil des Gebiets (ca. 1,3 ha) im Nordosten ist durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung geprägt.

Hier finden sich eine Acker- und eine intensiv genutzte, artenarme Grünland-Parzelle.

Wegen der künstlichen Anlage und der geringen Wassertiefe wird unter Fachleuten nicht der Begriff „Seen“, sondern „Teiche“ verwendet.

Weitere Bilder und Informationen folgen!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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