Bildergalerie und Essay.
Endlich Regen!
- Erfrischtes Erdreich entbindet einen erdigen Duft. Wochenlange Dürre und flirrende Hitze weichen einem tiefen, satten Aufatmen der Natur. Das Wasser durchdringt den ausgedörrten Boden, bringt die Natur zum Strahlen, verändert den menschlichen Alltag, weckt Lebensgeister und lässt Städte wie ländliche Regionen aufatmen.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Wolkenbruch, Wiese, Wald erwachen.
Erfrischtes Erdreich entbindet einen erdigen Duft. Wochenlange Dürre und flirrende Hitze weichen einem tiefen, satten Aufatmen der Natur. Das Wasser durchdringt den ausgedörrten Boden, bringt die Natur zum Strahlen, verändert den menschlichen Alltag, weckt Lebensgeister und lässt Städte wie ländliche Regionen aufatmen.
Flora und Fauna im Wandel.
Das urbane Grün und die weiten Felder reagieren unmittelbar. Vergilbte Halme in Eichenbühl und Umgebung saugen das kühle Nass gierig auf. Binnen Stunden wechseln Waldränder und Parks ihr Kleid von mattem Braun zu saftigem Grün. Insekten, die sich zuvor tief in die Erde oder unter Rinde zurückgezogen haben, erwachen in der feuchtschwülen Luft. Vögel nutzen das Getier für die langersehnte Nahrungssuche; man vernimmt wieder geschäftiges Treiben im Geäst, sobald der Himmel aufklart.
Der Pulsschlag der Menschen.
Generationen und Berufsgruppen erleben die Wandlung unterschiedlich:
Kinder: Sie kennen kein Zögern. Wo sich graue Pfützen auf Asphalt und Wegen bilden, wird der Regenschauer zum Abenteuer. Mit Gummistiefeln ausgerüstet, wird geplanscht, gespritzt und die verstaubte Welt spielerisch gereinigt.
Erwachsene: Im hektischen Berufsleben dämpft der Regen zunächst die Dynamik. Der Weg zur Arbeit wird beschwerlicher, der Verkehr passt sich der nassen Fahrbahn an. Doch innerlich befreit der Wetterumschwung. Die drückende Hitze ist gebrochen, der Feierabend verspricht frische Luft, entspanntes Durchlüften der Wohnungen und ein schnelles Aufatmen.
Senioren: Für ältere Menschen bedeutet das feuchtere Klima eine merkliche Entlastung des Kreislaufs. Die Tage der drückenden Schwere sind vorüber, Spaziergänge durch die erblühende Natur werden wieder beschwerlicher aber atmosphärisch reicher.
Beruf und Freizeit.
Im Beruf ändert sich der Rhythmus spürbar. Dachdecker oder Straßenbauer, die zuvor bei sengender Sonne extremen Bedingungen ausgesetzt waren, passen ihre Arbeitsprozesse an die Nässe an, gewinnen aber durch die Abkühlung an Leistungsfähigkeit. In der Landwirtschaft vollzieht sich die größte Erleichterung: Der Nährboden schließt seine Trockenrisse, die Ernte und das Viehfutter auf den Weiden erhalten die überlebensnotwendige Lebensgrundlage zurück.
In der Freizeit wird der heimische Garten zum stillen Beobachtungsposten. Die Natur befreit sich von Staub und Trockenstress. Selbst das gemütliche Beisammensein auf der Terrasse oder im Café wandelt sich. Die Gesellschaft rückt näher zusammen, lauscht dem beständigen Tropfen auf den Markisen und genießt das tiefe, erdige Aroma, das Leben und Wachstum neu entfacht.
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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