Bildergalerie und Essay.
Wie der September-Vollmond den Garten dirigiert.
- Die alten Wetterpropheten vom Lande untermauern dieses Gartenwissen seit Jahrhunderten mit ihren Bauernregeln. „September-Vollmond klar und rein, bringt fürs nächste Jahr viel Wein“, verspricht eine alte Weisheit, die auf sonnige Herbsttage und süße Trauben hoffen lässt. Foto Roland Schönmüller
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Säen, schneiden, staunen.
Hobbygärtner aufgepasst, denn am 26.09.2026 übernahm der September-Vollmond das Zepter im Beet.
Als das nächtliche Flutlicht nun am Himmel erstrahlte, ging es in der Natur um weit mehr als nur um Romantik.
Denn genau an diesem Tag trennten uns exakt 379.435 Kilometer von unserem kosmischen Nachbarn.
Für alle, die mit dem grünen Daumen arbeiten, markiert dieser September-Vollmond einen der wichtigsten Wendepunkte im Gartenjahr, an dem sich die verborgenen Kräfte der Natur mit etwas astronomischem Rückenwind nutzen lassen.
Der Volksmund kennt für diesen Himmelskörper viele kreative Titel: Erntemond ist der Klassiker, doch er geistert auch als Maismond, Fruchtmond, Gerstenmond oder gar als Jagdmond durch die Chroniken.
Zu diesem Zeitpunkt erreicht die Lebenskraft der Pflanzen ihren absoluten Höhepunkt in den oberirdischen Pflanzenteilen. Alles, was jetzt über der Erde wächst, strotzt vor Saft und Kraft.
Doch der eigentliche Zauber für den Gärtner beginnt in den Tagen direkt nach dem Vollmond, wenn der Mond wieder abnimmt und die Gravitation das Kommando übernimmt.
Nach den Regeln des klassischen Mondkalenders kehrt sich der Saftstrom der Pflanzen mit dem schwindenden Licht um. Die Energie zieht sich spürbar aus den Blättern zurück und wandert hinab in die Erde.
Das macht die Phase direkt nach dem 26.09.2026 zur absoluten Prime-Time für die Ernte von Wurzelgemüse. Ob Kartoffeln, Karotten oder Rote Bete – was jetzt aus dem Boden geholt wird, ist besonders aromatisch, widerstandsfähig gegen Fäulnis und überlebt im Keller selbst den längsten Winter.
Die alten Wetterpropheten vom Lande untermauern dieses Gartenwissen seit Jahrhunderten mit ihren Bauernregeln. „September-Vollmond klar und rein, bringt fürs nächste Jahr viel Wein“, verspricht eine alte Weisheit, die auf sonnige Herbsttage und süße Trauben hoffen lässt.
Doch Vorsicht vor plötzlichem Umschwung: „Bringt der Erntemond viel Regen, ist das für den Winter kein Segen“, warnt die Tradition vor frostigen Zeiten.
Eine weitere Faustregel besagt: „Wie das Wetter am Erntemond sich zeigt, so es auch gerne zum Winter neigt.“ Ein klarer Vollmondhimmel im September ist also das beste Omen für ein friedliches, mildes Überwintern der Beete.
Gleichzeitig signalisiert dieser Wechsel den perfekten Moment für den herbstlichen Rückschnitt. Da sich die Pflanzensäfte in die Wurzeln zurückgezogen haben, „bluten“ Sträucher und Hecken nach dem Schnitt kaum aus.
Die Wunden schließen sich schneller, und das Gehölz geht gestärkt in die anstehende kalte Jahreszeit. Auch das Umtopfen und Neupflanzen von winterharten Stauden oder Frühlingsblühern gelingt in dieser abnehmenden Phase ideal, da die Wurzeln unter der Erde jetzt besonders aktiv neue Feinwurzeln bilden und schnell Halt im Boden finden.
Fazit: Der September-Vollmond ist das heimliche Startsignal für das große Finale im Gartenjahr. Wer den Rhythmus von Wurzelkraft und Saftstrom versteht, erntet haltbareres Gemüse und bereitet seine Pflanzen optimal auf den Winter vor. Man muss nicht an Magie glauben, um zu sehen, dass ein Blick nach oben die Arbeit am Boden verdammt erfolgreich machen kann.
Roland Schönmüller
BU 1: Vollmond am 26.09.2026. Foto Roland Schönmüller
BU 2: Blick in einen herbstlichen Garten. Foto Roland Schönmüller
BU 3: Die alten Wetterpropheten vom Lande untermauern dieses Gartenwissen seit Jahrhunderten mit ihren Bauernregeln. „September-Vollmond klar und rein, bringt fürs nächste Jahr viel Wein“, verspricht eine alte Weisheit, die auf sonnige Herbsttage und süße Trauben hoffen lässt. Foto Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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