Was ich heute kann besorgen ... Prokrastination

Was ich heute kann besorgen ... das mach ich morgen. Oder in zwei Wochen ... Immer auf den letzten Drücker: Wer eine Arbeit wieder und wieder aufschiebt, der prokrastiniert. (Lateinisch procrastinare „vertagen“ Zusammensetzung aus pro „für“ und cras „morgen“)

To-do-Listen sind toll! So organisiert und so aufgeräumt. Irgendwie auch motivierend, ist etwas von der Liste erledigt, kann man einen Haken dahinter setzen. Läuft. Oder auch nicht. Die ganze Sache hat nämlich auch einen Haken, denn solche Listen werden gerne länger, ohne dass die Dinge darauf tatsächlich zeitnah erledigt werden. Und das ist ganz und gar nicht motivierend, sondern im Gegenteil – frustrierend. Eine Aufgabe zu verschieben ist einfacher, als eine Aufgabe zu erledigen. Ausreden dafür sind schnell gefunden. Spitzenreiter sind „Unter Druck arbeite ich besser“ und „Bevor ich damit anfange, muss ich erst noch …“.

Zu den typischen Aufschiebern gehören keinesfalls nur Schüler oder Studenten, Menschen aus allen Berufsgruppen sind davon betroffen. Oft ist es eine Kombination aus Überforderung und genügend Zeit bis die Aufgabe erledigt sein muss, die Prokrastination fördert.

Aufschieber gehören meist zu einer dieser beiden Gruppen: Zu denen, die Druck brauchen, um sich zu konzentrieren und deswegen erst kurz vor Schluss anfangen oder zu denen, die Angst haben, zu versagen und aus diesem Grund erst gar nicht beginnen. In jedem Fall ist das Auf- und Vorsichherschieben von Aufgaben, egal ob es sich um etwas Schriftliches oder einen dringenden Arztbesuch handelt, eine immense Stressquelle. Obwohl man etwas Unangenehmes ja erst mal nicht erledigt, ist es ständig in den Gedanken, da es schließlich noch erledigt werden muss.

Ich muss noch schnell …

… den Schreibtisch aufräumen, mein Zimmer entrümpeln und Nachrichten bei facebook checken, denn alles ist besser, als endlich mit der unliebsamen Arbeit anzufangen. Wer so denkt und sich damit ständig in Hektik oder sogar Schwierigkeiten bringt, der sollte unbedingt etwas ändern. Wenn die Prioritäten erst mal anders gesetzt sind, ist das auch gar nicht so schwer. Was ist wirklich wichtig, was nicht so sehr? Was kann von der To-do-Liste auf die Was-solls-Liste? Klar könnten die Balkonmöbel mal wieder einen neuen Anstrich vertragen, aber mal ehrlich: Reicht das nicht auch noch im Frühjahr? Vor allem wenn die Deadline in zwei Tagen bevorsteht oder die Bewerbungsfrist gerade abläuft? Doch!

Tipps gegen Prokrastination:

Nicht abwarten. Der richtige Moment kommt vielleicht nie. Es ist sinnlos darauf zu warten, in der richtigen Stimmung zu sein. 

Aufgaben mit hoher Priorität immer zuerst erledigen. 

Mit dem Unangenehmsten beginnen. Das ist meist genau das, was man am liebsten vor sich herschiebt. Es ist ein wunderbares Gefühl, es erledigt zu wissen und den Rest des Tages nicht mehr daran zu denken.

Realistische Ziele setzen. Der Anblick zu vieler zu erledigender Aufgaben überfordert.
Einen Zeitpunkt festlegen. Wann fange ich an? Genau auf die Minute beginnen, keine 5 Minuten später.

Sich selbst eine Deadline festlegen. Bis wann soll die Aufgabe erledigt sein? Ein geringer Zeitdruck fördert effektives Arbeiten und schützt vor „Ich-muss-nur-noch-schnell-Aktionen“.
 
Produktive Hochphasen zum Arbeiten nutzen. Jeder Mensch hat seine persönlichen Tageszeiten, ob morgens oder abends, um sich am besten konzentrieren zu können.

Ein aufgeräumter Schreibtisch und geordnete Unterlagen helfen, den Überblick zu behalten und nichts anderes anzufangen.
 
Erfolgserlebnisse schaffen! Größere Aufgaben scheibchenweise abarbeiten, so wirkt das Ganze nicht unüberwindbar und Teilaufgaben dürfen abgehakt werden.
 
Nicht ablenken lassen. Telefone auf stumm schalten und wenn möglich offline gehen. Ungeplante Unterbrechungen schaden der Produktivität.

Pausen einlegen und feste Erholungszeiten einplanen.

Sich belohnen! Kleine Belohnungen schaffen Motivation.

Die gute Nachricht: Ein anderes Arbeitsverhalten ohne lästiges Aufschieben ist erlernbar und kann Routine werden, sobald es einige Male praktiziert wurde.

Hilfe suchen

Verschlimmert sich die Aufschiebe-Haltung oder tritt sie gemeinsam mit einer Depression auf ist es hilfreich, wenn Betroffene sich psychotherapeutische Beratung suchen.

Aufschieben und Depression können sich gegenseitig noch verstärken. Klappt nichts mehr, kommt die Depression und wegen der Depression klappt nichts mehr.Um aus dem ungesunden Kreislauf herauszukommen, sollte man sich unbedingt Unterstützung holen.

Autor:

meine-news.de Redaktion aus Miltenberg

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