Ehrenamt
Jedes Kind soll lesen können: Sparda-Stiftung fördert Lesementor:innen
- Seminar, Teilnehmende
vorne links:
Andrea Pohlmann-Jochheim, MENTOR
Ursula Wißborn, Sparda-Stiftung - Foto: MENTOR
- hochgeladen von Agnes Gorny
Ein:e Lesementor:in schenkt einem Lesekind Zeit, Aufmerksamkeit und Ermutigung, damit es lesen lernt und Chancen fürs Leben gewinnt. Denn rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können
nicht ausreichend lesen: Ohne Lesen fehlt der Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Vor diesem Schicksal sollen möglichst viele Kinder durch frühzeitige Leseförderung bewahrt werden.
Weil sie wissen, wie entscheidend eine gute Förderung für den Bildungsweg vieler Kinder und Jugendlicher sein kann, setzen die Lesementor:innen des Bundesverbands von MENTOR – Die Leselernhelfer auf hochwertige Aus- und Weiterbildung.
Dazu gehört auch die regelmäßige Qualifizierung von Referent:innen, die aktuell vom 27. bis 28. Juni 2025 im Studienhaus der VHS Köln stattfand. Möglich machte das Seminar die Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
Gute Leseförderung braucht Qualität
Hannelore Schug aus Eitorf, eine der 22 Seminarteilnehmer:innen, ist seit sieben Jahren Mitglied der Eitorfer Mentor.innengruppe und als Lesementorin in einer Grundschule aktiv. Sie bildet mit anderen Vereinsmitgliedern in Eitorf neue Ehrenamtliche aus, die Mentor:innen werden wollen: „Durch unser Ehrenamt können wir Kinder auf einen guten Weg bringen und damit die Welt ein wenig zum Positiven drehen. Das ist für die jungen Menschen eine tolle Erfahrung und für uns auch.“ Außerdem begeistern sie die regelmäßigen
Weiterbildungsangebote: „Man bleibt nicht stehen!“.
Auch für Sabine Salmen aus Wesseling waren die Erfahrungen der anderen Seminarteilnehmenden sehr wichtig: „In Wesseling bauen wir die MENTOR-Leseförderung gerade erst auf. Im Seminar konnte ich mir viel Wissen aneignen, um neue Lesementorinnen und -mentoren in ihre verantwortungsvolle Arbeit mit den Kindern an den Schulen einzuführen.“ Die pensionierte Deutschlehrerin meinte: „MENTOR ist genau das Richtige, für Kinder, die ein bisschen mehr Zeit brauchen und die mit einer Person auch mal alleine sprechen wollen. Das ist ein tolles Konzept. Viele Lehrkräfte reißen sich ein Bein aus, aber sie haben 20-30 Kinder in der Klasse und sich auf jedes Kind individuell einzulassen ist sehr schwierig, weil sie eine enorm unterschiedliche Leistungsbandbreite mitbringen.“
MENTOR: Mit dem 1:1-Prinzip zum Erfolg
Die ehrenamtlichen Referent:innen wie Hannelore Schug und Sabine Salmen stellen sicher, dass neue Mentor:innen optimal auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, um Kinder individuell anhand der bewährten Förderprinzipien des MENTOR-Programms zu unterstützen. Dabei treffen sich die ehrenamtlichen Mentor.innen wöchentlich mit je einem Lesekind in dessen Schule oder online. Innerhalb eines Jahres arbeiten sie daran, Lesefreude zu wecken sowie Lese- und Sprachkompetenz auszubauen. Bundesweit gibt es 16.000 Lesementor:innen, 85 Prozent sind zwischen 60 und 70 Jahren alt.
Andrea Pohlmann-Jochheim, 2. Vorsitzende des MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V., gestaltete das Seminar mit: „Die MENTOR-Leseförderung ist deshalb so erfolgreich, weil sie individuell, langfristig und mit hoher Qualität stattfindet. Einführungsschulungen und regelmäßige Weiterbildungen sind für alle unsere Ehrenamtlichen Standard. Diese Professionalität unterscheidet MENTOR von anderen Leseinitiativen. Gerade für Seniorinnen und Senioren ist das Ehrenamt eine sinnstiftende Aufgabe: Sie geben Lebenserfahrung weiter, bleiben geistig aktiv und leisten einen wertvollen Beitrag für besser Bildungschancen und den Austausch der Generationen.“
Sparda-Stiftung setzt starkes Zeichen für Bildung
Die Finanzierung der Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen ist von großer Bedeutung. Dafür bekommt der Verband jetzt Unterstützung der Sparda-Stiftung: Von 2025 bis 2027 fördert sie die Qualifizierungsseminare für Referent:innen in Nordrhein-Westfalen. Hier schenken 6.000 Lesementor:innen 7.700 Lesekindern Zeit und Zuwendung. „Mit unserer Förderung der Qualifizierung von Referent:innen unterstützen wir erneut das wichtige Engagement des MENTOR-Bundesverbandes, angehende Ehrenamtliche optimal auf ihre Aufgabe vorzubereiten. So leisten wir gemeinsam einen wertvollen Beitrag, Kinder individuell zu fördern, ihre Lesefreude zu wecken und ihre Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft zu verbessern.“, sagt Ursula Wißborn, Vorständin der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
Jetzt mitachen!
Wenn Sie sich vorstellen können, Lesementor:in zu werden oder für MENTOR zu spenden,
melden Sie sich gerne beim MENTOR-Bundesverband:
www.mentor-bundesverband.de, Telefon 0221 - 168 447 44
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 hat die Sparda-Stiftung knapp 700 gemeinnützige Projekte mit über 24 Millionen Euro unterstützt, allein im letzten Jahr wurden 33 Projekte mit rund 1,16 Millionen Euro gefördert. Mit einem festen Blick auf die Förderung des Gemeinwohls und einem starken Engagement in den Bereichen Kunst, Kultur und Soziales strebt die Stiftung stets danach, die Menschen vor Ort zu unterstützen und ihnen kostenfreie Angebote zu ermöglichen. Mehr über die Sparda-Stiftung und ihre Werte unter www.stiftung-sparda-west.de und bei Social Media.
MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.
Bewährtes Prinzip ist die 1:1- Förderung: Ein:e Mentor:in fördert ein Kind, einmal in der Woche, mindestens ein Jahr lang. Die Förderung erfolgt ausschließlich in Kooperation mit den Schulen. Unter dem Dach des Bundesverbands engagieren sich derzeit 16.000 ehrenamtliche Lesementor:innen für 21.000 Kinder und Jugendliche. Der erste MENTOR-Verein wurde 2003 in Hannover gegründet. Der Bundesverband mit Sitz in Köln sorgt vor allem für die Qualifizierung der Lesementor:innen, damit sie ihr Ehrenamt gut vorbereitet aufnehmen und bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe begleitet werden. Schirmherrschaft haben Saša Stanišić, Richard David Precht, Simone Standl und Armin Maiwald.
Autor:Agnes Gorny aus Wertheim |
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