Landrat lobt hervorragende Arbeit der Polizei im Landkreis Miltenberg

Hohe Aufklärungsquote in den Inspektionen Miltenberg und Obernburg

„Der Landkreis Miltenberg kann mit vielen Standortvorteilen punkten. Im Landkreis herrscht Vollbeschäftigung, durch die Gesundheitsregionplus wird die Gesundheitsversorgung und -vorsorge auf kommunaler Ebene stetig verbessert, die Breitbandaktivitäten der Kommunen des Landkreises Miltenberg gehen intensiv voran und nach wie vor ist die Sicherheitslage im Landkreis überdurchschnittlich hoch.“ Dieses Resümee hat Landrat Jens Marco Scherf nach dem Sicherheitsgespräch mit den Leitern der Polizeiinspektionen Obernburg und Miltenberg, Polizeioberrat Manuel Rösch und Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Wenzel, in der vergangenen Woche gezogen.

Das jährliche Sicherheitsgespräch dient dem Austausch und der Erläuterung der Sicherheitslage im Landkreis. Dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Landratsamt außergewöhnlich gut sei, äußerten übereinstimmend sowohl der Landrat als auch die Polizeivertreter. Eine Aufklärungsquote von 73 Prozent ist hierbei nur eine von vielen Erfolgsmeldungen des letzten Jahres.

Ein Wermutstropfen ist der Anstieg der Verkehrsunfälle um 3,53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erklärbar ist diese Entwicklung durch die stetig steigende Anzahl der Zulassungen. Dieser Trend setzt sich unterfranken- und bayernweit fort. Leider konnte trotz aller Bemühungen auch die Zahl der sogenannten Kleinunfälle – hier vor allem der Wildunfälle –, nicht verringert werden. Erfreulicherweise ist die Zahl der Verletzten leicht gesunken. Mit drei Menschen starben sieben weniger als im Vorjahr, wobei jeder Verkehrstote einer zu viel ist. Die Anzahl der Verletzten stieg um 3,17 Prozent auf 521. Nicht überhöhte Geschwindigkeit ist hierbei die häufigste Unfallursache, sondern nicht angepasste Geschwindigkeit, am häufigsten spielen die Witterungsverhältnisse eine Rolle.

Bedauerlicherweise ist die Anzahl der Alkoholunfälle trotz vielfältiger Aufklärungsmaßnahmen und Kontrollen um 6,82 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Fahrradunfälle und der Verletzten nahm zu. Diese Entwicklung ist erklärbar durch die an sich erfreuliche Entwicklung, dass immer mehr Menschen auch über längere Strecken das Fahrrad nutzen und der Fahrradtourismus im Landkreis zunimmt. Allerdings sind gerade bei Stürzen meist erhebliche Verletzungen die Folge. Das Tragen eines Fahrradhelmes wird daher dringend empfohlen. Die Beteiligung älterer Verkehrsteilnehmer an Unfällen blieb gleich, obwohl der Anteil von Verkehrsteilnehmern im Alter von 65 und mehr Jahren zunimmt.

Niedrigste Kriminalitätsbelastung in Bayern

Im Jahr 2015 konnte die Aufklärungsquote nochmals gesteigert werden und liegt damit bei sehr guten 73 Prozent. Die Gesamtzahl der Straftaten ist 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut um drei Prozent gesunken. Im Landkreis Miltenberg lag die Pro-Kopf-Kriminalitätsbelastung etwa 35 Prozent niedriger als im restlichen Unterfranken, das neben dem Regierungsbezirk Schwaben die niedrigste Kriminalitätsbelastung in Bayern aufweist. Die Zahl der Straftaten ging um 126 auf 4031 zurück. 27,6 Prozent aller Straftaten waren Diebstahlsdelikte, deren Zahl jedoch leicht abgenommen hat. Auf sonstige Straftaten wie Beleidigungen, Sachbeschädigungen und Hausfriedensbruch entfallen 26,7 Prozent, gefolgt von Rohheits- und Raubdelikten mit 17,7 und Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 16,9 Prozent.
Die hohen Aufklärungsquoten sind laut Auskunft der Polizei auch auf die konsequente Ausnutzung der rechtlichen Möglichkeit zur Entnahme von DNA-Proben und zur Durchführung erkennungsdienstlicher Behandlungen zurückzuführen. Beides sind Bestandteile einer qualitativ hochwertigen Sachbearbeitung und entfalten zudem präventive Wirkung.
Etwa jeder siebte Tatverdächtige stand zum Zeitpunkt der Tat unter Alkoholeinfluss. Dieser Anteil ist bei allen Altersgruppen, insbesondere bei den unter 21-Jährigen, im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, weiterhin auf die Überwachung der Jugendschutzvorschriften sehr großen Wert zu legen.

Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen vordringlich

Wie die Leiter der Polizeiinspektionen Miltenberg und Obernburg betonten, gehörten zu den herausragenden Aufgaben der Polizei die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität. Im Jahr 2015 gab es in diesem Bereich sogar eine leichte Steigerung. Größter Wert müsse daher weiterhin auf die Sensibilisierung der Bevölkerung und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Sicherung von Wohnungseigentum gelegt werden.

Asylsuchende und Flüchtlinge

Im Jahr 2015 führten Kriege und Krisen, wirtschaftliche Not und Hunger zu einem anhaltendem Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchenden Richtung Europa und insbesondere Deutschland. Die Bewältigung der Flüchtlingssituation stellt eine große Herausforderung auch für die Polizei und die verantwortlichen Behörden dar und ist nur durch eine enge und frühzeitige Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen sowie eine konsequente und zielgerichtete Informationssteuerung zu erreichen. Für den Landkreis Miltenberg waren im Januar 2015 23 Unterkünfte mit 448 Bewohnern erfasst, im Dezember 2015 hingegen bereits 36 Unterkünfte mit 1056 Bewohnern. Dazu kamen 82 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Vergleich der letzten beiden Jahre ist festzustellen, dass der Anteil der Zuwanderer an den Tatverdächtigen im Landkreis Miltenberg 1,7 Prozent betrug, ihr Anteil an den geklärten Delikten liegt bei rund 2,7 Prozent. Im Jahr 2015 waren es 2,6 Prozent der Tatverdächtigen und 2,3 Prozent der Straftaten. Dabei handelte es sich in 35,8 Prozent der Fälle um einfachen Diebstahl und bei 16,4 Prozent um einfache Körperverletzung, die hauptsächlich aus Streitigkeiten unter Flüchtlingen, bedingt unter anderem durch räumliche Enge und interkulturelle Belegung in den Unterkünften, resultierte. Es kann also festgehalten werden, dass der Anstieg der Flüchtlingszahlen in keiner Relation zum Anstieg der Straftaten steht und die diesbezüglichen Ängste unbegründet sind.

Landrat Jens Marco Scherf dankte der Polizei für die geleistete Arbeit und das ausgezeichnete Ergebnis.

Autor:

Landratsamt Miltenberg aus Miltenberg

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