Bildergalerie und Essay.
Sommerpoesie in der Main-Tauber-Stadt
- Im Wertheimer Rosengarten
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Sommerseufzen, Stadtsehnsucht, Schattenzauber – ein Juli‑Feuilleton aus Wertheim.
Wertheim im Hochsommer ist ein leises Gedicht, das sich nicht laut vorliest, sondern im Gehen entfaltet. Die Main‑Tauber‑Stadt trägt an diesen Tagen einen warmen Atem, der sich in den schattigen Plätzen am Wasser sammelt, dort, wo das Licht wie ein flüssiger Fächer über die Ufer streicht.
Die engen Gassen – diese verwinkelten Sommeradern – liegen im Halbdunkel wie kleine Zufluchtsorte. Man geht hinein und spürt sofort, wie die Hitze sich zurückzieht, wie der Stein kühler wird, wie die Stadt einen Moment lang innehält. In den Winkeln hängt ein Duft von altem Holz, von feuchtem Mauerwerk, von Rosen, die irgendwo hinter einem Tor blühen.
Der Rosengarten selbst ist ein stiller Sommertraum: ein Ort, an dem die Farben sich lösen, als wollten sie sich in der warmen Luft verlieren. Die Blüten stehen wie kleine Feuerherde im Licht, doch ihr Leuchten ist weich, fast schwebend. Man meint, der Garten träume – und man träumt mit.
Am Wasser der Tauber und des Mains öffnet sich die Stadt dann wieder. Die Plätze sind hell, doch nie grell; die Bäume werfen Schatten, die wie kühlende Hände wirken. Menschen sitzen dort, lesen, reden, schauen dem Fluss zu. Ein leichter Wind trägt den Duft von Sommerblüten, manchmal auch den würzigen Hauch des Döner‑Shops, der mit seinem schnellen Leben und dem Lachen der Gäste ein überraschend poetischer Punkt im Stadtbild ist.
Die Straßencafés und Pizzarien wiederum sind die Bühne des leichten Lebens: klirrende Gläser, ein Löffel, der gegen Porzellan stößt, Stimmen, die sich verweben. Ein Cappuccino im Schatten, ein Glas Wein im Abendgold – Wertheim kennt die Kunst der kleinen Verführungen.
So entsteht ein Sommerbild, das nicht festgehalten werden will: ein Juli‑Moment, der zwischen Wasser und Wegen, zwischen Duft und Dämmerung, zwischen Gasse und Garten schwebt. Eine Stadt, die nicht laut glänzt, sondern leise glüht.
Fazit.
Wertheim zeigt im Juli seine zarteste Seite: eine Stadt, die im Schatten ruht, am Wasser atmet, im Rosengarten träumt und in ihren Cafés pulsiert. Ein Ort, der Sommer nicht behauptet, sondern lebt – und der gerade deshalb im Herzen bleibt.
Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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