Miltenberg, gemeinsam neu denken
"Das digitale Rathaus“ - ein Wunschgedanke oder mehr?

Bürgermeister Jürgen Reinhard (rechts) erklärt und demonstriert die Digitalisierung im Rathaus Biedernberg.
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  • Bürgermeister Jürgen Reinhard (rechts) erklärt und demonstriert die Digitalisierung im Rathaus Biedernberg.
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Miltenberg. Unser Leben wird immer mehr von der Digitalisierung beherrscht und beeinträchtigt. Ob uns das gefällt oder nicht, dies wird zunehmend nicht mehr vom Einzelnen bestimmt. In Zeiten der Politikverdrossenheit ist es gerade für die Kommunen mit ihren oft beträchtlichen Verwaltungsapparaten ein Muß, sich dieser Tatsache zu stellen. Ohne Zweifel hat die Digitalisierung ihre Vorteile. Etwa dass der Bürger schnell, überall und jederzeit angesprochen und informiert werden kann. Auch wird die Bürgerbeteiligung dadurch erheblich einfacher. Aber, sie birgt auch nicht unerhebliche Risiken, etwa das des Persönlichkeitsschutzes vor dem Hintergrund der strengen Vorschriften des Datenschutzgesetzes.

Die Stadt Miltenberg muß sich umgehend auf den Weg machen, eine Strategie, ein Leitbild zur Digitalisierung zu entwerfen. Schon seit Jahren wird dieses Thema in Miltenberg diskutiert, Stadtrat und Verwaltung haben sich damit beschäftigt. Die Ergebnisse bis heute : Miltenberg steht noch ganz am Anfang. Die Umstellung von einer konventionellen kommunalen Verwaltung auf eine digitalisierte Verwaltung erfordert ein ganzheitliches Wollen aller Beteiligten und den Mut, unerschrocken Neuland zu betreten. Dabei gibt es heute schon Gemeinden im Landkreis Miltenberg, die diesen Weg seit Längerem mit Erfolg beschreiten.

Bürgermeisterkandidat Bernd Kahlert informiert sich in Niedernberg:
Eine dieser Kommunen ist die Gemeinde Niedernberg. Um einmal aus erster Hand zu erfahren, welche Vorteile eine Kommune durch die Digitalisierung nutzen kann, besuchte der CSU-Bürgermeisterkandidat von Miltenberg, Bernd Kahlert, am vergangenen Wochenende das Rathaus in Niedernberg. Bürgermeister Jürgen Reinhard gab, unterstützt durch eine kompetente Mitarbeiterin, gerne und umfassende Auskunft.

Prozesse der digitalisierten Information und Kommunikation:
Schon seit 2012 beschreitet die Verwaltung der Gemeinde Niedernberg neue  Wege, um Arbeitsabläufe, Sachbearbeitung, Arbeitsprozesse, ja sogar das ganze Sitzungswesen mit Einladungen und Protokollierungen mit Hilfe der Digitalisierung zu verbessern und zu beschleunigen. So hat der Bürger „rund um die Uhr“ den Vorteil, Informationen von seiner Gemeinde abzurufen. Für den Bürger entfallen oft zeitaufwändige Wege zum Rathaus. Dabei wird die Transparenz der Verwaltung erhöht, da die Bearbeitungsschritte für den Bürger besser erkennbar sind. Die Gemeinde Niedernberg hat zum Beispiel das gesamte Vordruck- und Formularwesen online gestellt. Und, so Bürgermeister Reinhard, werden durch die elektronischen und automatisierten Abläufe Zeit und Geld gespart. Beispielhaft nannte er die oft umständlichen und zeitaufwändigen Haushaltsberatungen. Früher musste jedem Mitglied des Gemeinderates rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen ein dick gebundener Haushaltplan zugestellt werden. Heute gibt es keine Papierstapel mehr, heute informiert sich das Gemeinderatsmitglied per online. Und was die Geheimhaltung anbelangt, nicht jeder Besucher auf der Homepage ist für alle Informationen freigeschaltet. Ein weiteres Beispiel nannte Bürgermeister Reinhard in Bezug auf die Informationsmöglichkeiten: alle Projekte und finanziellen Maßnahmen ab 5.000 Euro sind, aufgeteilt nach Haushaltsjahren von 2020 bis 2023, per Online abrufbar. Gleichgültig ob die Anschaffung eines Rechners oder die Schlussrechnung für Malerarbeiten, oder Kosten für Baulandumlegung mit den dazu notwendigen Käufen und Verkäufen an Grundstücken, jedes Mal ist der Bürger nur „einen Klick“ von diesen Infos entfernt.

Bernhard Setzer

Autor:

Bernhard Setzer aus Breitendiel

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