Horror-Szenarien könnten sich abspielen...
Buchtipp: Wenn morgen bei uns Krieg wäre von H. Friederichs u. R. Barth
- Deutschland würde bei einem Krieg gemäß der Einsatzpläne unmittelbar zur europäischen Drehscheibe für Soldaten und Material - sind wir hierfür gerüstet?
- Foto: Heyne Verlag
- hochgeladen von Hanne Rüttiger
Die Autoren Hauke Friederichs (studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Journalistik, Politische Wissenschaft und Kriminologie) sowie Rüdiger Barth (studierte Zeitgeschichte und Rhetorik und arbeitete lange Jahre als Reporter) schildern, was im "Verteidigungsfall" in Deutschland konkret passieren würde.
Vor Kurzem waren solche Szenarien in Europa undenkbar, doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine kann man sich viele Situationen vorstellen. Unsere Bundeswehr und die Geheimdienste bereiten sich bereits auf den Ernstfall vor. Darauf, dass Russland uns, die europäischen Staaten der Nordatlantischen Allianz, angreifen wird. Mehr noch: Die Fachleute der Sicherheitsbehörden und des Militärs halten einen solchen Angriff binnen weniger Jahre tatsächlich für realistisch. Russland schlage bereits heute mit hybriden Aktionen zu: mit Sabotage, Desinformation, Cyberangriffen. Bei einer konventionellen, also nicht-atomaren, aber ernsthaften nächsten Eskalationsstufe folgten auf solche Nadelstiche brutalere Aktionen, Attentate und Anschläge.
Eines der "hausgemachten" Probleme Deutschlands betrifft die IT-Sicherheit. Die Bundeswehr muss auf eine leistungsfähige IT-Infrastruktur zurückgreifen können, um digitale Kommunikation auf dem Gefechtsfeld und den Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen im Kriegsfall sicherstellen zu können.
Um sich schützen zu können, muss man natürlich zuvor erfahren haben, dass Gefahr droht. Wie würden wir denn vor heranfliegenden Raketen gewarnt? Nun, mit Sirenen und Vorrichtungen für weitreichende akustische Warnsignale ist es ähnlich wie bei den Schutzräumen: Im Prinzip gibt es kaum mehr welche. Das liegt, einmal mehr, am deutschen Föderalismus, an der in vielerlei Hinsicht so sinnvollen Zersplitterung politischer Verantwortlichkeit. Für Sirenen also sind die Kommunen zuständig. Die Kommunen aber haben keine Verpflichtung, Geräte zu unterhalten. Und nicht nur das: Seitdem das alte Zivilschutznetz in den Jahren nach der Wiedervereinigung abgebaut wurde, gibt es nicht einmal mehr in ganz Deutschland einheitliche Sirenensignale.
Hauke Friederichs und Rüdiger Barth zeigen in diesem Buch, wie wir uns auf solche Ernstfälle vorbereiten können. Sie sprechen Klartext, auch wenn man vor manchen Dingen die Augen verschließen möchte.
Das Fazit der beiden Autoren lautet: Es kann nicht darum gehen, die Unterstützung der Ukraine einzustellen oder das Land dem Aggressor Putin zu überlassen. Russland hat das Völkerrecht gebrochen, das muss Konsequenzen haben - und denn müssen die Regierungen in Nordamerika und Europa weiter mit dem russischen Regime sprechen - allem Frust zum Trotz.
Das aufrüttelnde Buch von Hauke Friederichs und Rüdiger Barth ist im Heyne Verlag (ISBN 978-3-453-21913-7) erschienen und kostet 24 € (auch als eBook erhältlich). Weitere Infos
Autor:Hanne Rüttiger aus Miltenberg |
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