Jahrtag
Feldgeschworene haben wieder eine Frau in ihren Reihen

Die zu Ehrenfeldgeschworenen Ernannten stellten sich zum Gruppenbild mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Obmann Sven Fertig, den Geehrten Otto Karl Weis, Karl Ludwig Mader und Paul Ott sowie Andreas Zimmermann (Vermessungsamt).  | Foto: Winfried Zang
3Bilder
  • Die zu Ehrenfeldgeschworenen Ernannten stellten sich zum Gruppenbild mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Obmann Sven Fertig, den Geehrten Otto Karl Weis, Karl Ludwig Mader und Paul Ott sowie Andreas Zimmermann (Vermessungsamt).
  • Foto: Winfried Zang
  • hochgeladen von Landratsamt Miltenberg

Nach dem von Pfarrer Bernd Winter geleiteten Festgottesdienst in der Faulbacher Pfarrkirche haben sich die Feldgeschworenen des Altlandkreises Miltenberg am Sonntagmorgen, 10. März, in der Festhalle zu ihrem traditionellen Jahrtag getroffen. Hier erfuhren sie viel Lob für ihren wichtigen, ehrenamtlichen Einsatz zur Wahrung des örtlichen Friedens. Auch der Nachwuchs steht bereit: 13 neue Feldgeschworene, darunter nach langer Zeit eine Frau, wurden unter großem Applaus vereidigt.

Über 200 Gäste fanden sich in der Festhalle ein, ehe nach einleitenden Klängen durch den Faulbacher Spielmannszug Obmann Sven Fertig die Veranstaltung eröffnete und sich bei Faulbachs Bürgermeister Wolfgang Hörnig für die Ausrichtung des Jahrtags bedankte, der letztmals im Jahr 2006 in der Gemeinde stattgefunden hatte. Fertig wie später auch Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Wolfgang Hörnig dankten allen, die zum Gelingen des Festtages beigetragen haben – darunter dem Kerbeverein, dem Gesangverein Liedertafel mit den Damen des Chors, dem Spielmannszug und der Feuerwehr mit dem Shuttleservice. Allseits gelobt wurde auch der Gottesdienst, den Pfarrer Winter zelebriert hatte.

Das Ehrenamt der Feldgeschworenen sei im 13. Jahrhundert in Franken entstanden, führte Sven Fertig ein. Damals habe man erkannt, dass es für Grundstücksangelegenheit in den Dörfern Ansprechpartner brauche. Das in der Folge entstandene Siebener-Geheimnis werde seitdem nur mündlich an die nächste Generation weitergegeben, erklärte Fertig und zeigte sich dankbar, dass die einmal geplante Abschaffung dieses Ehrenamts auch dank starken Widerstands der Landtagsabgeordneten aus Franken verhindert worden sei. Seit 2016 sei das Feldgeschworenenwesen sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Bürgermeister Wolfgang Hörnig nutzte die Gelegenheit, Faulbach, das „Tor zum Landkreis Miltenberg“ vorzustellen. Er lobte die Kooperation der Gemeinden in der Südspessart-Allianz, hob die Vorzüge von Faulbach als Wohngemeinde und mit von zahlreichen mittelständischen Unternehmen geprägten Wirtschaftsstandort in idyllischer Lage hervor und entführte auch in die Geschichte. Die Gemeinde sei wirtschaftlich gesund, die Pro-Kopf-Verschuldung betrage auch dank der staatlichen Stabilisierungshilfe mittlerweile nur noch 171 Euro. Geld stecke man in die Sanierung der Verbandsschule, den Bau eines
neuen Kindergartens und auch eine Senioreneinrichtung werde zurzeit gebaut. Den Feldgeschworenen dankte er für ihren „tadellosen Dienst und ihren Einsatz.“

Landrat Jens Marco Scherf bezeichnete es als ehrenvolle Aufgabe, Feldgeschworene zu ehren und zu vereidigen. Er überbrachte Grüße des Landtagsabgeordneten Winfried Bausback, des Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel sowie von den Staatsministerinnen Judith Gerlach und Anna Stolz. Der 2022 neu gewählte Obmann Sven Fertig führe sein Amt mit großem Engagement aus, sagte Scherf und verwies beispielhaft auf eine Schulung für die neuen Feldgeschworenen gemeinsam mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Kleinheubach. Er und auch das Landratsamt mit Sabine Dobler-Stegmann, Leiterin des Sachgebiets Naturschutz, Jagd- und Fischereiwesen, und
ihrem Team freuten sich über die enge und gute Zusammenarbeit.

Der Festzug, der Gottesdienst in der Pfarrkirche und die würdevoll geschmückte Festhalle dokumentierten, dass es der Feldgeschworenenvereinigung wieder gelungen sei, zusammen mit der Gemeinde Faulbach, der Kirche und den Vereinen einen würdigen Gastgeber für die hohe und wertvolle Tradition des gemeinsamen Feldgeschworenen-Jahrtages zu finden.

Scherf dankte den Feldgeschworenen für ihre pflichtbewusste, verdienstvolle Arbeit für die Allgemeinheit. „Sie leisten im Rahmen eines Ehrenamtes in vielen Fällen eine wichtige Vermittlung bei Grenzstreitigkeiten und nehmen Aufgaben bei der Abmarkung von Grundstücken wahr“, lobte der Landrat. Alle Aktiven trügen dazu bei, Eigentum, Recht und Ordnung zu schützen und ein funktionierendes Zusammenleben zu ermöglichen. Das Ehrenamt gewinne gerade in einer Zeit vielfältiger Brüche und Veränderungen mit einhergehendem Vertrauensverlust in die Institutionen des demokratischen Rechtsstaats eine besondere Bedeutung. „Nie kann ein Rechtsstaat und seine Rechtsordnung eine Demokratie und ihre Freiheitswerte retten, stets jedoch besteht die Möglichkeit, dass eine Demokratie einen Rechtsstaat und die ihm grundlegenden Werte retten kann“, so Scherfs Überzeugung. Dazu brauche es wertorientierte Demokratinnen und Demokraten – Menschen, die Werte bewusst wahrnehmen und diese leben, die sich für das Miteinander engagieren und Verantwortung übernehmen. Persönlichkeiten also wie die langjährigen Feldgeschworenen.

Ehrungen

Im Auftrag des Staatsministers für Heimat und Finanzen, Albert Füracker, überreichte der Landrat Ehrenurkunden für langjährige Zugehörigkeit zu den Feldgeschworenen an Adalbero Weidner (Weilbach, 60 Jahre), Diethard Schork (Kirchzell-Watterbach, 40 Jahre), Alfred Zöller (Dorfprozelten, 25 Jahre) und Erich Repp (Kirchzell-Preunschen, 25 Jahre).
Zu Ehrenfeldgeschworenen wurden ernannt: Otto Karl Weis (Altenbuch), Karl Ludwig Mader (Collenberg) und Paul Ott (Amorbach-Reichartshausen).

Vereidigung

Der Landrat zeigte sich dankbar über die Vereidigung von 13 neuen Feldgeschworenen, darunter nach langer Zeit wieder eine Frau. Dies, so Scherf, sei ein sehr gutes Zeichen für das Funktionieren des Gemeinwesens. Vereidigt wurden: Moritz Mirer (Miltenberg-Schippach), Bertram Speth und Winfried Kemmerer (beide Schneeberg), Reinhold Meßner (Altenbuch), Paul Bleifuß (Stadtprozelten-Neuenbuch), Bernd Seifried und Martin Mayer (beide Neunkirchen-Richelbach), Markus Lerch und Günter Förtig (beide Amorbach-Beuchen), Fabian Munz und Franziska Weidner (beide Weilbach), André Heinbücher
(Weilbach-Reuenthal) und Christoph Heinbücher (Weilbach-Weckbach).

Bevor der Jahrtag mit Berichten und der Entlastung des Vorstands zu Ende ging, nutzten mehrere Ehrengäste die Gelegenheit, Grußworte zu sprechen. Die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner wie auch ihre Kollegen Martin Stock und Thomas Zöller dankten den Feldgeschworenen für ihre Arbeit, Stock überbrachte zudem Grüße des verhinderten Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann. Bezirksrat Michael Schwing wie auch der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Jochen Herberich, freuten sich über 13 neu vereidigte Feldgeschworene und betonten die hohe Bedeutung dieses Ehrenamts.

Für das Vermessungsamt erläuterte Andreas Zimmermann, dass alle Bestandteile des Namens „Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung“ auch für die Feldgeschworenen Bedeutung haben: Die Digitalisierung können sie nutzen, um online eine Lizenz für den Bayernatlas plus zu erwerben, der Zugang zu digitalen Flurkarten ermöglicht. Beim Breitbandausbau in den Kommunen brauche es die Feldgeschworenen bei der Bestimmung von Flurstücken im Zusammenhang mit der Verlegung und die Vermessung sei die ureigenste Aufgabe der Feldgeschworenen.

Die zu Ehrenfeldgeschworenen Ernannten stellten sich zum Gruppenbild mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Obmann Sven Fertig, den Geehrten Otto Karl Weis, Karl Ludwig Mader und Paul Ott sowie Andreas Zimmermann (Vermessungsamt).  | Foto: Winfried Zang
Ehrung von langjährig aktiven Feldgeschworenen mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Obmann Sven Fertig, den Geehrten Adalbero Weidner, Diethard Schork, Erich Repp und Alfred Zöller sowie Andreas Zimmermann (Vermessungsamt).  | Foto: Winfried Zang
Landrat Jens Marco Scherf (links) nahm den neu vereidigten 
Feldgeschworenen den Eid ab.  | Foto: Winfried Zang

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Bauen & WohnenAnzeige

Was ist meine Immobilie wert?
Kostenloses Einwertungsgespräch bei Kaibel Immobilien aus Freudenberg

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, steht oft früher vor Fragen als gedacht. Welche Unterlagen werden benötigt? Was ist das Haus oder die Wohnung tatsächlich wert? Welcher Verkaufspreis passt zum Markt? Und was passiert, wenn bei einer geerbten Immobilie mehrere Personen mitentscheiden? Gerade bei diesen Fragen lohnt es sich, nicht mit einem geschätzten Preis aus einem Online Rechner zu starten. Eine Immobilienbewertung in Freudenberg sollte die konkrete Immobilie, ihre Lage und ihren Zustand...

Energie & UmweltAnzeige

Wie viel Kabel braucht ein SOMA-Schaltschrank?

Bei WIRL Elektro und Automatisierungstechnik in Kleinheubach entstehen jedes Jahr rund 80 bis 100 individuell gefertigte Schaltschränke. Sie kommen sowohl in unseren eigenen Sondermaschinen als auch bei Projekten für externe Kunden zum Einsatz. Jeder Schaltschrank wird passend zur jeweiligen Anwendung geplant, aufgebaut, verdrahtet und geprüft. Dabei müssen Komponenten, Leitungswege und Steuerungstechnik exakt aufeinander abgestimmt sein. Durch die Verbindung von Schaltschrankbau,...

Bauen & WohnenAnzeige

Wasser speichern
Regenwasser neu gedacht

Regenwasser soll heute möglichst lange im System bleiben. Damit verändern sich die Anforderungen an Freiräume. Versickerung, Wasserspeicher und Klimaanpassung werden zunehmend gemeinsam gedacht.  Regenwasser ist lange nicht als Ressource, sondern als Abwasser behandelt worden. Heute wird Regenwasser zunehmend sowohl im privaten als auch im gewerblichen und öffentlichen Umfeld als wertvolle Ressource betrachtet, die gespeichert, genutzt und in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden...

Auto & Co.Anzeige
0:52

Elektroauto
Reichweitencheck: Welches Fahrzeug passt zu eurem Alltag

Reichweitencheck bei Hyundai: Welches Elektroauto passt zu eurem Alltag? Wie viel Reichweite braucht ihr wirklich?Kurz zur Arbeit, schnell zum Einkaufen oder doch regelmäßig mehrere hundert Kilometer unterwegs? Bei einem Elektroauto kommt es vor allem darauf an, wie ihr euer Fahrzeug im Alltag nutzt. Denn nicht jeder braucht die maximale Reichweite. Entscheidend ist, dass sie zu den eigenen Fahrgewohnheiten passt. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Elektromodelle von...

Energie & UmweltAnzeige

Welches Waschprogramm ist das richtige?

Pflegeleicht, Feinwäsche, Baumwolle oder Eco? Die Auswahl an Waschprogrammen ist groß. Trotzdem nutzen viele im Alltag fast immer dieselbe Einstellung. Dabei kann das passende Programm einen deutlichen Unterschied machen. Es bestimmt unter anderem, wie stark sich die Trommel bewegt, wie lange gewaschen wird und mit welcher Drehzahl die Maschine schleudert. Das wirkt sich direkt auf Sauberkeit und Materialpflege aus. Baumwolle für robuste Wäsche Das Baumwollprogramm eignet sich vor allem für...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.