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"Unser Handwerk hat Zukunft!"

Holz-Transport mal anderes und festlich-feminin in Mönchberg vor Corona
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Erste Impressionen zum Thema" Handwerk".
Weitere Texte, Interviews und Bilder folgen!

„Ohne Holz kein Hämmern!“

Bauboom hält trotz derzeitiger Lieferprobleme an
Zehn Wochen warten auf den Handwerker

Die Handwerksbetriebe werden bei uns in der Region und in Deutschland insgesamt weiterhin hart von Liefer-Engpässen getroffen.

Beispiel: Ein Kunde aus dem südlichen Miltenberger Landkreis hat in seiner Auto-Werkstatt eine mobile Anhängerkupplung bestellt. Seit drei Monaten wartet er auf einen Termin - nicht für die eintägige Montage, sondern Geduld ist gefragt: es fehlt die Herstellung und Zulieferung einer fernöstliche Elektronik-Komponente, die derzeit nicht produziert werden kann, weil für PC-Teile dort die erste Priorität gilt.

Materialmangel und die Störung von Lieferketten sind auch für unsere Handwerkerinnen und Handwerker weiterhinein drängendes Thema, das sich zwar in manchen Bereichen schon etwas entspannt hat, aber weiterhin noch besteht.

Laut einer aktuellen Umfrage des Zentralverbands der Deutschen Handwerks (ZDH) meldeten Ende August fast drei Viertel der Handwerksbetriebe, dass Rohstoffe, Vorprodukte und andere Materialien in den vergangenen sechs Wochen nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar waren. Bei einer Firmenbefragung waren es noch 61 Prozent.

Material-Engpässe und Lieferketten-Störungen.

„Die wirtschaftliche Erholung unserer Betriebe wird zunehmend durch umfangreichere Störungen von Lieferketten und durch Material-Engpässe belastet“, beschreibt ein Handwerksmeister aus dem Raum Elsenfeld die Problematik.

Drei von vier deutschen Betrieben müssen den aktuellen Angaben zufolge Aufträge leider stornieren oder bestenfalls verschieben. Außerdem machen sie wegen der Preis-Entwicklung Verlustgeschäfte.

Was fehlt?
Am häufigsten fehlen derzeit Metalle, Kunststoffe und Elektronik-Komponenten. Dagegen wieder besser verfügbar sind Holz und Dämmstoffe.

Insbesondere der Bau-Boom sorgte in diesem Jahr für längere Wartezeiten für Kunden von Handwerksbetrieben Hinzu dürften höhere Preise kommen. Holz war wegen weltweiter Waldbrände bis Anfang August knapp und teuer. Doch hier hat sich die Situation inzwischen wieder entspannt.
Engpässe gibt es aber weiterhin bei Metallen, Kunstoffen, Schrauben und Chips.

„Unsere Betriebe tun gerade ihr Bestes, damit sich das nicht oder nur in Maßen auf Kundenseite auswirkt!"

Das betont ein Innungs-Meister. Im gesamten Handwerk liege die durchschnittliche sogenannte Auftragsreichweite derzeit bei bei neun Wochen. Dieser Wert gebe an, wie lange der aktuelle Auftragsbestand der Betriebe ausreicht. Im Bau- und Ausbaubereich sei es jedoch so, dass man aktuell mit mindestens zehn und manchmal sogar bis zu 15 Wochen rechnen muss, bis ein Auftrag begonnen oder abgearbeitet werde.

Auch in den nächsten Wochen dürfte die Versorgung mit Halbleiter-Produkten schwierig bleiben, was vor allem das Elektrohandwerk belasten könnte. Bauen wird also mit Verzögerungen verbunden bleiben und teurer werden.

Geschäft hat sich stabilisiert

Die Lage der Betriebe in der Corona-Pandemie hat sich laut Branchenverband insgesamt etwas gebessert. Der Verband spricht von einer „Atempause“ in den Sommermonaten. Weniger Betriebe seien von Umsatzeinbußen betroffen. Der Umfrage zufolge wachsen sogar die Auftragsbestände.

Ein Wirtschafts-Experte warnte aber: Die zwischenzeitlich leichte Stabilisierung dürfe aber auf keinen Fall zunichte gemacht werden. Deshalb sei man mit Nachdruck auf das weitere Impfen angewiesen, um die Arbeitsfähigkeit der Handwerks-Betriebe aufrecht erhalten und um den Forderungen der Kunden nachzukommen.
Immer häufiger werde von diesen verlangt, dass nur vollständig geimpfte Handwerkerinnen und Handwerker in ihren Räumlichkeiten tätig werden.

Interview mit Andreas Brunn, Regionalleiter, BayWa Baustoffe in Großwallstadt

Andreas Brunn, Regionalleiter, BayWa Baustoffe in Großwallstadt.
  • Andreas Brunn, Regionalleiter, BayWa Baustoffe in Großwallstadt.
  • Foto: BayWa Baustoffe
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Wie beurteilen Sie die Situation bei der BayWa?

„Die Versorgung für unsere Kunden ist gesichert, auch wenn Wartezeiten nicht auszuschließen sind. Bei BayWa Baustoffe halten wir die Lieferfähigkeit aufrecht, indem wir unsere Lagerhaltung und Logistik verbundübergreifend nutzen. Unser Ziel ist es, die Bauprojekte unserer Kunden am Laufen zu halten. Da kann eine Bestellung dann schon mal in Teillieferungen vereinbart werden, um den Warenvorrat intelligent einzusetzen. Die Auslastung im Bauhandwerk ist derzeit enorm, deshalb ist die Nachfrage insgesamt recht groß; das betrifft mehr oder weniger alle Materialien.“

War diese Entwicklung absehbar?

„In der Dimension war diese Entwicklung nicht vorherzusehen. Das liegt daran, dass hier mehrere Faktoren zusammentreffen: Die hohe Nachfrage aufgrund des Baubooms in Verbindung mit einer Verknappung der Rohstoffe – nicht zuletzt als Folgeerscheinung der Corona-Pandemie. Das lässt sich gut anhand konkreter Beispiele aufzeigen: z. B. bei Materialien, die auf Kunststoffen basieren: Kunststoff als Nebenprodukt der Rohölverarbeitung wurde knapp, weil unter anderem die Produktion von Kerosin für den Flugverkehr aufgrund der Corona-Pandemie zurückgefahren wurde. Bei Holz sind es Abnehmer wie z. B. die USA und China, die den Markt gewissermaßen leersaugen und für Verknappung sorgen. Und nicht zuletzt sind es Folgen der coronabedingten Verwerfungen von Warenströmen. Das betrifft in erster Linie Importware, da die Schiffs­container noch nicht wieder in ausreichender Zahl in den entsprechenden Verschiffungshäfen liegen. Die regionale Aufstellung von BayWa Baustoffe erweist sich gerade in der jetzigen angespannten Situation, mehr noch als sonst, als große Stärke. Bei der BayWa haben wir z. B. das größte Baustofflager Süddeutschlands und können in den regionalen Clustern diese Struktur nun intelligent im Interesse unserer Kunden nutzen. Vor Ort haben wir unseren Bestand über 50 Prozent aufgestockt und zusätzliche Lagerflächen organisiert."

Wie reagieren Ihre Kunden?

„Wir pflegen enge, oft langjährige Kundenbeziehungen, da ist ein reger Austausch zu aktuellen Entwicklungen selbstverständlich. Außerdem basieren unsere Geschäfte in der Regel auf individuellen projektbezogenen Beratungen, um für unsere Kunden das Optimum herauszuholen. Unabhängig davon, sind unsere Profikunden über Fachkreise ebenfalls informiert.“

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

„Der Material-Engpass bei Baustoffen hat sich zwar etwas gebessert, aber trotzdem bleibt die Versorgungslage insgesamt weiter angespannt. Aufgrund unserer Lagerbestände und eines langjährigen stabilen Lieferantennetzwerks bei BayWa Baustoffe sind wir weiter gut vorbereitet. Was die Preise angeht, so gilt der Grundsatz: Knappheit treibt die Preise. Es wird also auch künftig mit Preiserhöhungen zu rechnen sein; in welchem Ausmaß ist – Stand heute – schwer vorherzusagen.“

Interview mit Prokurist Daniel Morawetz der RUFprivat GmbH in Kleinheubach

Daniel Morawetz, Prokurist der RUFprivat Gmbh Kleinheubach
  • Daniel Morawetz, Prokurist der RUFprivat Gmbh Kleinheubach
  • Foto: RUFprivat
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Wie ist die aktuelle Situation in Ihrem Betrieb?

„Anfangs hatten wir kaum Schwierigkeiten mit Liefer-Engpässen, da traf es vor allem das Hoch- und Tiefbau-Gewerbe. Mittlerweile haben wir große Probleme, komplette Heizungsanlagen mit Pufferspeicher/Speicher und Zubehör zu bekommen. Teilweise werden nur einzelne Komponenten einer kompletten Anlage geliefert, teilweise kommt überhaupt kein Material.
Auch wenn wir noch so gut vorsorgen und noch so früh bestellen, ändert das nichts, denn kaum ein Hersteller kann momentan seine Lieferzeiten einhalten. Zurzeit warten wir teilweise mehrere Monate auf Heizungsanlagen, besonders Biomasse-Kessel und Wärmepumpen – es kommt aber auch auf die Anlagenkonzepte an, teilweise sind Heizungsanlagen auch früher verfügbar! “

Wie wirkt sich das auf den Betriebsablauf aus?

„Da wir teilweise die Anlagen nicht wie geplant einbauen bzw. tauschen können, müssen wir Projekte kurzfristig umplanen, was die Auftragsabwicklung momentan erschwert – nichtsdestotrotz geben wir unser Bestes und finden mit unseren Kunden bisher immer eine Lösung! Die meisten Kunden haben Verständnis für die momentane Situation, worüber wir sehr froh sind.. Die Auftragslage ist sehr gut, da hat jeder unserer Mitarbeiter ordentlich zu tun, aber durch die Lieferverzögerungen kommt man durch das Umplanen und die Koordinierung von Projekten teilweise nicht mehr zu seiner eigentlichen Arbeit.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

„Leider können auch die Lieferanten selbst nicht sagen, wie lange diese Situation noch anhält, aber ich rechne damit noch bis nächstes Jahr. Wir hoffen, dass die Preiserhöhungen nicht anhalten, vor allem nicht in dieser Größenordnung – Anzahl und Prozentzahl der Preiserhöhungen sind erschreckend.“

Handwerk zwischen Tradition und Fortschritt

Was versteht man unter einem Handwerk?
Der Begriff „Handwerk“ verrät schon Wesentliches: ein manuelles Arbeiten, vornehmlich mit der Hand ausgeführt sowie das Ergebnis, das entstanden ist.
Dieses handwerkliche Tun ist aber von der industriellen Massenproduktion zu unterscheiden und abzugrenzen.
Handwerk umfasst also eine selbstständige Erwerbstätigkeit auf dem Gebiet der Be- und Verarbeitung von Stoffen und Materialien sowie im Reparatur- und Dienstleistungsbereich.

Wie alt ist das Handwerk?
Vor Zehntausenden von Jahren startete mit Speerspitzen aus Feuerstein die Geschichte des Handwerks. Erstmals gab es Fachleute für bestimmte, anspruchsvolle und gefragte Tätigkeiten. Bis zum Mittelalter entstanden zahlreiche verschiedene Handwerke.

Was zeichnet einen guten Handwerker aus?
Ein versierter Handwerker findet die beste Balance zwischen Planung und Spontaneität. Wer schnell und flexibel improvisieren kann, lässt sich weniger aus der Ruhe bringen und kann auftauchende Schwierigkeiten besser meistern. Mit dieser Philosophie ist das sichere und kompetente Auftreten vor Kunden wohl kein Problem!

Haben handwerkliche Berufe Zukunft?
Es gibt rund 130 Handwerksberufe und die haben beste Zukunftsaussichten. Warum? Alle bieten gute Aufstiegs- und Karrierechancen. Hierzu gehören nicht nur ein guter Verdienst, sondern auch attraktive Karriere- und Fortbildungsmöglichkeiten. Außerdem hat der eine oder andere Handwerker die Option, später selbst sein eigener Chef sein zu können.

Zehn Eigenschaften, die ein guter Handwerker mitbringen muss!

1. Handwerkliche Fertigkeiten
Wie die Berufsbezeichnung „Handwerker“ schon andeutet, handelt es sich um ein “Werk der Hände”. Daher ist es sicherlich von Vorteil, wenn man mit nicht wenigen natürlichen Begabungen und Talenten ausgestattet ist, wie zum Beispiel einer guten Auge-Hand-Koordination.
Auch räumliches Denken und Präzision beim Einhalten von Maßen und Toleranzen müssten zu zu den wichtigsten Eigenschaften gehören, die einen guten Handwerker ausmachen.

2. Sauberkeit & Ordnung
Nicht nur Talent, Begabung und Geschick sind von Bedeutung. Ohne eine effiziente Projektorganisation versinkt die Baustelle oder der Arbeitsplatz eines Handwerkers im Chaos. Neben dem Schützen des Eigentums des potentiellen Kunden, gehört auch das vielleicht unliebsame Saubermachen zu einem gelungenen Auftrag dazu! Denn welcher Kunde möchte schon gerne hinter dem Dienstleister seines Vertrauens aufräumen müssen?

3. Lösungs-Orientiertheit
Ein gekonnter Handwerker-Profi müsste die die optimale Balance zwischen Planung und Spontaneität finden. Wer schnell und flexibel improvisieren kann, lässt sich weniger aus der Ruhe bringen und kann Probleme besser meistern. Mit dieser Einstellung ist das sichere und kompetente Auftreten vor dem Kunden sicherlich kein Problem!

4. Kreativität
Um sich von der breiten Masse an Handwerkern abzuheben, muss ein Handwerker auch ein gewisses Maß an Kreativität an den Tag legen. Innovative Gestaltungskonzepte, ein Auge für Details und ganz sicherlich auch Ideenreichtum bringen nicht nur Freude an der Arbeit, sondern beeindrucken auch die Kunden.

5. Allgemeine Service-Orientiertheit
Oft muss man als handwerklicher Dienstleister über seine eigentlichen Aufgaben hinauswachsen. Kunden erwarten inzwischen nicht nur eine einfache Arbeitsausführung, sondern freuen sich ebenso über eine kompetente Beratung im Vorhinein und vor Ort.
Hier gilt nach wie vor: “ Der Kunde ist König”.Beim Kunden selbst ist ein freundliches, sympathisches und kompetentes Auftreten eines der wichtigsten Eigenschaften eines Handwerkers. Warum? Handwerker arbeiten buchstäblich im Wohnzimmer des Kunden. Dass hier alle Mitarbeiter zumindest einmal vorgestellt werden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Falls der Kunde Fragen zum Ablauf der Arbeiten hat, sollte zudem jeder Beteiligte auf der Baustelle Antworten parat haben. Schließlich gehört es zum guten Ton, dass sich Handwerker beim Kunden an- und abmelden.

6. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit
Was hilft jedoch ein freundliches Lächeln und gute Beratung, wenn der bestellte Handwerker zu spät kommt oder den Termin spontan verschiebt? Gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft reagieren Kunden auf Verspätungen, Terminverschiebungen und dergleichen schnell sensibel und allergisch. Deshalb sollten schon im Vorhinein Pufferzeiten eingeplant werden. So kommt man sicherlich stressfrei beim Kunden an.

7. Sicherheitsverantwortung
Nicht nur die Gerätschaften des Handwerkers sollten fürsorglich behandelt werden. Auch alle Kollegen und Mitarbeiter müssen bestmöglich geschützt werden. Deshalb sollten Schutzanweisungen und Sicherheitsvorkehrungen als selbstverständlich gelten.

8. Körperliche Fitness
In handwerklichen Berufen werden zahlreiche Körperpartien mittelschwer bis schwer belastet. Dies kann der Körper nur verkraften, wenn er gut in Form ist. Neben der physischen Beweglichkeit und Kondition spielt natürlich auch die psychische Belastbarkeit eine große Rolle. Überforderung, Zeitdruck oder Streit sind Faktoren, die die Psyche belasten. Was tun? Spaziergänge, Sport, Auszeiten, Gespräche mit Freunden und Familie. Auch als Handwerker sollte man seinem Kopf eine Auszeit gönnen! Solö lassen sich Herausforderungen im Handumdrehen in Erfolgserlebnisse umwandeln!

9. Leidenschaft
Ein richtig guter Handwerker übt seinen Beruf mit Passion, Begeisterung und Hingabe aus. Dass über ein Problem auch mal nach Feierabend nachgedacht wird, ist deshalb keine Seltenheit. Echtes Interesse am Beruf bedeutet Weiterbildung und Eigeninitiative – und das auch zwischendurch mal in der Freizeit. Handwerk ist für viele deshalb eine Lebenseinstellung – nicht nur Beruf.

10. Der perfekte Allrounder
Die einzelnen Arbeitsbereiche sind im Handwerk niemals isoliert. Deshalb weiß ein guter Handwerker fachübergreifend Bescheid. Zusammenarbeit und Teamplay mit anderen Handwerkern sind dabei von hoher Bedeutung, denn nur so kann Kunden das ganze Spektrum an Dienstleistungen angeboten werden.

Digitalisierung im Handwerk – Lukrative Arbeitsplätze für Auszubildende schaffen

Nachwuchsmangel ist in handwerklichen Berufen mittlerweile Alltag. Auch das Thema Digitalisierung ist in den meisten Handwerksbetrieben noch nicht in vollem Maße angekommen.

Knapp mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzen digitale Technologien, so eine vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Digitalverband Bitkom in Auftrag gegebene aktuelle Studie.

Vor allem junge Arbeitssuchende erwarten als digital Natives den Umgang mit Technik auch in ihrem beruflichen Alltag. Sperren sich Betriebe vor der notwendigen Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe, wirkt dies wie ein Entschleuniger auf die Auszubildendensuche.

Ein Handwerksmeister: „In nicht wenigen alteingesessenen Betrieben fehlt die Offenheit für digitale Themen, weil sie in ihren Abläufen so sicher sind, dass sie gern alles so belassen möchten, wie es seit Jahren gemacht wird.

Aber man muss mit der aktuellen Zeit gehen. Gerade die jüngeren Generationen brauchen die Möglichkeit, digital arbeiten zu können, weil sie das auch abseits der Arbeit gern und oft tun“.

„Ich bin mir sicher“, so ein Malermeister, "steht der Auszubildende vor der Entscheidung zwischen einem Betrieb, in dem Digitalisierung im Vordergrund steht und einem, der an veralteten Arbeitsabläufen festhält, wird er immer ersteres wählen.

Perspektiven rund um das Handwerk

Folgende Entwicklungstrends sind für die Zukunft der Handwerksbetriebe in Deutschland – und Europa – zu erkennen:

  • Die Bevölkerungs-Entwicklung wird viele Absatzmärkte des Handwerks verändern.
  • Hier gibt es sowohl Risiken (Verlust von Kunden) als auch Chancen (Angebot besonderer Leistungen für ältere Kunden).
  • Gleichzeitig dürfte es für das Handwerk zunehmend schwieriger werden, im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte Personal im notwendigen Umfang und mit der notwendigen Qualifikation zu gewinnen.
  • Die Innovationsfähigkeit des Handwerks ist gegenüber der Industrie deutlich schwächer ausgeprägt. Handwerkliche Innovationen beziehen sich – im Gegensatz zu industriellen – besonders auf unternehmens- und anwendungsbezogene neue Entwicklungen, Lösungen und Verfahren.
  • Auch der internationale Wettbewerb könnte sich zunehmend auf das Handwerk auswirken; hier bestehen ebenfalls sowohl Risiken als auch Chancen.
  • Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Trends – die die verschiedenen Gewerke in unterschiedlichem Maße betreffen – gewinnt die berufliche Aus- und Weiterbildung stärker denn je an Bedeutung.
  • Nur mit hochwertig ausgebildetem Personal kann das Handwerk die Herausforderungen der Zukunft meistern und Zukunftschancen nutzen.
  • Ein attraktives Aus- und Weiterbildungsangebot ist außerdem auch notwendig, um qualifizierte Berufseinsteiger für das Handwerk zu gewinnen.

Tipps, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern

Seit Jahren ist es kein Geheimnis mehr: für junge Menschen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsberuf sind, ist das Handwerk meist nicht besonders interessant.

Es ist oft attraktiver, mit dem Computer zu arbeiten, zu planen, zu managen usw.

Das Bild vom klassischen Handwerk wird oft mit Dreck, Kälte und ungemütlichen Baustellen
in Verbindung gebracht, anstatt mit einer Sinn erfüllten, spannenden Tätigkeit.

Der Ist-Zustand: die digitale Welt

Wir leben in einer digitalisierten Welt, in der sich Kinder und Jugendliche lang und oft mit ihren Smartphones und Computern beschäftigen. Sie lernen hauptsächlich diese „Welt“ kennen. Daher liegt es nahe, dass sie sich auch bezüglich ihres Berufes an dieser „Welt“ orientieren. Sie wollen auch im Beruf mit Computern arbeiten, Tätigkeiten digital planen und das am besten möglichst am bequemen Schreibtisch.

Abhilfe: Die digitale Welt nutzen!

Wir können die Uhr leider nicht zurückdrehen. Vielmehr müssen wir nach vorne schauen und uns das digitale Medienzeitalter zunutze machen. Dazu genügt es heutzutage für einen Handwerksbetrieb leider nicht mehr, einfach eine Homepage zu haben. Die sozialen Medien sind die Plattformen der Zukunft, wenn es um die Mitarbeitergewinnung geht. Besonders gilt das natürlich auch für das Handwerk.

Aus den sozialen Medien gibt es schon viele Handwerker-Gruppen, die sich aktiv austauschen.

Vorschlag: Durch berufsbezogene Filme junge Menschen begeistern und motivierte Auszubildende gewinnen!

Außerdem sollten Jugendliche in diesem Zusammenhang ein Instrument besonders im Visier haben: Filme zur Berufswahl.

Aktuelle Statistiken sagen, dass mittlerweile 78 % der User im Internet wöchentlich Online-Videos anschauen, davon 55 % täglich.

INTERVIEWS:

Tanja Denz, zweifache Meisterin im Bereich Augenoptik und Hörgeräte-Akustik, Klingenberg. - „Ich gehöre zu einer glücklichen Minderheit“
„Immer noch zu wenig Frauen arbeiten im Handwerk. Das ist schade! Denn eine aktuelle wissenschaftliche Studie beweist: Frauen sind besonders erfüllt in handwerklichen Berufen. In den meisten Handwerksberufen arbeiten nach wie vor Männer. Warum? Weil immer noch zu wenig junge Frauen den Weg ins Handwerk - insbesondere in gewerbliche-technische Berufe - finden. Leider! Gerade die Handwerks-Ausbildung und die spätere Tätigkeit verlangt viel Fingerspitzengefühl und Feinmotorik. Außerdem sind Kontaktfreudigkeit und Einfühlungsvermögen gegenüber Kunden sehr gefragt Und: die vorwiegende Arbeit am Computer ist wie alle anderen Anforderungen eigentlich für Frauen ideal.“

Robert Nalbach, Azubi im Bereich Hörgeräte-Akustik, Bürgstadt. - "Zufriedener im Handwerk als im Studium"
„Für die jüngere Generationen sind Glück und Erfüllung im Beruf wichtig. Der vielfach Weg ins Studium passt nicht immer. Als ehemaliger Student habe ich mit meiner jetzigen Ausbildung im Handwerk mein Glück gefunden und bin bereits im zweiten Ausbildungsjahr. Übrigens: Eine Untersuchung bestätigt: Menschen mit Abitur sind im Handwerk besonders erfüllt. Mir gefällt an meinem Handwerksberuf als Hörgeräte-Akustiker, das man Sachen mit den eigenen Händen schaffen kann. Wenn man ein Stück Material vor sich hat und sieht, was daraus wird, ist man zufriedener. Man wird viel selbstbewusster und zufriedener mit jedem Stück, das man macht. Seither bin ich jeden Tag voll motiviert! “

Monique Haas, Kreishandwerksmeisterin Miltenberg:
„Wir freuen uns über jeden Azubi, der sich für das Handwerk begeistert.

„Einige Branchen im Handwerk sind spürbar betroffen von der Corona-Zeit. Viele Betriebe wurden vor neue Herausforderungen gestellt. Das reicht von den Einschränkungen im Betriebsalltag über den nicht vorhandenen Präsenzunterricht in den Berufsschulen hin zu letztendlich auch vorkommenden Betriebsschließungen.
Solche Schließungen sind teilweise temporär der Pandemie geschuldet, aber dazu gehören auch Betriebe, die es einfach nicht geschafft haben, zu überleben.
Aber nicht nur Corona macht dem Handwerk weiterhin zu schaffen, sondern aktuell sind es auch die fehlenden Baustoffe. Dies führt zu einem erheblichem Anstieg der Preise und dadurch auch oft zu Auftrags-Absagen.
Trotz aller Schwierigkeiten ist die Ausbildung auch in der Pandemie wichtiger denn je, denn jeder fehlende Auszubildende bedeutet zukünftig eine fehlende Fachkraft.
Da zur Zeit auch keine Berufsorientierungs-Veranstaltungen ohne Einschränkungen durchführbar sind, gibt es über die Handwerkskammer Ausbildungsberater sowie einen Lehrstellenradar.
Wir freuen uns über jeden einzelnen Ausbildungsplatz und jeden Auszubildenden, der sich für das Handwerk begeistert!“.

Interview: Roland Schönmüller
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Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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