Fronleichnam -
Nichts theoretisches, sondern ein Fest für alle Sinne
- Einzug in die Pfarrkirche zum Hochfest Fronleichnam am 04.06.26
- Foto: Michael Schwarz
- hochgeladen von Nina Reuling
Zu Beginn des Gottesdienstes zum Hochfest Fronleichnam, 04.06.26, stelle er sich kurz vor; sein Name sei Christian Lutz, er sei vor über zehn Jahren Pfarrer in Miltenberg gewesen und nun als Subregens Beauftragter für die Ständigen Diakone in Würzburg. Obwohl der Anlass, nämlich die Erkrankung von Pfarrer Jan Kölbel, ein trauriger sei, freue er sich, heute hier zu sein. Pfarrer Kölbel feiere den Gottesdienst mit uns. Der Fronleichnamstag sei mit vielen Traditionen positiv belegt, z.B. seien die Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände, Bürgermeister Kahlert, die Kommunionkinder und viele Ministranten da, um den Glauben auf die Straße zu bringen. Außerdem gestalte der Pfarrcäcilienchor (Ltg. Michael Bailer) die Messfeier musikalisch mit. Heute gehe es um das, was die Kinder in der Heiligen Kommunion empfangen hätten: Jesus als das lebendige Brot. Alle hätten sich als Gemeinschaft vor Gott eingefunden und unsere Gebete sendeten das Licht der Hoffnung in die Welt. In seiner Predigt ging der Pfarrer auf das Evangelium nach Johannes ein. Darin hätten die Juden gefragt: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ (vgl. Joh 6,52). Wer die Worte des Evangeliums höre, sei vielleicht schockiert: Das Fleisch und Blut Jesu zu essen bzw. zu trinken, klinge anstößig. An Fronleichnam trügen wir das Allerheiligste in unseren Alltag hinein; wir versteckten unseren Glauben nicht hinter Kirchenmauern, sondern wir brächten Jesus dorthin, wo das Leben pulsiere und auch dorthin, wo Menschen keinen Sinn für unseren Glauben hätten. Fronleichnam sei ein Fest für alle Sinne, z.B. steige der Duft der bunten Blumenteppiche und der Weihrauch zum Himmel auf. Später bei der Prozession sprächen wir unsere Gebete öffentlich, wir hörten die musikalische Begleitung der Stadtkapelle und die Glocken von St. Jakobus. Fronleichnam sei nichts theoretisches, man könne das Fest sehen, hören, riechen und schmecken. Der Glaube habe Gestalt angenommen; Gott mache sich klein; er sei in alltäglichen Lebenssituationen bei uns. Ein kleines Stück Brot werde zum Zeichen der göttlichen Liebe. Vor oder hinter der Monstranz mit dem Allerheiligsten mitzugehen sei ein Bild für unseren Lebensweg: Jesus begleite uns auf diesem Weg – auch und gerade durch dunkle Täler. Er bleibe nicht im Tabernakel sitzen und hoffe darauf, dass wir ihn besuchten. Er breche auf, gehe dorthin, wo Streit und Einsamkeit herrschten; er sei jedoch auch bei Familienfeiern und freudigen Ereignissen bei uns. Er spreche uns zu, dass wir, unsere Arbeit und unsere Heimat gesegnet seien. Gott sei greifbar. Der Heilige Augustinus habe gesagt, wir sollten zu dem werden, was wir empfangen hätten. Wir dürften zu einer ewigen Verbundenheit mit Christus finden und zu lebendigen Monstranzen werden. Dies könne dadurch geschehen, dass wir ein offenes Ohr für den Nachbarn hätten, Hass überwänden und Gottes Liebe in der Welt sichtbar machten. Nach der Kommunion begann die Prozession durch die Altstadt von Miltenberg.
Nina Reuling
Autor:Nina Reuling aus Miltenberg |
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