Bundestagswahl 2025: "Mit Herz und Verstand"
Demokratie stärken - Bundesweite ökumenische Initiative ruft zur Wahl auf

Friedensgebet mit (politischer)Botschaft: Rund 300 Menschen setzten am 31. Januar ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und Nächstenliebe.  | Foto: Privat
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  • Friedensgebet mit (politischer)Botschaft: Rund 300 Menschen setzten am 31. Januar ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und Nächstenliebe. 
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„Für alle. Mit Herz und Verstand“, lautet das Motto der Initiative, der sich auch das Bistum Würzburg angeschlossen hat. Plakate, Banner, Postkarten, Anstecker, verschiedenen Social-Media-Aktionen und eine Homepage sollen die Stimme der Kirche zur Bundestagswahl 2025 am 23. Februar in der Öffentlichkeit hör- und sichtbar machen.
Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt stehen dabei im Mittelpunkt. „Diese Werte kennen keine Ausnahme. Sie gelten allen Menschen und machen eine Gesellschaft menschlich. Das ist unsere christliche Grundüberzeugung“, betonen die Kirchen in der Leitlinie zur ökumenischen Initiative.

Wählerinnen und Wähler sollen ermutigt werden, sich mit den verschiedenen Programmen der Parteien auseinanderzusetzen, um dann eine Entscheidung getreu dem Motto „mit Herz und Verstand“ zu treffen.

Gläubige sollen Position beziehen

Bischof Dr. Franz Jung | Foto: Markus Hauck (POW)
  • Bischof Dr. Franz Jung
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In einem Beitrag für das Würzburger katholische Sonntagsblatt vom 2. Februar 2025, in dem Bischof Dr. Franz Jung Stellung nimmt, heißt es: Soziale und wirtschaftliche Herausforderungen, die weltpolitische Lage und nicht zuletzt das angespannte gesellschaftliche Klima forderten die Gläubigen auf, Position zu beziehen. Bischof Dr. Franz Jung: „In der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 drücken wir diese im Kreuz auf dem Wahlzettel aus.“ Zahl und Intensität der ungelösten politischen Probleme wüchsen jeden Tag: „Kriege in der Ukraine und im Heiligen Land, steigende Lebenshaltungskosten und der Verlust von Arbeitsplätzen, die Klimakrise oder die Frage nach dem Umgang mit der Migration in Deutschland.“ Zu keiner dieser Fragen gibt es laut Bischof Jung einfache Antworten.

Eine gewissenhafte Wahlentscheidung müsse sich daher auch an den Werten Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt messen lassen, wird Jung weiter zitiert. „Nur ein Staat, der die Würde jedes Menschen achtet und den Zusammenhalt fördert, ist mit einem christlichen Menschen- und Gesellschaftsbild vereinbar. Politische Positionen, die unsere freiheitliche, demokratische Ordnung eingrenzen und angreifen, sind darum aus christlicher Sicht nicht zu teilen.“ Abschließend appelliert der Bischof: „Setzen wir als Christinnen und Christen ein Zeichen der Hoffnung für unsere Gesellschaft!“

„Eine Kirche in der Öffentlichkeit kann etwas bewegen“

Claudia Kloos von der Diözese Würzburg, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Elsenfeld | Foto: Privat
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Ein Zeichen der Hoffnung setzte auch das politische Friedensgebet am Freitag den 31.Januar 2025. „Wir (B)rücken zusammen“, lautete der Aufruf, dem rund 300 Menschen gefolgt waren.

„Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen“,

sagt Mitinitiatorin Claudia Kloos von der Diözese Würzburg, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Elsenfeld.

„In Zusammenarbeit von Elsenfelder und Obernburger Seelsorgeteams in ökumenischer Verbundenheit, fanden schon vor Jahren immer wieder ökumenische Friedensgebete über die Fußgängerbrücke, die Obernburg und Elsenfeld verbindet, entlang der Schnellstraße B469 statt. Dann wurden wir auf die Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ aufmerksam und waren unter den Seelsorgerkolleginnen und Kollegen schnell einig, dass diese Kampagne unseren Weg und unser Gebet wunderbar unterstützt und bereichert.“

So entstand mit „Wir (B)rücken zusammen“ schließlich eine Gemeinschaftsaktion der Katholischen und Evangelisch-Lutherischen Seelsorgeteams von Elsenfeld und Obernburg in Verschränkung mit der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) sowie der KAB, DPSG Pfadfinder, KjG und des Kolpingverbands, die viele Menschen bewegte.

„Teilnehmende haben uns geschrieben und zeigten sich begeistert von der Aktion, weil sie, gerade in dieser Zeit, ein bewegendes Zeichen für Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und Nächstenliebe setzt“,

erzählt Kloos. 

"Eine Mitchristin brachte es mit der Aussage auf den Punkt, dass wir nur durch eine Kirche in der Öffentlichkeit etwas bewegen können.“


Gemeinsam Gesicht zeigen

Sie habe das Gefühl, es sei zunehmend legitim geworden, sich offen extremistisch und menschenverachtend zu äußern, so die Gemeindereferentin ernst. Das bereite ihr große Sorgen und mache sie wütend. Umso wichtiger sei die Botschaft der Veranstaltung - mit allen Menschen in Frieden, Freiheit, Respekt, Toleranz und Nächstenliebe leben zu wollen.

„Die vielen positiven Rückmeldungen belegen, dass es gut und wichtig ist, dass wir Gesicht zeigen und uns als Christinnen und Christen zusammentun, um uns für unsere Werte zu positionieren“,

ist Claudia Kloos überzeugt.

„Denn“,

so sagt sie weiter

„es gibt ganz klar Situationen, die von uns verlangen, dass wir uns für diese, unsere Werte entscheiden und das auch bei der Wahl tun.“


„Glaube ist politisch“

Marcus Schuck, Betriebsseelsorger für den Untermain und Pastoralreferent | Foto: Privat
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„Die Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand" der Kirchen finde ich ein starkes Zeichen“,

sagt Marcus Schuck, Betriebsseelsorger für den Untermain und Pastoralreferent, über die ökumenische Kampagne.

„Denn Christ zu sein beschränkt sich nicht auf Gebet und Gottesdienst, sondern zeigt sich in der Nächstenliebe und im Eintreten für Menschenrechte und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Darum ist Glaube politisch. Wenn menschenverachtende Politik zur Wahl steht und durch Hetze gegen Menschen, die in unserem Land Schutz und ein menschenwürdiges Leben suchen, Hass und Egoismus verbreitet werden, kann ich als Christ nicht anders als Partei zu ergreifen“, so der Betriebsseelsorger und Pastoralreferent weiter. „Es gibt leider keine einfachen Antworten auf komplexe Fragestellungen, mit denen uns die Wirklichkeit konfrontiert. Populistische Parolen gaukeln vor, dass mit einem Federstrich alle Probleme beseitigt werden. Das Gegenteil ist der Fall! Darum ist es richtig auf sein Herz zu hören - meines schlägt für Gerechtigkeit und Respekt vor jedem Menschen - und seinen Verstand zu gebrauchen.“

Marcus Schuck ist Mitorganisator der Veranstaltung am 13. Februar „Aschaffenburg, wir müssen reden“, eine Kooperation des KAB Bildungswerks Diözese Würzburg e.V. mit dem DGB Aschaffenburg und dem Bündnis "Aschaffenburg ist bunt.“

Marcus Schuck:

„Auch bei "Aschaffenburg, wir müssen reden", geht es darum: Angesichts des schrecklichen Messerangriffs in Aschaffenburg sich gegenseitig zu erzählen, was unsere Herzen bewegt, einander zuzuhören und miteinander zu besprechen, was uns weiterhilft. Dazu gehört es, den Verstand einzuschalten, besonnen die Folgen zu bedenken und entschieden für das als richtig erkannte einzutreten.“

Veranstaltungshinweis

„Aschaffenburg wir müssen reden“

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 13. Februar, 19:00-21:00 Uhr im Martinushaus in Aschaffenburg statt. Experten vor Ort sollen helfen, die Gedanken und Handlungsimpulse einzuordnen. Eine Anmeldung ist bis 11.2.2025 erforderlich und wird gerne unter https://www.kab-wuerzburg.de/aktuelles/termine/event/1041-aschaffenburg,-wir-m%C3%BCssen-reden oder 06021 392-140 entgegengenommen.

Friedensgebet mit (politischer)Botschaft: Rund 300 Menschen setzten am 31. Januar ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und Nächstenliebe.  | Foto: Privat
Claudia Kloos von der Diözese Würzburg, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Elsenfeld | Foto: Privat
Marcus Schuck, Betriebsseelsorger für den Untermain und Pastoralreferent | Foto: Privat
Bischof Dr. Franz Jung | Foto: Markus Hauck (POW)
Autor:

Marlene Deß aus Miltenberg

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