Künstliche Intelligenz
Michelstädter Schüler gewinnen Gründerpreis mit KI-Tool „Ninoxity“
- Die Preisträger Leonard Luca Bock und Lilli Maria Koniordos (Mitte) bei der Auszeichnung zusammen mit Vertretern der Volkswagen AG und von JUGEND GRÜNDET.
- Foto: "Jugend gründet"
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Wie lässt sich digitale Berichterstattung im Alltag besser verstehen und hinterfragen? Lilli Maria Koniordos und Leonard Luca Bock vom Gymnasium Michelstadt haben dafür eine Lösung gefunden: Ihre KI-gestützte Browsererweiterung „Ninoxity“ deckt manipulative Taktiken auf, erklärt Argumente und zeigt andere Blickwinkel. Für diese Idee wurden die beiden beim Bundesfinale von JUGEND GRÜNDET mit dem Sonderpreis „Social Start-up“ ausgezeichnet.
Medienkritik im Schulunterricht
Der konkrete Anstoß für das Projekt entstand im Politik-und-Wirtschafts-Leistungskurs von Leonard bei einer Diskussion über den Nahostkonflikt. Die Schülerinnen und Schüler hatten unterschiedliche Artikel und Quellen herangezogen – und kamen trotzdem zu völlig verschiedenen Schlussfolgerungen. Daraus entstand die Frage: Kann man etwas tun, um solche Diskussionen zu entschärfen und Informationen bewusster einzuordnen?
Lilli und Leonard wollten deshalb nicht einfach überprüfen, ob ein Artikel „richtig“ oder „falsch“ ist. Ninoxity soll vielmehr sichtbar machen, wie ein Text aufgebaut ist und wo Leserinnen und Leser möglicherweise beeinflusst werden. Analysiert werden unter anderem These, Argumentation und Fazit sowie sprachliche Mittel wie Zitate oder rhetorische Fragen. Zusätzlich soll das Tool andere Artikel finden, die eine Gegenmeinung vertreten. „Damit man seine Meinung aus mehreren Perspektiven zum selben Thema bilden kann“, erklärt Lilli.
Von der Idee zum Businessplan
Zusammengefunden haben die beiden sich eher zufällig. Über eine schulische Begabtenförderung lernten sie sich kennen. Lilli erzählte dort von ihrem Interesse an einer Teilnahme bei JUGEND GRÜNDET. Leonard, der sich schon länger für Wirtschaft und Gründerkultur interessierte, fragte sie kurzerhand, ob sie gemeinsam teilnehmen wollten. Es folgten Brainstorming-Runden in Freistunden und schließlich eine intensive Arbeitsphase in den Winterferien.
Für den Businessplan mussten sie sich unter anderem mit Namensfindung, Urheberrecht, Finanzierung, Personalplanung und möglichen Einnahmen beschäftigen. Besonders anspruchsvoll waren die betriebswirtschaftlichen Berechnungen: Wie viele Mitarbeitende wären nötig? Was würden sie kosten? Welche Einnahmen wären realistisch? Und wie lässt sich ein Preis für das Produkt festlegen?
- Lilli und Leonard freuen sich über den Erfolg von „Ninoxity“. Ihr Ansatz verbindet wirtschaftliches Denken mit sozialer Verantwortung.
- Foto: privat
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Mit dem Prototyp zum Pitch- Event
Für das Pitch-Event in Münster entwickelte Lilli schließlich ein Minimum Viable Product (MVP), also einen voll funktionsfähigen Prototypen: Über ein kleines Icon öffnet sich ein Seitenfenster, das beispielsweise rhetorische Stilmittel in Artikeln transparent aufschlüsselt. Künftig soll zudem ein Link auf eine externe Website führen, um vertiefende Informationen zu bieten. Ziel ist es, die digitale Medienkompetenz der Nutzer nachhaltig zu stärken,
Auszeichnung in Stuttgart
Der große Einsatz zahlte sich aus: Am 29. Juni 2026 zeichnete die Volkswagen AG das Team beim Bundesfinale von JUGEND GRÜNDET in Stuttgart mit dem Sonderpreis „Social Start-up“ aus. Dieser Preis würdigt Geschäftsideen, die wirtschaftliches Denken mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden.
Mehr als ein Wettbewerb
Hat sich die Teilnahme gelohnt? „Ja, auf jeden Fall“, sagen beide. Neben neuen Kontakten nehmen sie die Erfahrung mit, dass solche Formate nicht nur etwas für vermeintliche „Genies“ sind. „Man muss keinen IQ von 180 haben, auch wenn die Anforderungen hoch sind. Es geht darum, Dinge zu verändern und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dafür braucht es Kreativität“, sagt Leonard. Lilli ergänzt: „Die Community hat unfassbar viel Spaß gemacht. Man kommt mit genauso motivierten Personen zusammen, die gleiche Interessen haben.“ Besonders wertvoll seien dabei auch die Begegnungen mit Menschen aus Wirtschaft und anderen Branchen. Leonard möchte deshalb vor allem eines mitgeben: „Traut euch! Nutzt solche Chancen für euch und für die Zukunft in unserem Land und unserer Gesellschaft.“
Katja Bergmann
Autor:meine-news.de Redaktion aus Miltenberg |
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