Buchvorstellung: „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren“

von links: Ruthard Zipf, Ilona Meisenzahl, Hans Günther, Matthias Klotz.
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Großheubach. Am Freitag, 16. September 2016, stellte die Gemeinde Großheubach, das vom Heimatkundlichen Treff Großheubach zusammengetragene Werk „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren“ den geladenen Gästen im Abendanz‘schen Haus vor.
Es sei den Verantwortlichen gelungen, ein Buch zu schreiben, das sich wie ein Roman lese. Besonders beeindruckt sei er von den vielen wichtigen Daten gewesen, die er schon gar nicht mehr im Kopf hatte. „Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen“, so Bürgermeister Günther Oettinger. Es sei ein Buch, das in den Lehrplan der Schule aufgenommen werden sollte.
Er trug aus dem Buch ein Gedicht von Sepp Koppal und einen Stimmungsbericht von 1946 vor. Abschließend zog er den Vergleich von damals zu heute. „Die Heimatvertriebenen waren Deutsche, sie waren Christen, konnten sich verständigen, waren hilfsbereit und Willens wieder neu anzufangen.“ Das sei aktive Integration gewesen und das sehe man noch heute. „Die Asylbewerber, die jetzt zu uns kommen haben eine andere Religion, können unsere Sprache nicht, haben keine Ausweispapiere. Manche verschweigen ihre wahre Identität. Die zahlreichen unbegleiteten Minderjährigen müssen alle untersucht werden, um ihr Alter festzustellen. Man kann das nicht mit damals vergleichen. Die Heimatvertriebenen waren Menschen aus dem gleichen Kulturkreis“, betonte Bürgermeister Oettinger.
Der Vorsitzende des Heimatkundlichen Treffs Matthias Klotz stellte anschließend die neueste Veröffentlichung des Heimatkundlichen Treffs „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren“ vor. 1946, vor 70 Jahren, musste Deutschland insgesamt 8 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene aufnehmen, die aus Ostpreußen, Schlesien, aus dem Sudetenland, aus dem Banat und anderen Gebieten flüchteten oder des Landes verwiesen wurden. Die Integration der Flüchtlinge war nicht leicht, es kam immer wieder zu Reibereien. Auch für die Flüchtlinge und Heimatvertriebene war der Neubeginn nicht einfach und es erwies sich als schwierig sich in der neuen Heimat zu etablieren. Wehe, ein Flüchtling wollte etwas mit einem einheimischen Mädchen anfangen! Das Buch enthalte bewegende Einzelschicksale, informierte Herr Klotz.
Abschließend galt sein Dank für die Erstellung des Buches den Mitgliedern des Heimatkundlichen Treffs, insbesondere Ruthard Zipf. Er habe das ganze letzte Jahr schon Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Anfangs sei noch geplant gewesen, nur die Zeitzeugen-Gespräche zu führen und später einmal zu veröffentlichen, doch die Geschichten waren so bewegend, dass der Heimatkundliche Treff beschloss, ein Buch daraus zu machen, blickt Matthias Klotz zurück. „Da bot sich das Jahr 2016 an, denn das Hauptjahr der Vertreibung liegt genau 70 Jahre zurück“, bemerkte er. Sein Dank galt auch Hans Günther, der das Buch gesetzt hat und Ilona Meisenzahl, die für die Bebilderung sorgte. Auch den Korrekturlesern Thomas Unverzagt, Reinhold Hörl und Renate Knebel sprach er seinen Dank aus. Ein Dankeswort richtete er auch an die Gemeinde Großheubach, die das Buch finanziert hat und Herausgeber ist.
Seinen größten Dank sprach er aber den zirka 20 Zeitzeugen aus, ohne deren Gesprächsbereitschaft das Buch nicht zustande gekommen wäre. Er überreichte allen die gelungene Ausgabe.
Alle Interessierte, können das Buch „Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren“ für 27 Euro bei der Sparkasse Großheubach, der Volks- und Raiffeisenbank Großheubach, in der Postfiliale Grasmann und in der Bäckerei „Kirchgäßner“ (Café König), erwerben.

Autor:

Susanne Flicker aus Miltenberg

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