Landratswahl 2026
Michael Schüßler: „Verantwortung braucht Erfahrung“
- Michael Schüßler, Landratskandidat der Freien Wähler im Landkreis Miltenberg und Bürgermeister von Leidersbach.
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Kommunalwahl am 8. März 2026: Interview mit Michael Schüßler, Bürgermeister von Leidersbach und Kandidat der Freien Wähler für das Amt des Landrats im Landkreis Miltenberg. Der erfahrene Kommunalpolitiker spricht über Ehrlichkeit, Mut und klare Prioritäten in der Politik. Er macht klar, dass politische Verantwortung mehr ist als das Abgeben von Versprechen: Sie erfordert Erfahrung in der Führung einer Verwaltung und den Willen, Entscheidungen verlässlich umzusetzen.
Herr Schüßler, viele Menschen wünschen sich mehr Ehrlichkeit in der Politik. Was heißt das für Sie ganz konkret?
Für mich gehört Ehrlichkeit untrennbar zu Transparenz und Gründlichkeit. Politik nur auf kurzfristige Effekte oder Vorteile auszurichten, halte ich für falsch, weil darunter das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger leidet - und Vertrauen ist die Grundlage für alles. Deshalb ist es mir wichtig, offen zu kommunizieren, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und die Menschen mitzunehmen, gerade auch bei kontroversen Themen.
Was bedeutet Ehrlichkeit, wenn politische Entscheidungen nicht allen gefallen können?
Ehrlichkeit bedeutet in solchen Situationen, die Realität klar zu benennen und nichts zu beschönigen. Nur so können Entscheidungen nachvollziehbar bleiben und Akzeptanz gewinnen, auch wenn sie schwerfallen. Dazu gehört auch, dass Grenzen offen angesprochen werden. Wir hatten viele Jahre mit steigenden Steuereinnahmen, da war vieles möglich. Jetzt werden wir stärker priorisieren müssen, weil nicht mehr alles gleichzeitig geht. Das muss man den Bürgerinnen und Bürgern offen sagen. Nicht alle Wünsche sind erfüllbar, und das erzeugt natürlich Spannungen. Aber auch wenn nicht alles möglich sein wird, die Dinge, die wichtig sind, müssen umgesetzt werden. Dafür braucht es klare Prioritäten und den Willen, diese gemeinsam zu tragen.
Wie gehen Sie mit diesen Spannungen im politischen Alltag um?
Indem ich den direkten Austausch suche. Ob als Bürgermeister oder perspektivisch als Landrat: Ich gehe aktiv auf die Bürgerinnen und Bürger zu, bin ansprechbar, organisiere Bürgerforen und erkläre transparent, wie Entscheidungen zustande kommen. Das ist keine Floskel, sondern meine persönliche Überzeugung. Wir müssen den direkten Draht zu den Menschen halten.
- Michael Schüßler, Landratskandidat der Freien Wähler im Landkreis Miltenberg und Bürgermeister von Leidersbach.
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Wo sehen Sie die zentralen Aufgaben der Politik – und wo ihre Grenzen?
Unsere Aufgabe ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir können nicht jede individuelle Lebenswirklichkeit steuern, aber wir können dafür sorgen, dass grundlegende Strukturen funktionieren. Dazu gehören Pflichtaufgaben, etwa im Bereich Bildung oder bei der Unterstützung von Familien. Wenn diese verlässlich erfüllt werden, entsteht ein stabiler Rahmen für unsere Gesellschaft.
Politik kann nicht in allem Experte sein. Deshalb ist wichtig zuzuhören und sich Rat zu holen – bei Unternehmen, im Handwerk, in der Landwirtschaft, bei Familien, Schulen oder sozialen Einrichtungen. Es geht nicht darum, alles besser zu wissen, sondern unterschiedliche Perspektiven aufzunehmen und dann zu prüfen, was innerhalb der eigenen Möglichkeiten umsetzbar ist.
Viele politische Themen werden sehr emotional und parteipolitisch aufgeladen diskutiert. Wie gelingt es aus Ihrer Sicht, sachlich zu bleiben und dennoch Verantwortung zu übernehmen?
Leidenschaft und Sachlichkeit schließen sich für mich nicht aus – im Gegenteil. Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch und brenne für Themen. Daraus ziehe ich die Energie, um Projekte voranzubringen und auch kontroverse Diskussionen zu führen. Entscheidend ist aber, dass wir am Ende auf der Sachebene bleiben. Gerade bei Haushaltsfragen oder strukturellen Entscheidungen geht es um Zahlen, Daten und Fakten sowie um die Frage, welche Aufgaben wir gesetzlich erfüllen müssen und welche Linie wir gemeinsam im Gremium verfolgen.
Oft sind Debatten auch stark ideologisch geprägt. Was setzen Sie dem entgegen?
Ein Vorschlag im Kreistag muss nicht abgelehnt werden, nur weil er aus einer unerwarteten Richtung kommt, vorausgesetzt natürlich, dass er aus dem demokratischen Spektrum stammt. Entscheidend ist, ob er gut für den Landkreis ist. Denn: Ein Vorschlag ist entweder sachlich richtig oder er ist es nicht. Verantwortung heißt für mich, gute Ideen weiterzuverfolgen, um Lösungen zu finden, unabhängig davon,
von wem sie eingebracht werden. Ideologische Scheuklappen oder parteipolitisches Taktieren helfen dabei niemandem. Nur mit einer mutigen Haltung kann man standhaft bleiben und Entscheidungen durchhalten – selbst dann, wenn eine laute Minderheit Druck ausübt. Entscheidend ist, was für den Landkreis insgesamt richtig ist.
Welche Verantwortung trägt ein Landrat gegenüber übergeordneten Ebenen?
Ein Landrat hat die Aufgabe, die Interessen seines Landkreises zu vertreten – auch gegenüber übergeordneten Ebenen. Wenn es Probleme gibt, die wir vor Ort nicht lösen können, müssen sie dorthin getragen werden, wo Entscheidungen getroffen werden. Dabei darf man sich nicht scheuen, Kritik offen zu äußern. Probleme nicht weiterzuleiten, nur um ein gutes Verhältnis zu wahren oder persönliche Vorteile nicht zu gefährden, halte ich für falsch. Das wäre aus meiner Sicht Arbeitsverweigerung. Ich bin Volksvertreter und meinem Landkreis verpflichtet – nicht irgendeiner Obrigkeit. Kritik an übergeordneten Ebenen gehört dazu, unabhängig davon, wer dort politisch Verantwortung trägt. Wer das nicht tut, wird seiner Aufgabe nicht gerecht.
Mehrere Kandidaten bewerben sich um das Amt des Landrats. Warum sind Sie der Richtige für diese Aufgabe?
Ich bin der Richtige für dieses Amt, weil mein Weg konsequent auf Verantwortung ausgerichtet war.
Seit fast neun Jahren bin ich Bürgermeister. Ich trage Verantwortung für Mitarbeitende, für Haushalte und für Entscheidungen, die nicht auf dem Papier, sondern in der Realität wirken. Ich arbeite seit Jahren in zahlreichen Gremien, Aufsichtsräten und Verwaltungsräten – das ist keine Nebensache, sondern eine praktische Vorbereitung auf die Aufgabe eines Landrats.
Verantwortung habe ich aber nicht nur im Rathaus übernommen, sondern bewusst auch im Kreistag. Für mich war klar: Wer einen Landkreis führen will, darf nicht in der zweiten Reihe stehen bleiben. Deshalb habe ich Verantwortung gesucht, eine Fraktion geführt und Haushalte mitverhandelt.
Diese Erfahrung bringen meine Mitbewerber nicht mit. Ich dagegen habe Führung übernommen – vor der Wahl, nicht erst im Amt.
All das zeigt: Ich bin der Richtige für das Amt des Landrats im Landkreis Miltenberg.
Hier erfahren Sie mehr über Michael Schüßler
Teil 1 und Teil 2 der Interviewreihe mit Michael Schüßler
Autor:meine-news.de Redaktion aus Miltenberg |
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