Ein Wörther mit Durchblick

Matthias Schusser mit seinem Projekt bei Jugend forscht
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  • Matthias Schusser mit seinem Projekt bei Jugend forscht
  • Foto: © Wacker Chemie AG
  • hochgeladen von Thomas Poppe

Während andere Jugendliche beim Schulbank-Drücken verträumt aus dem Fenster schauen, kommen Matthias Schusser großartige Idee, wie man diese Fenster revolutionieren könnte. Der 18-jährige Wörther beeindruckt seit frühester Kindheit mit seinem Gespür für Technik und hat jetzt bei „Jugend forscht“ in München auch Fachleute von seinem Talent überzeugt. Wir stellen Ihnen heute den smarten jungen Mann und seine Ideen vor.

Kabel statt Kinderspielzeug

Das Interesse an Technik ist für den Wörther eine Selbstverständlichkeit. „Das habe ich, seit ich denken kann“, erzählt er. Die normalen Spielsachen landeten in der Ecke, stattdessen gab es Gartenpumpe, Schläuche, Glühbirnen und Kabel, um Matthias bei Laune zu halten. In der zweiten Klasse fing er an, die kaputten Elektrogeräte der Mitschüler einzusammeln und zu reparieren. Beim Bulldog-Treffen in Trennfurt fand er dann zu seiner großen Leidenschaft: den Dampf­maschinen. Kein Wunder, dass die Lieblingsfächer nicht Musik, Geschichte und Erdkunde, sondern Chemie, Mathe und Physik sind.

Idee kam beim Umbau

Beim W-Seminar „Baustoffchemie“ auf dem Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach wuchs die Idee zum Projekt. Während im Zuge der Schul­renovierung die Fenster getauscht wurden, befasste sich Schusser mit der Chemie der Gläser und wie man sie zwischen den Scheiben einsetzen könnte, um Energie und Geld zu sparen. Die Idee: Eine dreifach isolierte Scheibe, gefüllt mit Kohlenstoffdioxid. „Mein kompletter Versuchsaufbau war ein sehr langer Weg, um genau zu sein 1,5 Jahre“, erzählt er und man merkt ihm seine Begeisterung an, wenn er von schlaflosen Nächten berichtet, weil ihm die Lösung für ein Problem fehlte. Neue Rückschläge, neue Lösungen – der 18-Jährige wuchs am Projekt und entwickelte immer mehr Leidenschaft.

Erfolg bei „Jugend forscht“

Nachdem Matthias Bezirkssieger bei „Jugend forscht“ wurde, stand der große Landesentscheid in München an. „Von meinen Lehrern bekam ich die Tipps, mich bei den Wettbewerben ,Young Scientist Energy Award‘ und ,Bürger-Energiepreis Unterfranken‘ anzumelden.“ Bei den Vorbereitungen überließ er dann nichts dem Zufall und stellte sogar die Glasscheiben selbst in einem Goldbacher Betrieb her. In einem ansehnlichen und verständlichen Aufbau zeigt Schusser gekonnt, wie die Kohlenstoffscheibe dem Konkurrenten Argon nicht nur das Wasser reicht, sondern bessere Eigenschaften bei günstigerer Herstellung entwickelt. Wärmer im Winter und keine höhere Erhitzung im Sommer sind sein Ergebnis und das begeisterte auch die Jury in München. Platz 3 in der Rubrik „Physik“ und Sonderpreise in der Rubrik „lebendige Wissenschaft“ und „Klimaschutz“ - ein großartiges Ergebnis für den Schüler vom HSG.

Erst mal Abi,
dann geht es weiter!

Natürlich bestärken solche Erfolge den Nachwuchsforscher darin, seinen Weg weiterzugehen. Auch die Familie unterstützt ihn dabei. Zunächst steht mit dem Abitur aber erst mal die Pflicht an und das Projekt pausiert. „Danach würde ich es gern wieder aufnehmen und meine Ergebnisse mit verschiedenen Fensterglasfirmen und -instituten untersuchen, um diesbezüglich genauere Ergebnisse zu erzielen. Vielleicht könnten durch die Erkenntnisse in Zukunft bei der Scheibenherstellung Kosten gespart werden und die Isolationseigenschaften der Fensterscheiben um einiges verbessert werden.“ Auch seine Liebe zu Dampfmaschinen will er vertiefen: „Nach dem Abitur würde ich gern ein Auslandsjahr in England bei einer Dampfkesselfirma absolvieren, um einerseits mein Hobby, die Dampfmaschinen, praktisch im realen Maßstab ausüben zu können und andererseits meine Englischkenntnisse zu verbessern.“ Und dann? Natürlich ein Maschinenbaustudium, was sonst.

So kann man sich jetzt schon ziemlich sicher sein, dass Matthias Schusser ein Name ist, den man künftig noch häufiger im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Projekten und Erfindungen hören wird. Teilweise liegen Ideen schon sechs Jahre in der Schublade und warten darauf, nach dem Studium mit mehr Wissen und Equipment weiterentwickelt zu werden. Vielleicht schauen ja auch Sie in ein paar Jahren durch ein Schusser-Fenster.

Matthias Schusser mit seinem Projekt bei Jugend forscht
Schon als kleines Kind war Schusser begeistert von Technik.

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