Bildergalerie und Essay.
Stimme, Spiel und Seele – Künstlerische Harmonie im Dialog mit regionalen und internationalen Musiktraditionen.

Das Zusammenspiel von Natasha Goldberg und Michael Günther, die Würdigung Peter Anton Kreussers, die Resonanz des Publikums und die Bedeutung des Ortes verschmolzen zu einem Konzertereignis, das die Musikkultur in Wertheim nachhaltig bereicherte.
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  • Das Zusammenspiel von Natasha Goldberg und Michael Günther, die Würdigung Peter Anton Kreussers, die Resonanz des Publikums und die Bedeutung des Ortes verschmolzen zu einem Konzertereignis, das die Musikkultur in Wertheim nachhaltig bereicherte.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Konzert-und Liederabend in Wertheim: Ein „Frühlings-Fest“ der musikalischen Verbindungen.

Wertheim. Der Liederabend im Hofgartenschlösschen am vergangenen Sonntagabend, dem 26. April 2026, entfaltete sich als ein außergewöhnliches Fest der Verbindungen, das weit über die bloße Aufführung hinausging.

Schon beim Betreten des historischen Veranstaltungsortes wurde deutlich, dass dieser Abend etwas Besonderes versprach: Die stilvolle Kulisse, das gedämpfte Licht und die gespannte Erwartung der Zuhörer bildeten den Rahmen für eine Begegnung von Stimme, Spiel und Seele, wie sie nur selten gelingt.

Im Mittelpunkt dieses Abends standen zwei Künstler, deren harmonisches Zusammenspiel und gegenseitige Wertschätzung die Grundlage für eine magische Atmosphäre bildeten: die Sopranistin Natasha Goldberg und der Pianist Michael Günther.

Goldberg, deren Stimme eine faszinierende Bandbreite von zarter Innigkeit bis leidenschaftlicher Dramatik abdeckte, und Günther, dessen sensibles Klavierspiel die gesungene Emotion musikalisch reflektierte und ergänzte, offenbarten im Miteinander eine künstlerische Harmonie, die das Publikum unmittelbar berührte.
Die feinfühlige Abstimmung, das gegenseitige Zuhören und die spontane Reaktion aufeinander ließen die Musik lebendig werden und eröffneten einen Raum, in dem Klang und Gefühl eine Einheit bilden.

Die Atmosphäre des Konzertabends war geprägt von einer seltenen Mischung aus konzentrierter Aufmerksamkeit und gelöster Freude. Schon bei den ersten Takten wurde das Publikum in den Bann gezogen; leise, fast ehrfürchtige Stille wechselte sich ab mit begeistertem Applaus.

Der Schlösschen-Saal, die einstige Orangerie, selbst, mit seiner Geschichte und regionalen Verwurzelung, erwies sich als idealer Resonanzraum für die Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart, von regionalen Klangfarben und internationalen Stilistiken.

Besondere Aufmerksamkeit verdiente die künstlerische Darbietung von Goldberg und Günther: In ihren Interpretationen legten sie Wert darauf, die tiefen Verbindungen zwischen Stimme, Spiel und Seele herauszuarbeiten. Mit jeder Phrase, jedem Crescendo und Decrescendo, wurde deutlich, wie sehr Musik als Spiegel der menschlichen Erfahrung wirkt – die Emotionen, Sehnsüchte und Hoffnungen der Komponisten und Interpreten verbanden sich zu einer universellen Sprache der Gefühle.

Besonders in den fein nuancierten Liedern zeigte sich die Fähigkeit der beiden Künstler, musikalische Brücken zu schlagen: von regionalen Motiven hin zu internationalen Strömungen, vom intimen Moment bis zur großen Geste.

Ein Höhepunkt des Abends war die Würdigung des in Lengfurt am Main geborenen, vor allem in London sehr erfolgreichen Komponisten Kreusser (1765 – 1831), dessen Werke von Goldberg und Günther mit großer Sorgfalt und Leidenschaft präsentiert wurden.

Kreusser, dessen musikalisches Schaffen sowohl von seiner Heimat als auch von internationalen Einflüssen geprägt ist, wurde als Brückenbauer zwischen den Welten sichtbar. Die ausgewählten Stücke ( „Three Canzonett’s with an Accompaniment for the Piano Forte“ sowie „Waltz in F aus „Six Waltzes for the Piano Forte“ zeigten seine Vielschichtigkeit und die Fähigkeit, regionale Traditionen mit zeitgemäßen Ausdrucksformen zu verbinden.

Die Künstler verstanden es, Kreussers Musik mit Leben zu erfüllen und damit einen neuen Blick auf das Repertoire zu eröffnen – eine Hommage, die sowohl Kenner als auch neugierige Zuhörer begeisterte.
Mit einem feinen Sinn für Nuancen ließen sie Kreussers Lieder in sanften Farben leuchten und verliehen Mozarts Kompositionen („Ridente la calma“ und „Andante cantabile“ einen Hauch süddeutscher Melancholie.
Haydns humorvolle Pointen aus den VI. Original Canzonettas“ mit „The Mermaid’s Song“, „The Wanderer“ und „O Tuneful Voice“ wirkten in dieser Umgebung fast wie ein Augenzwinkern aus der Ferne, während Kreussers empfindsame Melodien plötzlich nah und persönlich erschienen.

Der Hammerflügel von Ferdinand Hofmann, Wien 1785, mit seinem federnden Anschlag, erwies sich dabei als idealer Mittler zwischen den Zeiten: Nicht museal, sondern anregend frisch, belebte er die Musik auf eine Weise, die den Atem der Geschichte in die Gegenwart holte.

Nach dem Konzert sagte Goldberg, noch leicht außer Atem, sie habe „eine besondere Nähe zu diesem Programm gespürt, weil es London, ihrem Geburtsort und Kreussers Wirkungsstätte, und die Region auf so natürliche Weise verbindet“. Günther ergänzte, der Abend sei für ihn „eine Herzensangelegenheit“, denn Kreusser sei „ein Stück Heimat, das man viel zu selten hört“.

Die Reaktionen des Publikums spiegelten die Tiefe und Lebendigkeit der Darbietung wider. „So berührend, so authentisch – als würde die Musik direkt ins Herz sprechen“, bemerkte eine Zuhörerin nach dem Konzert.
Andere Gäste betonten die inspirierende Wirkung des Abends und die Freude, regionale Künstler von internationaler Klasse erleben zu dürfen. Die Atmosphäre war von Dankbarkeit und Begeisterung getragen – nicht zuletzt auch für die engagierte Organisation und den besonderen Charakter des Veranstaltungsortes, der diesen musikalischen Austausch erst möglich machte.

Musikalische Brücken wurden an diesem Abend in vielerlei Hinsicht geschlagen: Die Verbindung von Region und Welt, von Vergangenheit und Gegenwart, von individueller Ausdruckskraft und kollektivem Erleben wurde lebendig. Das Zusammenspiel von Goldberg und Günther, die Würdigung Kreussers, die Resonanz des Publikums und die Bedeutung des Ortes verschmolzen zu einem Konzertereignis, das die Musikkultur in Wertheim nachhaltig bereichert.

Im Fazit zeigt sich, wie bedeutsam solche Abende für die regionale Musikkultur sind: Sie öffnen den Blick für die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen und schaffen einen Raum für Begegnung und Inspiration. Der Liederabend in Wertheim war mehr als ein Konzert – er war ein Fest der Verbindungen, das Künstler, Publikum und Musiktraditionen miteinander verwob und einen Ausblick auf die lebendige Zukunft der regionalen Musikszene bot.

Zum Abschluss machte Stefanie Arz, Leiterin des Wertheimer Grafschaftsmuseums, ihren Dank nochmals deutlich: „Dieser Abend zeigte, wie wertvoll die regionale Musik ist und wie sie immer wieder neu inspiriert – dank Künstlern wie Peter Anton Kreusser und unserem offenen Publikum.“ Mit diesen Worten klang der Liederabend aus und hinterließ einen bleibenden Eindruck: Musik, die Heimat und Welt verbindet, lebt in Wertheim weiter.

Roland Schönmüller (Text und Fotos)

BU: Das Zusammenspiel von Natasha Goldberg und Michael Günther, die Würdigung Peter Anton Kreussers, die Resonanz des Publikums und die Bedeutung des Ortes verschmolzen zu einem Konzertereignis, das die Musikkultur in Wertheim nachhaltig bereicherte.
Foto Roland Schönmüller

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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