Bürgerpreis 2026: So vielfältig ist Ehrenamt
Sieben Projekte aus dem Landkreis Miltenberg werden für ihr Engagement ausgezeichnet
- Die Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Initiativen mit Sparkassen-Vorstandsmitglied Simon Eifert und stellvertretendem Landrat Ralf Reichwein bei der Bürgerpreisverleihung 2026.
- hochgeladen von Marlene Deß
Ehrenamt kann neue Kulturangebote schaffen, Inklusion ermöglichen, Natur und Tiere schützen oder Menschen im Alltag begleiten. Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigen sieben ausgezeichnete Projekte. Verliehen wurden die Preise am Montagabend, 28. September 2026, im Panoramasaal der Sparkasse in der Miltenberger Mainstraße.
Der Bürgerpreis wird alle zwei Jahre vom Landkreis Miltenberg und der Gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg ausgelobt. 29 Bewerbungen lagen der Jury in diesem Jahr vor. Fünf Projekte erhielten je 1000 Euro, zwei den mit 2500 Euro dotierten Sonderpreis „Demografischen Wandel gestalten“. Zusätzlich gab es einen Publikumspreis über 1000 Euro.
Sparkassen-Vorstandsmitglied Simon Eifert begrüßte die Gäste und führte durch den Abend. In seiner Begrüßung griff er ein Zitat von Curt Goetz auf:
„Wie schön wäre die Welt, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt.“
Die Preisträger hätten nicht darauf gewartet, dass jemand anderes anfängt. Sie hätten gesagt:
„Dann machen wir es eben.“
Ralf Reichwein, der Landrat Björn Bartels vertrat und selbst der Jury angehörte, betonte die schwierige Auswahl:
„Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir am liebsten alle 29 Projekte ausgezeichnet.“
Die Projekte seien sehr unterschiedlich, hätten aber eines gemeinsam:
„Sie bewirken ganz konkret etwas vor Ort.“
Die Preisträger
Das Kulturkollektiv Obernburg, vorgestellt von Harald Müller und Lena Giegerich, möchte neue kulturelle Angebote schaffen und gleichzeitig Bewährtes erhalten. Der Verein besteht erst seit zwei Jahren, hat aber bereits 101 Mitglieder und rund 30 Projekte umgesetzt.
Bei den Malteser Therapiebegleithunden erläuterte Simone Ingrisch, wie die Teams in Senioren- und Behinderteneinrichtungen, Kinderheimen, Palliativstationen und Hospizen zum Einsatz kommen. Die Hunde werden dabei in den Alltag oder die pädagogische Arbeit einbezogen und können Freude, Trost und Nähe spenden.
Horst Heuß stellte den inklusiven Spielplatz des TV Trennfurt vor. Rund 70 Helfer bauten ihn zwischen Mai und September mit 2700 ehrenamtlichen Stunden. Entstanden ist ein Spielplatz, der Kindern mit und ohne Einschränkungen offensteht.
Bei „Landschaftspflege After Work“ von Bund Naturschutz und Landschaftspflegeverband treffen sich Freiwillige regelmäßig zur Pflege von Wiesenflächen. Dr. Christoph Parsch betonte den unkomplizierten Zugang: Mitmachen könne man regelmäßig oder auch nur einmal.
Sonderpreis und Publikumspreis
Das Tiergehege Elsavapark ist Lebenshof sowie Begegnungs- und Lernort. Alexandra Stockinger berichtete, dass die Tiere an 365 Tagen im Jahr versorgt werden müssen. 2025 kamen allein für die Grundversorgung 3696 ehrenamtliche Stunden zusammen. Beim Publikumspreis erhielt das Tiergehege die meisten Stimmen.
Den Sonderpreis „Demografischen Wandel gestalten“ erhielten der Gute-Laune-Treff Großheubach und der Sozialkreis Sulzbach. Brigitte Steiniger und Annette Wolz berichteten von den verschiedenen Angeboten: vom wöchentlichen Seniorennachmittag über Qi Gong bis zum Tanzpicknick mit Line Dance. Dort treffen sich Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis im Alter von etwa 20 bis 75 Jahren. Insgesamt engagieren sich 193 Ehrenamtliche.
Der Sozialkreis Sulzbach, vorgestellt von Andreas Bergmann, hilft in Notlagen. Zum Angebot gehören Nachbarschafts-, Besuchs- und Einkaufsdienste, Unterstützung für pflegende Angehörige und die Kleiderkiste. Das Engagement reicht zudem über den Landkreis hinaus: Der Sozialkreis pflegt eine Partnerschaft mit einer Stiftung in Argentinien, unterhält ein eigenes Projekt in Marokko und leistet internationale humanitäre Hilfe.
„Lebensqualität entsteht vor allem dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen“,
sagte Reichwein. Eifert dankte den Ehrenamtlichen für ihre Zeit, ihre Ideen, ihre Energie und ihre Geduld. Ihr Engagement sei für die Region „unglaublich wertvoll“.
Autor:Marlene Deß aus Miltenberg |
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