Hegeschau
Situation der Jagd im Mittelpunkt der Hegeschau Süd

Einen Eindruck von den Ergebnissen des abgelaufenen Jagdjahres verschafften sich (von links) Jagdberater Hubertus Hauk, BJV-Vorsitzender Ralph Keller, Landrat Björn Bartels, Sabine Dobler-Stegmann (Sachgebietsleiterin Naturschutz, Jagd- und Fischereiwesen am Landratsamt) und Veterinäramtsleiterin Dr. Vanessa Schönenbrücher.  | Foto: Winfried Zang
  • Einen Eindruck von den Ergebnissen des abgelaufenen Jagdjahres verschafften sich (von links) Jagdberater Hubertus Hauk, BJV-Vorsitzender Ralph Keller, Landrat Björn Bartels, Sabine Dobler-Stegmann (Sachgebietsleiterin Naturschutz, Jagd- und Fischereiwesen am Landratsamt) und Veterinäramtsleiterin Dr. Vanessa Schönenbrücher.
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Die öffentliche Hegeschau für den Südlandkreis Miltenberg bot am Freitag, 8. Mai, im Gasthaus „Zum Hirschen“ im Eichenbühler Ortsteil Riedern wieder eine gute Gelegenheit für alle an der Jagd Beteiligten, sich die Trophäen des letzten Jagdjahrs anzuschauen, ins Gespräch zu kommen und Informationen zur Jagdstrecke, zum Waldzustand und zum Stand in Sachen Afrikanische Schweinepest zu erhalten.

Die Hegeschau, so BJV-Vorsitzender Ralph Keller in seinen einleitenden Worten, sei aber mehr als nur die Trophäenschau, sie sei vielmehr Ausdruck der Verantwortung der Jägerschaft für Wald und Wild. Der offene Dialog zum Thema Jagd unter den Beteiligten sei wichtiger denn je, sagte er und leitete zur Rede von Landrat Björn Bartels über.

Für die Jägerschaft, aber auch für Kommunen und Jagdgenossenschaften biete die Hegeschau eine gute Gelegenheit, sich über die Situation der Jagd zu informieren, stellte Bartels fest. Die Jagd sei angesichts einer Waldfläche von 58 Prozent im Landkreis ein wichtiges Thema der Kreisentwicklung und im öffentlichen Interesse. Denn, so Bartels, ein gesunder und widerstandsfähiger Wald sei in Zeiten des Klimawandels ein wertvolles Gut der ganzen Gesellschaft. „Eine zukunftsgerichtete Jagd leistet dazu ihren Beitrag“, sagte er und sprach angesichts der Streckenlisten von einer Situation, mit der man zufrieden sein könne, aber es gebe Entwicklungspotenzial. Allen Jägerinnen und Jägern dankte er für ihren Einsatz und forderte sie auf, auch im zweiten Drittel der Rehwildabschussplanung die Abschusspläne zu erfüllen. Die Hegeschau zeigte Bartels zufolge, „dass nachhaltige Jagd weit mehr ist als bloße Abschusszahlen – sie ist gelebter Natur- und Artenschutz.“

Dass sich der Wald in herausfordernden Zeiten befindet, steht für Paul Bauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fest. Der für den Südlandkreis zuständige Abteilungsleiter Forsten zeigte mit Temperatur- und Niederschlagsdaten, dass der Trend zu höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden ungebrochen sei, auch wenn das letzte Jahr etwas kühler gewesen sei als die drei Jahre zuvor. Wenn sich am Klima nichts ändere, rechnet er bis Ende des Jahrhunderts mit einem Klima ähnlich dem in der Provence. Das sei beunruhigend, aber man versuche, den Wald darauf vorzubereiten. Mit angepassten Bewirtschaftungsmethoden, der Einbringung alternativer und klimaresilienter Baumarten, der Schaffung von mehr Wasserrückhalt im Wald und der Bewässerung von Neupflanzungen versuche man, auf der gesamten Waldfläche strukturreiche Mischwälder zu etablieren. Auch die Jagd sei aufgefordert, mitzuhelfen, etwa mit angepassten Jagdstrategien, die den Verbissdruck im Wald reduzieren. Wenn durch Naturverjüngung mehr Baumarten erhalten bleiben, mache dies weniger Investitionen in Schutzmaßnahmen und Pflanzungen notwendig. Für 2027 kündigte Bauer die Erstellung des Forstlichen Gutachtens an.

Hubertus Hauk, seit Dezember 2025 Kreisjagdberater, präsentierte die Streckenlisten. So bezifferte er die Rehwildstrecke im abgelaufenen Jagdjahr auf 1.937 Stück, davon seien 1.717 Stück erlegt worden, der Rest sei verendet aufgefunden worden oder bei Unfällen verendet. Damit habe man im ersten Drittel des dreijährigen Zeitraums eine Erfüllungsquote von 28 Prozent erreicht mit der Folge, so dass man nach zwei Jahren „eine härtere Bilanz“ ziehen müsse. Hauk forderte die Jagdtreibenden auf, in den Wäldern Äsungsflächen zu schaffen, dort aber nicht zu jagen. Das vermindere den Druck auf das Wild, Bäume verbeißen zu müssen. Die fünf Hegegemeinschaften seien „alle grün“, freute er sich, die Erfüllungsquoten reichten von 27 bis 30 Prozent. Das, so Hauk, sei „eine klasse Leistung“. Beim Schwarzwild seien 2.287 Stück angefallen, darunter 2.264 erlegte, sieben verluderte und 16 verunfallte. Er mahnte die Jägerinnen und Jäger, beim Schießen von Überläufern mehr weibliche zu schießen, das Ungleichgewicht zugunsten der männlichen sei zu hoch. Die Abschusszahlen beim Rotwild seien sowohl im Spessart wie auch im Odenwald nicht erreicht worden. Beim Niederwild sei man mit 386 Füchsen „gut dabei“, trotz 267 erlegter Waschbären müsse man „dranbleiben“, denn die Tiere verursachten hohe Schäden. Die Zahl der Wildunfälle sei mit 160 (2024/2025: 202) rückläufig, so Hauk.

Über die Änderungen im Jagdgesetz informierte Stefan Pache, Abteilungsleiter Umweltschutz am Landratsamt. Dabei ging er unter anderem auf die Möglichkeit der Abschussplanfreiheit für Rehwild, die Zulässigkeit von Gruppenabschüssen, die Erweiterung der Liste der jagdbaren Tierarten sowie die Änderungen der Jagdzeiten ein. Dr. Vanessa Schönenbrücher, Leiterin des Veterinäramts, stellte die Lage im Hinblick auf die afrikanische Schweinepest (ASP) dar. Demnach gebe es keine Fälle im Landkreis Miltenberg, aber zuletzt Ende März im Odenwaldkreis. Bei der ASP-Verbreitung dürfe man nie den Faktor Mensch vergessen, sagte sie, denn Unvorsichtigkeit könne sich rächen. Bislang seien in Franken, dem sogenannten Frankenwall, seit Juni 2024 29.000 Blutproben untersucht worden, darunter 7.226 im Bereich Miltenberg bei gesund erlegten Wildschweinen. Mittlerweile gebe es einen festen Wildzaun entlang der A3, der B469 und der Staatsstraße 2311, die Lücken an der B469 würden mit Wildkameras überwacht. Die ASP-Hotline sei weiter geschaltet, bislang seien 89 Wildschweine geborgen worden. „Wachsam bleiben“, forderte Schönenbrücher die Jägerinnen und Jäger auf.

Den Abschluss der Hegeschau übernahm der BJV-Vorsitzende Ralph Keller, der sich in einem 30-minüten Vortrag unter anderem mit der Bedeutung der Hege, den zugrundeliegenden Rechtsvorschriften, den Zielen der Hege, den Hege-Maßnahmen, Biotop-Verbesserungen, der Wildfütterung im Winter, der Seuchenprävention und der Gesundheitshege sowie der Abschussplanung beschäftigte.

Organisiert wurde die Hegeschau von der BJV-Kreisgruppe Miltenberg unter ihrem Vorsitzenden Ralph Keller, musikalisch umrahmt wurde sie von Bläser Robert Geis und drei Bläserinnen aus dem Bereich Aschaffenburg.

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