Lichtmess- ein segensreicher Tag
Nicht nur Gutes sagen, auch Gutes tun
- An Mariä Lichtmess versammelten sich die Gläubigen zur Kerzensegnung am Taufstein
- Foto: Martin Winkler
- hochgeladen von Nina Reuling
Anlässlich der Messfeier an Mariä Lichtmess am 02.02.26 bat Pfarrer Jan Kölbel die Gläubigen, sich um den Taufstein zu versammeln, um zunächst die Kerzen zu segnen, welche im Kirchenjahr Verwendung fänden. Seit der Geburt Jesu an Weihnachten seien 40 Tage vergangen und Maria und Joseph hätten ihren Sohn an diesem Tag in den Tempel gebracht, um ihn Gott zu weihen. Im Tempel sei Jesus vom greisen Simeon als Licht der Völker gepriesen worden. Jesus habe nicht nur von sich gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“, sondern er habe uns zugesprochen: „Ihr seid das Licht der Welt“. Wie Maria und Joseph zum Tempel gezogen seien, wollten wir nach der Kerzensegnung nun in einer kleinen Lichterprozession in die Kirche hineinziehen. In seiner Predigt ging der Pfarrer darauf ein, dass er die Tage um Lichtmess wegen des Blasiussegens ganz besonders mögen würde, da sie ihn jedes Jahr daran erinnern würden, wie er nach seiner Priesterweihe den Primizsegen gespendet habe. Es sei schön, Menschen direkt und persönlich den Segen zuzusprechen. Deshalb könne er es nicht verstehen, dass Mitbrüder „nur“ den allgemeinen Blasiussegen spendeten, weil ihnen der Einzelsegen zu viel Arbeit sei. Diese Zeit sei allemal besser investiert als so manche Schreibtischarbeit oder Sitzung, die mittlerweile den größten Teil der Arbeit eines Priesters ausmachten. Segnen heiße im Lateinischen „bene-dicere“ und bedeute wörtlich übersetzt „Gutes sagen“. Darum gehe es beim Segnen – jemandem etwas Gutes, ja das Beste überhaupt zuzusprechen: Du bist nicht allein; Gott ist mit dir. Das Segnen sei eine der wichtigsten Aufgaben geweihter Amtsträger, jedoch nicht ihr ausschließliches Privileg. Der Bischof könne geeignete Laien mit der Spendung bestimmter Segen beauftragen, z.B. dem Sterbesegen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, wenn keine Krankensalbung möglich sei. Daneben gebe es die Segnungen im Kreis der Familie, z.B. die Segnung der Kinder durch die Eltern oder den Tischsegen. Ein bekannter geistlicher Schriftsteller rate, immer eine „segnende Hand“ dabei zu haben und Menschen, denen wir begegneten, heimlich einen Segen mitzugeben – gerade denen, mit denen wir uns schwer täten. Dies könne erstaunliche und wohltuende Folgen sowohl für uns als auch für den anderen haben. Letztlich gehe es darum, zum Segen für andere zu werden, in denen wir ihnen nicht nur Gutes zusprächen, sondern ihnen auch Gutes täten. Mit dem Lichtmesstag habe früher die Weihnachtszeit geendet. Lichtmess und Blasius seien die letzten Ausläufer der segensreichen Weihnachtszeit. Dieser Tag lade uns ein, uns nicht nur segnen zu lassen, sondern den Segen der Weihnachtszeit in unseren Herzen zu tragen und ihn weiter zu geben. Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Kölbel der Schola Cantorum (Ltg. Michael Bailer) für die festliche, musikalische Gestaltung. Er spendete zunächst den allgemeinen Blasiussegen und mit seinem Konzelebranten Pfarrer Toni Wolf den Blasiussegen als Einzelsegen zum Schutz vor Halskrankheiten.
Nina Reuling
Autor:Nina Reuling aus Miltenberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.