Jahrtag der Feldgeschworenen
Sieben junge Feldgeschworene vereidigt
- Die zu Ehrenfeldgeschworenen ernannten Siebener stellten sich mit (von links) Obmann Sven Fertig und dem stellvertretendem Landrat Bernd Schötterl den Fotografen.
- Foto: © Winfried Zang
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Siebener-Jahrtag für den Altlandkreis Miltenberg mit Kirchenparade und Festgottesdienst
Nach der Kirchenparade vom Schneeberger Dorfwiesenhaus in die Wallfahrtskirche Mariä Geburt und einem feierlichen Gottesdienst haben sich die Feldgeschworenen des Altlandkreises Miltenberg in der Turnhalle des TV Schneeberg zum Jahrtag getroffen. Neben Neuvereidigungen stand die Ernennung von Ehrenfeldgeschworenen auf der Tagesordnung.
Nach dem Auftakt durch die Schneeberger Musikanten dankte Obmann Sven Fertig Pfarrer Christian Wöber für die Gestaltung des Gottesdienstes und begrüßte alle Feldgeschworenen sowie Ehrengäste. Die Feldgeschworenen brächten viel Erfahrung mit und die Älteren würden die Lage aller Grenzsteine kennen, stellte Fertig fest. Daher gelte, dass es sich mit den Siebenern verhalte wie mit gutem Wein: Mit den Jahren würden sie immer besser.
Fertig nannte auch interessante Details zur Altersstruktur der Feldgeschworenen. Schriftführer Paul Schmedding habe sich die Mühe gemacht und Zahlen beigesteuert: So beträgt der Altersdurchschnitt knapp 65 Jahre, wobei es sechs Siebener im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gibt, aber auch fünf, die über 90 Jahre alt sind. Das Gros der Siebener ist aber zwischen 61 und 90 Jahre alt – das sind 165 Menschen.
Schneebergs Bürgermeister Kurt Repp bezeichnete das Amt des Feldgeschworenen als das älteste kommunale Ehrenamt. Trotz modernster Technik seien die Feldgeschworenen unersetzlich, sie seien bei jeder Vermessung vor Ort und ihr Einsatz sei unbezahlbar. Sie wachten über die Grenzen und wüssten, wo diese verlaufen – im Gegensatz zu vielen Menschen, die das nicht mehr wissen. Repp stellte seine Gemeinde als lebenswerte Wohngemeinde vor, die über ein vielfältiges Vereinsangebot mit starker Jugend- und Seniorenarbeit verfügt.
Stellvertretender Landrat Bernd Schötterl dankte allen an der Ausrichtung des Jahrtags Beteiligten für ihren Einsatz und hob das ehrenamtliche Engagement der Feldgeschworenen hervor. Das Feldgeschworenenwesen sei einer der ältesten Pfeiler des gesellschaftlichen Miteinanders im fränkischen Kulturraum, die Siebener seien allesamt „echte Friedensstifter in ihren Gemeinden“ und „Vorbilder für ein friedliches Miteinander“. Das Amt sei heute noch so wichtig wie vor Jahrhunderten, steht für Schötterl fest. Die „Hüter der Grenzen“ sicherten Grenzsteine durch ein altes, geheimes Zeichen unter dem Stein, das mündlich weitergegeben wird. So könne man unrechtmäßiges Versetzen von Grenzsteinen feststellen, ohne neu vermessen zu müssen. Bei Streitigkeiten wirkten die Feldgeschworenen häufig schlichtend und brächten ihre Ortskenntnis ein.
Schötterl nahm anschließend sieben neuen Feldgeschworenen, darunter eine Frau, den Eid ab.
Neu dabei sind:
Michael Büttner (Collenberg), Roman Repp (Großheubach), Robin Link (Kirchzell-Buch), Johannes Breunig, Mattea Breunig und Florian Gareus (alle Schneeberg-Zittenfelden) sowie Tobias Breunig (Schneeberg).
Nach Vollendung des 75. Lebensjahres wurden folgende Feldgeschworene zu Ehrenfeldgeschworenen ernannt:
Eckard Raub (Altenbuch), Bruno Lebold (Eichenbühl-Windischbuchen), Ernst Störmer (Faulbach-Breitenbrunn), Leo Dörr (Miltenberg-Schippach), Walter Dörr (Miltenberg-Wenschdorf) und Herbert Dümig (Stadtprozelten).
Eine überraschende Nachricht überbrachte der Amtsleiter des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Wolfgang Reindl. Der seit 30 Jahre für den Landkreis Miltenberg Zuständige wird im Laufe des Jahres in den Ruhestand gehen. Er ging in der Folge auf die Digitalisierung ein, die die Arbeitsweisen stark verändert habe. Modernste Technik und modernste Geräte seien zwar eine Arbeitserleichterung, aber die Feldgeschworenen seien nach wie vor unverzichtbar, brach er eine Lanze für die Siebener. wiz
Autor:Blickpunkt MIL aus Miltenberg |
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