Bildergalerie und Essay.
Ein heiterer Streifzug durch einen märchenhaften Tag am Main.
- Der Glühwein ist eine Kategorie für sich: Von klassisch-rot bis weiß und sogar alkoholfrei – für die ganz Wilden unter uns. Nach dem dritten Becher schmeckt ohnehin alles nach Weihnachten. Wer jetzt noch mit klaren Sinnen den Heimweg findet, hat entweder wenig getrunken oder eine besonders robuste Klingenberger Konstitution.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Klingenberg – Fast schon ein Wintermärchen: Kathreinmarkt, Ateliers, Galerien & Kulinarisches.
Ein augenzwinkernder Bericht von der winterlichen Märchenfront.
Winterzauber in Klingenberg: Zwischen Glühwein, Kunst und Käseigel.
Es gibt Tage, da fühlt sich Klingenberg an, als hätte jemand einen Hauch Skandinavien auf die unterfränkischen Weinberge gepustet. So ein Tag ist der Kathreinmarkt: Der letzte Jahrmarkt vor dem ersten Advent, bei dem sich das Städtchen in eine Mischung aus Filmkulisse, Weihnachtsvorfreude und Kunstgalerie verwandelt. Die Luft riecht nach Zimt, gebrannter Mandel und einem Hauch von Euphorie – oder ist das doch der Glühwein?
Mitten im Markttreiben: Mützen runter, Laune rauf!
Wer durch die Gassen schlendert, begegnet nicht nur Wollmützen in allen Variationen (inklusive der selbstgestrickten Modelle, die eher modische Mutproben sind), sondern auch einer bunten Mischung aus Marktschreiern, Künstlern und hungrigen Besuchern. Es wird geschnattert, gelacht, probiert und gefachsimpelt – ob über den besten Honig aus dem Spessart oder die Frage, ob ein Lebkuchenherz mit „Bester Opa“ wirklich ein originelles Geschenk ist.
Ateliers und Galerien: Kunstgenuss und Pinselakrobatik.
Während draußen noch der Wind an den Marktständen zerrt, locken die Ateliers und Galerien in Klingenberg mit kreativer Wärme. Hier trifft man auf Malerinnen und Maler , die so entspannt durch ihr Atelier schleichen, als wären sie Teil eines Slow-Motion-Films.
Die Werke reichen von klassisch bis schräg, von Main-Idylle bis zu abstrakten Farbexplosionen, die selbst den wintermüden Geist wachrütteln.
Zwischen Leinwand und Skulptur kann man übrigens wunderbar Smalltalk führen – oder einfach schweigend das Kunstwerk bestaunen und so tun, als hätte man alles verstanden. Tipp: Ein ehrliches „Das hat was!“ funktioniert in jeder Galerie.
Kulinarisches: Von der Wurst zum Kunstwerk.
Kein Wintermärchen ohne Kulinarik – und Klingenberg enttäuscht nicht. Zwischen Bratwurstduft und Käseigel sucht man vergeblich nach Haute Cuisine, dafür findet man ehrliche Hausmannskost und herzhafte Portionen. Wer mutig ist, probiert sich durch regionale Spezialitäten wie „Weck, Worscht und Woi“, übersetzt: Brötchen, Wurst und Wein – der Dreiklang, der das Klingenberger Herz höherschlagen lässt.
Der Glühwein ist eine Kategorie für sich: Von klassisch-rot bis weiß und sogar alkoholfrei – für die ganz Wilden unter uns. Nach dem dritten Becher schmeckt ohnehin alles nach Weihnachten. Wer jetzt noch mit klaren Sinnen den Heimweg findet, hat entweder wenig getrunken oder eine besonders robuste Klingenberger Konstitution.
Abschluss: Ein Tag für die Seele (und den Bauch).
Zum Schluss bleibt das Gefühl, einen kleinen Winterurlaub gemacht zu haben – mitten in Unterfranken.
Der Kathreinmarkt in Klingenberg verbindet Tradition mit Kunst, Chaos mit Gemütlichkeit und macht aus einem trüben Novembertag ein echtes Wintermärchen.
Wer einmal da war, kommt wieder. Denn wo Kunst, Kulinarik und Klingenberger Lebensfreude zusammenkommen, da wird einem selbst bei Minustemperaturen warm ums Herz.
Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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