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Ein musikalisches Fest der Extraklasse.
- Solistin Dörthe Braun faszinierte an der Querflöte mit dem Stück „Dornenvögel“ und erhielt reichlich Applaus vom Publikum und einen symbolischen Handkuss vom Dirigenten.
Foto Roland Schönmüller
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Die Musik sprach direkt zum Herzen.
Egerlandmusikanten begeistern beim Böhmischen Abend in Külsheim mit besonderen Klangfarben und Heimatgefühl.
Külsheim. – Ein musikalisches Fest der Extraklasse erlebten die Besucherinnen und Besucher am Donnerstagabend in der Festhalle Külsheim: Der Musikverein Uissigheim hatte zum traditionellen Böhmischen Abend geladen. Zahlreiche Freunde und Fans, rund 170 an der Zahl, waren von der Egerländer Blasmusik fasziniert.
Schon beim Einzug der zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker war die Vorfreude im Saal spürbar. Doch in diesem Jahr gab es eine besondere Premiere: Erstmals seit fast 30 Jahren stand nicht Fred Prokosch am Dirigentenpult, sondern ein Gastdirigent. Aus gesundheitlichen Gründen musste Prokosch pausieren und so übernahm Edi Sagert die musikalische Leitung – er gilt als ein echter Profi auf dem Gebiet der Egerländer Musik.
Sagert, der viele Jahre Flügelhornist bei Ernst Mosch und den Original Egerländer Musikanten war und die „Original Kapelle Egerland“ leitete, brachte nicht nur seine große Erfahrung, sondern auch eigene Kompositionen mit nach Külsheim. Im abwechslungsreichen Programm waren daher auch mehrere seiner Stücke zu hören – darunter sogar eine Uraufführung, die vom Publikum mit begeistertem Applaus bedacht wurde.
Die Musikerinnen und Musiker aus Uessigheim und Umgebung meisterten die neue Herausforderung mit Bravour. Unter Sagerts Leitung präsentierten sie die ganze Bandbreite der böhmischen Blasmusik: Von schwungvollen Polkas über gefühlvolle Walzer bis hin zu mitreißenden Märschen. Die Spielfreude und Präzision des Orchesters sorgten für beste Stimmung und zahlreiche Zugabe-Rufe.
Auch die Moderation des Abends mit Karin Pauly aus Külsheim war informativ und unterhaltsam. Immer wieder wurdenauf die Geschichte der Egerlandmusikanten und die Bedeutung der böhmischen Blasmusik hingewiesen.
Das Gesangsduo Andrea Bachert und Klaus Lang sorgten mit ihren Beiträgen für Abwechslung und setzten besondere Akzente. Solistin Dörthe Braun faszinierte an der Querflöte mit der bekannten Filmmelodie „Dornenvögel“und erhielt reichlich Applaus vom Publikum und einen wertschätzenden Handkuss vom Dirigenten.
Der Böhmische Abend war nicht nur ein musikalischer Höhepunkt, sondern auch ein Zeichen für Zusammenhalt und Tradition. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, um alte Bekannte zu treffen und gemeinsam zu feiern. Die Festhalle wurde gut besucht und die Atmosphäre war geprägt von Freude und Begeisterung.
Mit langanhaltendem Applaus verabschiedete das Publikum die Egerlandmusikanten und ihren Gastdirigenten Edi Sagert. Der Musikverein Uissigheim konnte auf einen rundum gelungenen Abend zurückblicken, der Lust auf mehr machte. Die Vorfreude auf das nächste Konzert sei bereits jetzt groß, schmunzelte ein Steinbacher Senior, Anfang siebzig.
Fast ein wenig wehmütig verabschiedete man sich von der Egerland-Musik bei vier Zugaben:
„Böhmischer Wind“ (Walzer) und den drei Polkas „Der Wittmann Franz“, „Auf der Vogelwiese“ und „Böhmischer Traum“.
Die Veranstaltung war in voller Erfolg und wurde von den Gästen mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Der Musikverein Uissigheim blickt auf einen gelungenen Abend zurück, der die Bedeutung der böhmischen Blasmusik und die Verbundenheit der Musikfreunde eindrucksvoll unterstrich.
„Diese Musik hat eine Seele!“, resümierte eine Zuhörerin, Mitte Vierzig, aus Külsheim. Die Melodien seien ehrlich, lebensfroh und zugleich melancholisch. Man spüre die Wurzeln, die Geschichten und die Menschen dahinter. Gerade in der heutigen Zeit sehnten sich viele Mitbürgerinnen und Mitbürger nach etwas Echtem – und das biete dieses Genre.
Und eine Musikerin meinte: „Ob jung oder alt – die Menschen lieben diese Musik. Sie verbindet auch Generationen, schafft Gemeinschaft und bringt neue Lebensfreude. Man sah förmlich bei jedem Musik- und Gesangsstück, wie sehr es die die Herzen berührt. Die Kraft der Musik, die Schönheit der Tradition, die emotionale Tiefe, die schon ein einzelner Ton entfaltet, kommen bei allen Menschen an.“
Fazit einer jungen Bedienung (18):“ Es war ein rundum gelungener Abend: Musik, Gemeinschaft, gute Laune – das ist Külsheim und Uessigheim, wie ich es liebe. Bei den Polkas habe ich innerlich mitgeschunkelt, bei den Walzern kamen manche romantische Erinnerungen hoch.“
Hintergrund:
Böhmische Blasmusik ist eine traditionelle Musikrichtung, die ihren Ursprung in Böhmen (heute größtenteils Tschechien) hat und besonders im süddeutschen Raum, in Österreich und der Schweiz sehr beliebt ist. Sie zeichnet sich durch ihre charakteristischen Klangfarben, eingängige Melodien und rhythmische Vielfalt aus. Typisch sind Polkas, Walzer und Märsche, die oft mit viel Gefühl und Spielfreude vorgetragen werden.
Wichtige Merkmale der böhmischen Blasmusik:
Besetzung: Meist spielen Klarinetten, Trompeten, Flügelhörner, Tenorhörner, Baritone, Posaunen, Tuben und Schlagzeug.
Stil: Die Musik ist lebensfroh, aber auch oft melancholisch. Sie vermittelt Heimatgefühl, Gemeinschaft und Tradition.
Bekannte Vertreter: Ernst Mosch und seine „Original Egerländer Musikanten“ haben die böhmische Blasmusik international bekannt gemacht.
Repertoire: Neben traditionellen Stücken gibt es viele moderne Kompositionen, die den Stil weiterentwickeln.
Typische Stücke sind zum Beispiel:
„Böhmischer Traum“
„Auf der Vogelwiese“
„Böhmischer Wind“
„Der Wittmann Franz“
Roland Schönmüller
Text und Fotos: Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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