Bildergalerie und Essay.
Auf Weihnachten zu - Achtung mit Augenzwinkern!
- Kein Fest ohne Musik
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Auf Weihnachten zu – Romantische Glosse 2025.
Es gibt Tage im Dezember, an denen die Welt ein wenig weicher wirkt. Selbst 2025, einem Jahr, das sonst eher mit Push-Nachrichten als mit Poesie glänzt. Doch kurz vor Weihnachten legt sich über alles ein feiner Schimmer, als hätte jemand die Realität mit einem warmen Filter versehen.
Die Menschen eilen durch die Straßen, ja – aber sie tun es mit einem Hauch von Vorfreude, der wie ein unsichtbarer Schal um ihre Schultern liegt. Zwischen Einkaufstüten und Terminstress blitzt manchmal ein Lächeln auf, das man fast übersehen könnte, wäre es nicht so ehrlich.
Vielleicht liegt es an den letzten Geschenken, die noch gefunden werden müssen. Vielleicht an den Gutscheinen, die man mit einer Mischung aus Pragmatismus und Zärtlichkeit verschenkt. Vielleicht aber auch an der Ahnung, dass bald ein paar Tage beginnen, in denen die Zeit langsamer geht.
Die Kälte draußen ist kein Feind mehr, sondern ein Verbündeter. Sie macht die Fenster warm beschlagen, lässt Atemwolken tanzen und schenkt den Menschen einen Grund, näher zusammenzurücken. In den Cafés sitzen Paare, die sich an den Händen halten, als hätten sie gerade erst entdeckt, dass man Wärme auch ohne Heizung erzeugen kann.
Zu Hause wird der Christbaum aufgestellt, und plötzlich riecht das Wohnzimmer nach Wald und Erwartung. Die Lichterkette glimmt wie ein kleiner Sternenhimmel, der sich in den Augen der Kinder spiegelt. Selbst die Erwachsenen, die sonst so nüchtern durchs Jahr gehen, bleiben einen Moment länger stehen, als wollten sie prüfen, ob die Magie noch funktioniert. Sie funktioniert.
Die Betriebsamkeit des Jahres fällt langsam von den Menschen ab wie Schnee von einem Mantel. Zurück bleibt eine Beschaulichkeit, die man fast vergessen hatte. Eine Stille, die nicht leer ist, sondern voller Möglichkeiten. Man hört wieder das Knistern der Kerzen, das Rascheln von Geschenkpapier, das Lachen aus der Küche.
Und irgendwo im Hintergrund die Musik, die man jedes Jahr hört und trotzdem jedes Jahr neu fühlt.
Natürlich gibt es auch Ärger – über verspätete Pakete, über volle Parkplätze, über die Frage, wer wann wo sein soll. Und ja, da sind auch Ängste, die sich nicht einfach wegdekorieren lassen. Aber in diesen Tagen werden sie kleiner, weil die Menschen einander wieder bewusster sehen. Weil Nähe stärker ist als Nachrichten. Weil ein gemeinsamer Abend mehr zählt als ein Algorithmus.
Und so gehen die Menschen des Jahres 2025 auf Weihnachten zu wie auf ein Licht, das sie schon kennen, aber jedes Jahr neu entdecken. Ein Licht, das wärmt, ohne zu blenden. Ein Licht, das sagt:
Du bist nicht allein. Es wird gut. Atme. Komm an.
Text und Fotos Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.