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Gehaltvolles Gebäck, große Gebildebrote, gewickeltes Christkind


Christstollen und Weihnachtzeit, Kulinarisches und Kerzen gehören zueinander und sind untrennbar miteinander verbunden. Foto Roland Schönmüller
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  • Christstollen und Weihnachtzeit, Kulinarisches und Kerzen gehören zueinander und sind untrennbar miteinander verbunden. Foto Roland Schönmüller
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Spätestens jetzt  - am 28.12.2020 - darf der Christstollen angeschnitten werden!

Wer kennt ihn nicht - den würzigen Christstollen? Neben Lebkuchen und Plätzchen ist der längliche Kuchen seit dem Mittelalter schon ein bekanntes Weihnachtsgebäck.

Heute steht das beliebte Hefeteig-Produkt schon wochenlang vor der Adventszeit in den Verkaufsregalen vieler Lebensmittel-Geschäfte und Discounter.

Bei unseren Vorfahren jedoch galt die vierwöchige Adventszeit als besinnliche Fastenzeit und da konnte man vom Weihnachtsstollen nur träumen!

Auf süße Speisen und herzhaftes, zuckerreiches Gebäck mussten kleine und große Gaumenfreunde früher bis zum eigentlichen Christfest warten, denn der Christstollen durfte einst erst für jung und alt am 28. Dezember angeschnitten werden.

Christstollen - gewickeltes Kind in der Weihnachtsbäckerei

Der Grund erklärt sich aus seiner symbolischen Form und erinnert an die in Tücher oder Windeln gewickelten Säuglinge im Allgemeinen, an die in der Bibel (Matthäus 2,1- 18) genannten Unschuldigen Kinder und den Kindermord von Bethlehem sowie an das neugeborene Jesuskind im Besonderen.

Stolle oder Striezel - haltbar bis Ostern

So wird der längliche Kuchen auch genannt. Er besteht als süßem, butterreichem Hefeteig mit Zitronat, Orangeat, süßen und bitteren Mandeln, Marzipan, Nüssen, Rosinen und Rum und ist umgeben von einem dicken Puderzucker-Mantel.

Ob er in wirklich in Dresden „erfunden“ worden ist, steht in den Sternen. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts , im Jahr 1329, werden in einer Naumburger Urkunde zwei „Stollen“ genannt, die der dortige Bischof zu Weihnachten von der Bäckern als Zins als Naturaliensteuer erhielt.

Weltruf erlangte ab Mitte des 15. Jahrhunderts allmählich der sächsische Christstollen (ab 1457):

zunächst als erlesenes Weihnachtspräsent in adeligen Kreisen, später als privilegierter Dresdener Christstollen für Feinschmecker.

Form und Zucker-Umhüllung sorgen noch heute dafür, dass die Stolle lange genug frisch bleibt - angeblich bis Ostern.

„Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Stollen stets von der Mitte heraus aufzuschneiden und - um das Austrocknen der so erhaltenen zwei Hälften zu vermeiden - diese anschließend wieder zusammen schieben“ - berichtet ein ältere Bäuerin aus der Region, die früher auch selbst Christstollen gebacken hat.

Fastengebäck mit Butter und Milch

Mancherorts buk man in Süddeutschland die eigenen Weihnachtsstollen aber nicht selbst: Die Zutaten wurden von den Hausfrauen im November gekauft. Dann kam der Bäcker mit seinem Trog und knetete den Teig für verschiedene große Stollen.

Der Stollen war so wichtig, dass man in gutbürgerlichen Haushalten eigene Bretter zum Aufschneiden hatte, Das waren schöne Stücke aus edlem Holz, versehen mit Familiennamen und weihnachtlichem Dekor - glänzend poliert.

Rezepte gibt es heutzutage viele. Gemeinsam ist allen Christstollen aber, dass sie anders als herkömmliches mittelalterliches Fastengebäck, das damals lediglich aus Mehl, Hefe und Wasser und Öl bestanden, von der Kirche erlaubt, ausnahmsweise mit Butter und Milch gebacken wurden.

Heuer kennt man den Dresdner Christstollen, den Mohn-, den Quark- oder auch den Marzipan-Stollen. Sie alle dürfen jetzt probiert werden!

Aktuelle und Archiv-Aufnahmen - Informationen und weitere Bilder folgen!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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