Lithium-Ionen-Akkus korrekt entsorgen
Wenn die Batterie zum Brandherd wird

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Lithium-Ionen-Akkus verursachen immer häufiger Brände in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen

Batterien und Akkus sind fester Bestandteil des Alltags: Sie stecken im Smartphone, in der elektrischen Zahnbürste, im Akkuschrauber oder im E-Bike.

Im Jahr 2024 waren in Deutschland rund 60.000 Tonnen Batterien und Akkus im Umlauf, Tendenz steigend (laut der Internetseite www.batterie-zurück.de). Viele Menschen wissen nicht, wie gebrauchte Energiespeicher richtig entsorgt werden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Miltenberg warnt ausdrücklich: Unsachgemäß entsorgte Batterien können erhebliche Schäden verursachen.

Besonders Lithium-Ionen-Akkus entwickeln sich zunehmend zur ernsthaften Gefahr. Das Problem entsteht, wenn diese Akkus im Hausmüll wie etwa im Gelben Sack, im Rest oder Sperrmüll unsachgemäß entsorgt werden. Scheinbar leere Batterien und Akkus haben oft noch eine Restladung. Wenn diese beim Pressen in Müllfahrzeugen oder beim Zerkleinern in Sortieranlagen mechanisch beschädigt werden, können Kurzschlüsse und das Auslaufen leicht entzündlicher Flüssigkeiten Brände verursachen. Diese Brände erreichen extrem hohe Temperaturen, sind nur schwer zu löschen, stellen ein lebensbedrohliches Risiko für Beschäftigte der Entsorgungswirtschaft dar und behindern das Recycling anderer Wertstoffe.

Je geladener der Akku, desto größer ist der Brandherd und das daraus entstehende Risiko. Am 22. Juli 2025 kam es in der Umschlaghalle der Müllumladestation Erlenbach während des Schreddervorgangs von Sperrmüll zu einem Brand durch einen Lithium-Ionen-Akku. Auch in Privathaushalten können durch Fehllagerung oder unsachgemäße Behandlung von Batterien und Akkus Brände entstehen, die verheerende Folgen für Menschen und Wohnraum haben können.
Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) gab es allein 2025 deutschlandweit mehr als 120 Brände in Recycling- und Sortieranlagen, auf Betriebshöfen und in Müllfahrzeugen. Branchenverbände warnen: Mittlerweile sind rund 80 Prozent der Brände in Abfallbehandlungsanlagen auf Lithium-Ionen-Akkus zurückzuführen (EUWID 2024).

Lithium-Ionen-Akkus stecken in weit mehr Produkten als gedacht. Neben Smartphones, Tablets und Notebooks finden sich solche Akkus auch in E -Zigaretten (Vapes), kabellosen Kopfhörern, Drohnen, Powerbanks, blinkenden Kinderschuhen und sogar in singenden Grußkarten. Viele sind sich nicht bewusst, dass zahlreiche Alltagsgegenstände einen Akku enthalten und daher als Elektrogeräte gelten. Als einfache Faustregel gilt: Blinkt, piept, singt oder bewegt sich ein Produkt, dann ist es ein Elektrogerät, das nicht in den Hausmüll gehört.

Für Privathaushalte besteht bei ordnungsgemäßem Umgang mit Batterien nur ein geringes Risiko. Wichtig ist, Batterien und Akkus sauber, trocken und bei Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad zu lagern und keiner extremen Hitze oder Feuchtigkeit auszusetzen. Wenn Anzeichen einer Beschädigung auftreten – etwa ein aufgeblähtes Gehäuse, Verformungen oder ungewöhnliche Erwärmung im ausgeschalteten Zustand – sollte der Akku umgehend fachgerecht entsorgt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, die Pole lithiumhaltiger Batterien und Akkus vor der Rückgabe mit Klebeband zu isolieren, um Kurzschlüsse zu verhindern.

Batterien und Akkus können kostenfrei an allen Verkaufsstellen zurückgegeben werden: im Supermarkt, im Drogeriemarkt, im Elektrofachhandel, im Baumarkt oder an der Tankstelle. In der Regel stehen dort Sammelboxen im Eingangs- oder Kassenbereich bereit. Darüber hinaus nehmen die Wertstoffhöfe des Landkreises Altbatterien entgegen. Auch Schadstoffmobile und Bürgerbüros bieten Rückgabemöglichkeiten. In Deutschland gibt es rund 200.000 Sammelstellen, die unter anderem von Rücknahmesystemen wie der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS) betrieben werden. Wichtig: Bevor alte Elektrogeräte entsorgt werden, sollten enthaltene Batterien und Akkus (soweit möglich) immer entnommen und getrennt abgegeben werden. Sind Akkus fest verbaut und das Gerät defekt, muss das gesamte Gerät als Elektroschrott über den Handel oder den Wertstoffhof entsorgt werden.
Die fachgerechte Rückgabe hat mehrere Vorteile: Schadstoffe wie Quecksilber, Cadmium und Blei bleiben dem Hausmüll und der Umwelt fern. Außerdem verringert sich entlang der Entsorgungskette das Brandrisiko und wertvolle Rohstoffe können zurückgewonnen werden. In Batterien und Akkus stecken Metalle wie Nickel, Kobalt, Lithium, Kupfer, Aluminium und Silber. Allerdings werden bislang nur etwas mehr als die Hälfte aller Gerätebatterien ordnungsgemäß zurückgegeben. Viele Alt-Batterien lagern in Schubladen oder landen im Hausmüll. Deshalb hat die Europäische Union 2023 eine neue Batterieverordnung verabschiedet, die seit Februar 2024 gilt. Die Sammelquote im Jahr 2024 lag bei 53,8 Prozent
(www.batterie-zurück.de). In Deutschland wurde das bisherige Batteriegesetz im August 2025 durch das Batterie-Recht-Durchführungsgesetz ersetzt.
Die Verordnung sieht eine deutliche Erhöhung der Sammelquoten vor. Bis Ende 2027 sollen mindestens 63 Prozent der Gerätebatterien eingesammelt werden, bis 2030 sogar mindestens 73 Prozent. Die EU-Batterieverordnung bringt ab 2027 weitere Neuerungen: Geräte sollen so konstruiert sein, dass Batteriendurch Verbraucher ausgetauscht und Mindest­anteile an recycelten Materialien in neuen Batterien vorgeschrieben werden können.

Die Abfallwirtschaft des Landkreises Miltenberg appelliert daher:

  • Batterien und Akkus nicht im Hausmüll entsorgen
  • Zahlreiche kostenlose Rückgabemöglichkeiten nutzen
  • Pole von Lithium-Ionen-Akkus vor der Abgabe abkleben
  • Vorsicht bei beschädigten Akkus: Diese umgehend entsorgen und das Fachpersonal des Wertstoffhofes über die Beschädigung informieren

Mit der richtigen Entsorgung von Batterien und Akkus leistet Jede und Jeder einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Mitmenschen.    ece

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Blickpunkt MIL aus Miltenberg

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