Bildergalerie und Essay
Flugzeugabsturz bei Külsheim-Eiersheim vor 50 Jahren - Würdevolle Gedenkfeier mit US-Angehörigen.

Gedenkstein in Külsheim-Eiersheim
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Amerikanische Familie erstmals bei Gedenkfeier in Eiersheim – 50 Jahre nach Flugzeugabsturz
Külsheim-Eiersheim.

Mit einer bewegenden Gedenkveranstaltung am Gedenkstein Heistenberg wurde am 17. Oktober 2025 an den Absturz eines amerikanischen Phantom-Kampfflugzeugs vor 50 Jahren mit Gebet, Grußworten, Gesang und Musik erinnert.

Erstmals reisten Angehörige (die Witwe, der Sohn, die Schwiegertochter und drei  Enkel) eines der damals ums Leben gekommenen Piloten aus den USA an den Unglücksort.

Die Ehefrau des Piloten Patricia Dale Maynard stand zum ersten Mal am Ort des Geschehens – ein Moment, der für sie von großer Bedeutung war.

„Ich war daheim plötzlich allein mit zwei Kleinkindern. Alles, was mir blieb, waren ein paar Familienfotos in einem alten Album“, schilderte sie ihre damalige Situation.

Ihr Mann war auf einer Airbase in den USA stationiert, gemeinsam hatten sie gerade ein neues Haus gebaut und wollten einziehen. Doch das Glück wurde jäh zerstört.

Die Nachricht vom Tod ihres Mannes erhielt Frau Maynard durch den Besuch von drei Offizieren der US-Luftwaffe.

„Zuerst dachte ich, als ein Militär-Fahrzeug hielt, mein Mann käme mit zwei Freunden auf einen Besuch zu uns.

Doch dann kam die Hiobsbotschaft: Man sagte mir nur, er sei mit seinem Flugzeug in den Wolken verschwunden und dort explodiert.

Kein Wort fiel über einen Absturz in Deutschland, kein Wort gab es über ein Nato-Manöver, kein Hinweis wurde gegeben auf einen technischen Defekt, der zum Unglück führte“, berichtete sie.

Auch von der Heldentat ihres Mannes, der mit seinem Kopiloten auf den Schleudersitz verzichtete, um Eiersheim vor der Zerstörung zu retten, erfuhr sie nichts.

Erst vor einem halben Jahr brachte der deutsche Militär-Rechercheur Christian Orth Licht ins Dunkel.

„Jetzt, hier in Eiersheim, spüre ich zum ersten Mal, dass sein Schicksal einen Platz hat – und dass Menschen sich erinnern. Es ist, als hätte ich ein Stück Heimat für ihn gefunden, das ich all die Jahre gesucht habe“, sagte Patricia Dale Maynard erleichtert.

Auch ihr Sohn Eric fand bewegende Worte: „Ich bin dankbar, dass die Geschichte meines Vaters nicht vergessen wurde. Die Gedenktafel ist für unsere Familie ein Zeichen der Wertschätzung und Erinnerung.“

Zwei Frauen - Erika Fischer und Andrea Bär - erinnerten sich noch gut an den Tag des Unglücks in Eiersheim: „Wir waren damals im Dorf und haben den Absturz und seine Folgen miterlebt. Es ist wichtig, dass wir auch nach so vielen Jahren gemeinsam innehalten und erinnern.“

Christian Orth, der die Recherchen angestoßen hatte, betonte: „Es war eine Herzensangelegenheit, die wahre Geschichte ans Licht zu bringen und den Kontakt zur Familie herzustellen.“

Heinz Kremer vom örtlichen Heimatverein würdigte das Engagement: „Die Gedenkfeier zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte aufzuarbeiten und Brücken zwischen Menschen und Nationen zu bauen.“

Auch Thomas Schreglmann, der Bürgermeister aus Külsheim, war vor Ort und sagte in seiner Ansprache: „Solche Ereignisse verbinden unsere Gemeinden und erinnern uns daran, wie wertvoll Frieden und Verständigung sind.“

Der Aufruf „Vergesst die Toten nicht!“ beziehe sich als Mahnung nicht nur auf die Vergangenheit, sondern sie gelte bis in die Gegenwart und in die Zukunft.

Daher seien Gedenkveranstaltungen wie heute oder auch im November der Volkstrauertag so wichtig, damit an die zahlreichen verstorbenen jungen Männer erinnert wird, die „für uns und für unsere Freiheit gestorben sind so wie Captain Donnie Lee Maynard und First Lieutenant John Wayne Roberts für die Freiheit Deutschlands gestorben sind.

Wir brauchen diese Tage der Besinnung, diese Momente des stillen Gedenkens.

Wir halten inne, um auf das zu hören, was uns diese Menschen sagen könnten, deren Lebensfaden durch Krieg, Gewalt oder militärische Unfälle so jäh abgerissen wurde“.

Ein anderer Zeitzeuge aus Eiersheim berichtete: „Ich habe den Absturz und die Umstände damals als Kind mitbekommen. Es war ein schrecklicher Moment, den ich nie vergessen werde.“

Die musikalische Umrahmung der von Diakon Wolfgang Krug geleiteten Würde- und eindrucksvollen Gedenkveranstaltung übernahm der örtliche Männergesangsverein und die hiesige Musikkapelle.

„Mit der amerikanischen und deutschen Nationalhymne, dem besonders betroffen machenden Stück ‚Näher mein Gott zu dir‘ sowie dem Schlusslied ‚Ich hatt‘ einen Kameraden‘ wollten wir einen würdigen Rahmen schaffen und Trost spenden.“, betonte Wolfgang Krug.

Ein Mitglied des Männerchors ergänzte: „Unsere Lieder wie „Vater unser“ waren ein Zeichen der Verbundenheit mit den Angehörigen und allen, die heute hier sind.“

Lena Roßmann aus Eiersheim sowie Christian Orth, Helene Orth-Neufeld und Markus Bach sorgten dafür, dass sich die amerikanischen Gäste willkommen fühlten.

„Es war uns eine Ehre, die Worte der Familie für alle verständlich zu machen.“ - war ihr gemeinsamer Grundtenor.

Die Veranstaltung endete mit der feierlichen Anbringung der neuen Ehrentafel am Gedenkstein, die fortan an die beiden Piloten erinnert und ein Zeichen der Versöhnung und des gemeinsamen Erinnerns setzt.

So wurde aus einem tragischen Kapitel der Ortsgeschichte ein Tag der Begegnung, des Trostes und der Versöhnung – und ein Zeichen dafür, dass Erinnerung Brücken über Kontinente und Generationen schlagen kann.

Hintergrund und Interviews:

Erinnerung an das tragische Flugzeugunglück in Eiersheim am 17. Oktober 1975:

Am 17. Oktober 1975 stürzte im Rahmen des NATO-Manövers „Reforger 75 – Certain Trek“ ein amerikanisches Phantom-Kampfflugzeug oberhalb von Eiersheim (bei Külsheim) ab.

Die beiden Piloten, Captain Donnie Lee Maynard und First Lieutenant John Wayne Roberts, verzichteten auf den Schleudersitz, um das Flugzeug noch über die Ortschaft zu lenken und so eine Katastrophe im Dorf zu verhindern.

Das Flugzeug zerschellte schließlich im Gewann Heistenberg, nur etwa 500 Meter vom Ort entfernt.

Der Absturz wurde durch einen technischen Defekt an der Maschine verursacht.

Die genaue Ursache wurde damals nicht sofort öffentlich gemacht; erst viele Jahre später wurde durch Recherchen – insbesondere durch den Hobby-Historiker Christian Orth – bekannt, dass es sich um eine Heldentat handelte:

Die Piloten opferten ihr Leben, um Eiersheim zu retten.

Beide Piloten kamen ums Leben.

Die Witwe von Captain Maynard, Patricia Dale Maynard, und ihre Familie erfuhren erst Jahrzehnte später die wahren Umstände des Unglücks.

Im Oktober 2025 reiste die Familie erstmals zur Gedenkfeier nach Eiersheim, wo eine neue Gedenktafel eingeweiht wurde.

Das Ereignis am 17.10.21995 ist bis heute Teil der lokalen Erinnerungskultur und wird als Beispiel für Mut und Opferbereitschaft gewürdigt.

Die amerikanische Familie Maynard war mit Witwe Patricia Dale Maynard, Sohn Eric Maynard, Schwiegertochter Jeannie Maynard und drei Enkeln erstmals in Deutschland und bei der  Gedenkfeier in Eiersheim.

Zusammengefasst:

Absturz am 17.10.1975 bei Külsheim-Eiersheim während des NATO-Manövers.

Ursache: technischer Defekt.

Piloten lenkten Maschine weg vom Dorf, verzichteten auf Rettung.

Beide Piloten starben, verhinderten aber größere Katastrophe.

Gedenkfeier und neue Ehrentafel erinnern an das Ereignis.

Amerikanische Familie erstmals bei Gedenkfeier in Eiersheim.

Ablauf des Unglücks

Am 17. Oktober 1975 stürzte ein amerikanisches Phantom-Kampfflugzeug
(Typ F-4 Phantom II) während des NATO-Manövers „Reforger 75 – Certain Trek“ oberhalb von Eiersheim ab.
 M
Die beiden Piloten, Captain Donnie Lee Maynard und First Lieutenant John Wayne Roberts, waren Teil der US-Luftwaffe und nahmen an einer großangelegten Übung teil.

Während eines Fluges kam es zu einem technischen Defekt an der Maschine.

Die genaue Ursache wurde damals nicht öffentlich gemacht; erst Jahrzehnte später wurde durch Recherchen bekannt, dass ein technisches Problem zum Absturz führte.

Heldentat der Piloten

Die Piloten hätten sich mit dem Schleudersitz retten können, entschieden sich aber dagegen.

Sie lenkten das beschädigte Flugzeug gezielt von der Ortschaft Eiersheim weg, um eine Katastrophe im Dorf zu verhindern.

Das Flugzeug zerschellte im Gewann Heistenberg, nur etwa 500 Meter vom Ort entfernt.

Beide Piloten kamen bei dem Absturz ums Leben, retteten aber durch ihr Handeln vermutlich viele Menschen im Dorf.

Folgen und Aufarbeitung

Die Nachricht vom Tod erhielt die Witwe, Patricia Dale Maynard, damals nur sehr vage: Ihr wurde lediglich mitgeteilt, dass ihr Mann „mit seinem Flugzeug in den Wolken verschwunden und dort explodiert“ sei.

Über den Absturz in Deutschland, das Manöver oder die Heldentat wurde sie nicht informiert.

Erst viele Jahre später, durch die Recherchen des deutschen Hobby-Historikers Christian Orth, wurde die wahre Geschichte bekannt und der Kontakt zur Familie hergestellt.

Im Oktober 2025 reiste die Familie von Captain Maynard erstmals zur Gedenkfeier nach Külsheim-Eiersheim, wo eine neue Gedenktafel eingeweiht wurde.

Zeitzeugen und Erinnerung

Zeitzeugen wie Erika Fischer (*1940) und Andrea Bär (*1962) berichten, dass sie als junge Frau bzw. Kind den Absturz und seine Folgen miterlebt haben.

Die Ereignisse werden in der Region als „schwarzer Tag“ erinnert und sind bis heute Teil der lokalen Erinnerungskultur.

Die Gedenkfeier und die neue Gedenktafel sind Ausdruck dafür, dass die Opfer und ihre Taten nicht vergessen werden.

Witwe Patricia Dale Maynard

„Ich war daheim plötzlich allein mit zwei Kleinkindern.

Alles, was mir blieb, waren ein paar Familienfotos in einem alten Album.

Jetzt, hier in Eiersheim, spüre ich zum ersten Mal, dass das Schicksal meines Mannes einen Platz hat – und dass Menschen sich erinnern.

Es ist, als hätte ich ein Stück Heimat für ihn gefunden, das ich all die Jahre gesucht habe.“

Fazit:

Das Flugzeugunglück von Eiersheim ist ein Beispiel für Mut und Opferbereitschaft.

Die Piloten opferten ihr Leben, um das Dorf zu retten.

Die Geschichte wurde erst Jahrzehnte später vollständig aufgearbeitet und ist heute ein wichtiger Teil der lokalen und internationalen Erinnerungskultur.

Hier sind die wichtigsten Recherchen und Erkenntnisse von Christian Orth zum Flugzeugabsturz in Eiersheim:

Wer ist Christian Orth?

Christian Orth ist ein deutscher Militär-Hobbyhistoriker, der sich intensiv mit dem Absturz des Phantom-Kampfflugzeugs bei Eiersheim am 17. Oktober 1975 beschäftigte.

Seine Nachforschungen brachten viele bislang unbekannte Details ans Licht und führten dazu, dass die wahre Geschichte der Piloten und des Unglücks öffentlich wurde.

Was hat Christian Orth herausgefunden?

Jahrzehntelang war die genaue Ursache des Absturzes und das Verhalten der Piloten nicht bekannt.

Die Angehörigen erhielten damals nur sehr vage Informationen von der US-Luftwaffe:

Es wurde lediglich gesagt, das Flugzeug sei „in den Wolken verschwunden und dort explodiert“.

Kein Hinweis auf einen Absturz in Deutschland, kein Wort über das NATO-Manöver oder einen technischen Defekt.

Christian Orth recherchierte in deutschen und amerikanischen Archiven, sprach mit Zeitzeugen und wertete Einsatzberichte aus.

Erst durch seine Arbeit wurde klar, dass die Piloten bewusst auf den Schleudersitz verzichteten, um das Flugzeug noch über die Ortschaft zu lenken und so eine Katastrophe im Dorf zu verhindern.

Er stellte den Kontakt zur Familie des Piloten her und informierte sie über die tatsächlichen Umstände des Todes von Captain Donnie Lee Maynard.

Für die Witwe Patricia Dale Maynard war dies ein Wendepunkt:

Sie erfuhr erstmals, dass ihr Mann als Held galt und sein Schicksal einen Platz in der lokalen Erinnerungskultur gefunden hatte.

Orth setzte sich für eine würdige Gedenkveranstaltung und eine neue Gedenktafel ein, die 2025 in Eiersheim eingeweiht wurde.

Die Tafel erinnert an die beiden Piloten und ihre Tat.

Bedeutung der Recherchen

Die Arbeit von Christian Orth hat dazu beigetragen, dass die Geschichte des Absturzes nicht nur militärisch, sondern auch menschlich aufgearbeitet wurde.

Die Angehörigen der Piloten konnten erstmals den Unglücksort besuchen und wurden in die lokale Gedenkkultur eingebunden.

Die Region und die Gemeinde Eiersheim würdigen seither die Opfer und die Heldentat der Piloten in regelmäßigen Gedenkfeiern.

Zitat aus der Gedenkfeier:
„Es war eine Herzensangelegenheit, die wahre Geschichte ans Licht zu bringen und den Kontakt zur Familie herzustellen.“ – Christian Orth.

Fazit:
Christian Orth hat mit seinen Recherchen maßgeblich dazu beigetragen, dass die Wahrheit über den Absturz und die Heldentat der Piloten bekannt wurde.

Seine Arbeit steht für engagierte Erinnerungsarbeit und internationale Verständigung.

Hier sind die wichtigsten Informationen zum Flugzeugtyp F-4 Phantom II:

Allgemeines

Hersteller: McDonnell Aircraft Corporation (später McDonnell Douglas)

Erstflug: 27. Mai 1958

Indienststellung: 1960 (US Navy), später auch bei der US Air Force und den US Marines

Produktion: 1958 bis 1981, insgesamt über 5.195 Exemplare (davon 127 in Japan von Mitsubishi gebaut)

Besatzung: 2 (Pilot und Waffensystemoffizier)

Einsatzländer: Insgesamt 11 Staaten, darunter Deutschland, Großbritannien, Israel, Japan, Türkei u.a.

Technische Daten (F-4E, typische Version)
Länge: ca. 19,2 m
Spannweite: ca. 11,7 m
Höhe: ca. 5,0 m
Leergewicht: ca. 13.770 kg
Max. Startgewicht: ca. 27.965 kg
Triebwerke: 2 × General Electric J79 Turbojet
Leistung je Triebwerk: ca. 79,6 kN mit Nachbrenner

Höchstgeschwindigkeit: ca. 2.400–2.500 km/h (Mach 2,2)

Dienstgipfelhöhe: ca. 18.000 m

Reichweite: ca. 1.300–2.200 km (je nach Version und Zuladung)
Bewaffnung: 20-mm-Gatling-Kanone (M61A1), bis zu 9 Außenstationen für Raketen, Bomben und Zusatztanks.

Besonderheiten

Die F-4 Phantom II war eines der weltweit am weitesten verbreiteten Kampfflugzeuge und wurde in vielen Konflikten eingesetzt, z.B. im Vietnamkrieg, Nahostkonflikt und Zweiten Golfkrieg.

Sie war für verschiedene Rollen ausgelegt: Abfangjäger, Jagdbomber, Aufklärer und „Wild Weasel“ (SEAD – Bekämpfung feindlicher Luftabwehr).

Die F-4 war das Rückgrat der US-Luftstreitkräfte in den 1960er und 1970er Jahren und wurde auch von der deutschen Luftwaffe bis 2013 eingesetzt.

Markant sind die nach oben abgewinkelten Flügelspitzen und die nach unten zeigenden Höhenruder.

Historische Bedeutung

Die F-4 stellte zahlreiche Geschwindigkeits- und Steigflugrekorde auf.

Sie war das erste Flugzeug, das gleichzeitig von der US Navy, der US Air Force und den US Marines eingesetzt wurde.

In Deutschland wurden zwischen 1973 und 1975 insgesamt 175 F-4F Phantom II beschafft und mehrfach modernisiert.

Fazit:
Die F-4 Phantom II ist ein legendäres, zweisitziges, zweistrahliges Kampfflugzeug mit hoher Geschwindigkeit, großer Reichweite und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Sie prägte die Luftfahrtgeschichte über Jahrzehnte und war auch bei der Bundeswehr ein wichtiges Waffensystem.

Die F-4 Phantom II war eines der vielseitigsten und meistgenutzten Kampfflugzeuge der Welt.

Sie wurde in zahlreichen besonderen Missionen und Rollen eingesetzt, darunter:

1. Luftüberlegenheit und Dogfights

Die F-4 Phantom II war im Vietnamkrieg das Hauptkampfflugzeug der US Navy, Air Force und Marines. Sie wurde in intensiven Luftkämpfen („Dogfights“) gegen sowjetische MiG-Jäger eingesetzt und erzielte zahlreiche Abschüsse.

2. „Wild Weasel“-Missionen (SEAD)

Die F-4 wurde speziell für „Wild Weasel“-Missionen umgebaut, bei denen feindliche Flugabwehrstellungen (Radar und Raketen) aufgespürt und zerstört wurden. Diese Rolle war besonders gefährlich und entscheidend für den Schutz anderer Flugzeuge.

3. Close Air Support (CAS)

Im Vietnamkrieg flog die F-4 ab 1972 zahlreiche Einsätze zur direkten Unterstützung von Bodentruppen. Sie setzte dabei Bomben, Raketen und Kanonen gegen feindliche Stellungen ein und verteidigte eigene Truppen gegen Angriffe.

4. Strike Escort

Die F-4 begleitete Bomberverbände als „Strike Escort“, schützte sie vor feindlichen Jägern und griff gegnerische Flugzeuge an, um die Bomber zu verteidigen.

5. Aufklärung und Fotoaufklärung

Spezielle Varianten wie die RF-4C wurden für Fotoaufklärung und elektronische Aufklärung eingesetzt, um feindliche Bewegungen und Stellungen zu dokumentieren.

6. Nukleare und konventionelle Angriffe

Die F-4 konnte sowohl konventionelle als auch nukleare Bomben tragen und war Teil der strategischen Abschreckung im Kalten Krieg.

7. Einsatz in internationalen Konflikten

Die F-4 wurde nicht nur von den USA, sondern auch von Israel, Deutschland, Großbritannien, der Türkei und anderen Ländern in verschiedenen Konflikten eingesetzt, etwa im Nahostkonflikt und im Zweiten Golfkrieg.

8. Kunstflugstaffeln

Die F-4 war das einzige Flugzeug, das gleichzeitig von den berühmten US-Kunstflugstaffeln „Blue Angels“ (Navy) und „Thunderbirds“ (Air Force) geflogen wurde.

Fazit:
Die F-4 Phantom II war ein echtes Multitalent:
Luftüberlegenheit, Bodenkampf, Aufklärung, elektronische Kriegsführung und sogar Kunstflug – sie prägte die Luftfahrtgeschichte über Jahrzehnte und war in vielen besonderen Missionen weltweit im Einsatz.
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Interview mit Patricia Dale Maynard (Witwe des Piloten)

Frage: Frau Maynard, wie fühlen Sie sich heute, zum ersten Mal am Ort des Unglücks zu stehen?
Antwort:
„Es ist ein sehr bewegender Moment für mich. All die Jahre wusste ich so wenig über das, was damals wirklich passiert ist. Heute spüre ich, dass mein Mann und seine Tat hier einen Platz in der Erinnerung gefunden haben. Es ist, als hätte ich ein Stück Heimat für ihn gefunden, das ich so lange gesucht habe.“

Interview mit Eric Maynard (Sohn des Piloten)

Frage: Was bedeutet Ihnen und Ihrer Familie diese Gedenkfeier?

Antwort:
„Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, dass die Geschichte meines Vaters nicht vergessen wurde. Die Gedenktafel und die Anteilnahme der Menschen hier geben uns Trost und zeigen, dass sein Opfer nicht umsonst war.“

Interview mit Erika Fischer (Zeitzeugin aus Eiersheim)

Frage: Wie erinnern Sie sich an den Tag des Unglücks?

Antwort:
„Ich war damals eine junge Frau im Alter von 35 Jahren und erinnere mich noch genau an den lauten Knall und die Aufregung im Dorf. Es war ein schrecklicher Tag, den ich nie vergessen werde. Es ist wichtig, dass wir auch nach so vielen Jahren gemeinsam innehalten und erinnern.“

Interview mit Christian Orth (Hobby-Historiker)

Frage: Was hat Sie motiviert, die Geschichte des Absturzes zu recherchieren?

Antwort:
„Es war eine Herzensangelegenheit. Ich wollte die Wahrheit ans Licht bringen und der Familie zeigen, dass ihr Schicksal hier nicht vergessen ist. Die Recherchen haben viele Menschen zusammengebracht und Brücken gebaut – das ist für mich das Wichtigste.“

Interview mit einem Mitglied im Heimatverein Eiersheim (Geburtsjahr 1953)

Frage: Warum ist das Gedenken an solche Ereignisse wichtig?

Antwort:
„Die Gedenkfeier zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte aufzuarbeiten und Brücken zwischen Menschen und Nationen zu bauen. Wir dürfen die Toten nicht vergessen – das ist eine Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft. Deswegen haben wir vor 30 Jahren diesen Gedenkstein am Eiersheimer Heistenberg errichtet. Er ist aus Buntsandstein und stammt von hier, sozusagen als Mahnmal aus der Heimat“.

Interview mit Bürgermeister Thomas Schreglmann, Külsheim.

Frage: Was nehmen Sie persönlich aus diesem Tag mit?

Antwort:
„Solche Ereignisse verbinden unsere Gemeinden und erinnern uns daran, wie wertvoll Frieden und Verständigung sind. Wir brauchen diese Tage der Besinnung, um an die Opfer zu erinnern und für die Zukunft zu lernen.
Die Bürgerinnen und Bürger von Eiersheim, die damals den Absturz miterlebt haben, sind bis heute dankbar dafür, dass die Maschine damals nicht in das Dorf geflogen ist und dort nicht abgestürzt ist.
Dieser Umstand ist definitiv dem jungen Piloten Captain Maynard zu verdanken, der trotz des Defektes am Flugzeug und der Möglichkeit, sich selbst mit dem Schleudersitz aus der Maschine zu retten, in seinem Flugzeug geblieben ist.
Er hat es noch über die Ortschaft gelenkt, rammte anschließend einen Überlandmasten und zerschellte dann hier oben am ‚Heistenberg‘- gerade mal 500 Meter vom Dorf entfernt.
An Bord der Maschine befanden sich noch neben Captain Maynard der First Lieutenant John Wayne Roberts, 25 Jahre. Beide haben den Absturz nicht überlebt.  

Der damalige Freitag, der 17. Oktober 1935, ist in der Region damals als der „Schwarze Freitag“ in die Geschichtsbücher eingegangen, weil neben den beiden US-Piloten hier bei Werbach drei Panzer vom Typ M113 in die Tauber gefahren sind, um den Fluss zu überqueren.
Sie versanken an der alten Tauberbrücke zwischen Hochhausen und Werbach, da hat die Tauber, auch wenn es nicht so aussieht eine Wassertiefe von vier bis fünf Metern, was man so nicht erkennt.
Und dort sind an diesem Freitag, zwei weitere Soldaten der US-Armee ertrunken. Später am Abend ist dann noch ein M60-Kampfpanzer der US-Armee bei Bernsfelden in einen Steinbruch gestürzt und noch ein Soldat gestorben, sodass alleine an diesem Tag fünf tote US-Soldaten zu beklagen waren.“

Interview mit einem Senior (78) aus Eiersheim

Frage: Sie waren damals 28 Jahre alt. Wie haben Sie den Tag des Absturzes erlebt?

Antwort:
„Das war ein Tag, den ich nie vergessen werde. Ich war gerade auf dem Feld, als plötzlich ein lauter Knall durch das ganze Tal hallte. Zuerst wusste niemand, was passiert war. Dann sahen wir Rauch über dem Heistenberg aufsteigen.
Im Dorf herrschte sofort große Aufregung, viele sind zum Unglücksort gelaufen. Es war ein schrecklicher Anblick – überall Trümmer, und wir wussten, dass da Menschen ihr Leben verloren hatten.“
Frage: Wie hat das Unglück das Dorf verändert?
Antwort:
„Damals war das ganze Dorf wie gelähmt. Viele von uns kannten die amerikanischen Soldaten von den Manövern, sie waren oft freundlich und sie haben bei den Kindern Schokolade verteilt. Dass zwei von ihnen ihr Leben ließen, um unser Dorf zu retten, hat uns tief bewegt. Seitdem ist der 17. Oktober für uns ein Tag des Innehaltens. Die Gedenkfeiern sind wichtig, damit wir nicht vergessen, was damals passiert ist.“
Frage: Was bedeutet Ihnen die heutige Gedenkfeier?
Antwort:
„Es ist schön zu sehen, dass die Familie des Piloten heute hier ist. Das zeigt, dass Erinnerung Brücken schlägt – über Länder und Generationen hinweg. Für mich ist es ein Zeichen von Dankbarkeit und Versöhnung. Ich hoffe, dass wir diese Geschichte auch an die Jüngeren weitergeben, damit sie wissen, wie wertvoll Frieden ist.“

Eine Bürgerin aus Eiersheim  - jetzt 74 Jahre, die sich an das Flugzeugunglück von 1975 erinnert:

Frage: Wie haben Sie den Tag des Absturzes damals erlebt?
Antwort:
„Ich war damals 24 Jahre alt und gerade mit meiner kleinen Tochter im Garten. Plötzlich hörten wir einen lauten Knall, der durch das ganze Dorf ging. Ich erinnere mich noch, wie alle Nachbarn aus ihren Häusern kamen und zum Heistenberg liefen. Die Stimmung war voller Angst und Unsicherheit, niemand wusste, was genau passiert war. Als wir erfuhren, dass ein amerikanisches Flugzeug abgestürzt war, waren wir alle schockiert und traurig.“
Frage: Was hat das Ereignis für Sie und die Dorfgemeinschaft bedeutet?
Antwort:
„Es war eine sehr schwere Zeit für uns. Viele hatten Angst vor den Manövern, weil ständig Militärfahrzeuge und Flugzeuge unterwegs waren. Aber nach dem Absturz haben wir auch viel Mitgefühl für die amerikanischen Familien empfunden. Die Tatsache, dass die Piloten ihr Leben geopfert haben, um unser Dorf zu schützen, hat uns tief berührt. Seitdem ist der 17. Oktober für mich ein Tag, an dem ich innehalte und dankbar bin.“

Frage: Was bedeutet Ihnen die heutige Gedenkfeier?
Antwort:
„Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns gemeinsam erinnern und auch die Familie des Piloten hier willkommen heißen. Es zeigt, dass wir die Vergangenheit nicht vergessen und dass aus einem tragischen Ereignis etwas Verbindendes entstehen kann. Für mich ist es ein Zeichen von Versöhnung und Hoffnung, dass wir heute zusammenkommen – egal woher wir stammen.“

Ein ehemaliger Gemeinderat (80) aus Eiersheim, der die Perspektive der lokalen Politik und Gemeinschaft widerspiegelt:

Frage: Wie erleben Sie als Gemeinderat die heutige Gedenkfeier?

Antwort:
„Für uns als Gemeinde ist diese Feier ein sehr bedeutender Moment. Sie zeigt, wie wichtig es ist, auch nach so vielen Jahren gemeinsam innezuhalten und an die Opfer zu erinnern. Die Geschichte des Absturzes ist Teil unserer Ortsidentität geworden und verbindet uns mit Menschen weit über Eiersheim hinaus.“
Frage: Welche Rolle spielt die Gemeinde bei der Aufarbeitung solcher Ereignisse?
Antwort:
„Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Erinnerung wachzuhalten und die Hintergründe transparent zu machen. Die Zusammenarbeit mit Zeitzeugen, Historikern und den Angehörigen der Piloten war uns ein großes Anliegen. Die neue Gedenktafel ist ein Zeichen dafür, dass wir Verantwortung übernehmen – für die Vergangenheit und für die Verständigung zwischen den Nationen.“
Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft im Umgang mit solchen Erinnerungen?
Antwort:
„Ich wünsche mir, dass wir weiterhin offen und respektvoll mit unserer Geschichte umgehen. Die Gedenkfeiern sollen nicht nur an die Toten erinnern, sondern auch ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen. Es ist wichtig, dass auch die jüngeren Generationen verstehen, wie wertvoll solche Momente des Innehaltens sind.“

Andrea Bär aus Eiersheim, Jahrgang 1962 (heute 65 Jahre alt), die als Jugendliche den Flugzeugabsturz miterlebt hat:

Frage: Frau Bär, Sie waren damals 15 Jahre alt. Wie erinnern Sie sich an den Tag des Unglücks?
Antwort:
„Ich war gerade mit Freunden auf dem Heimweg von der Schule, als wir plötzlich einen lauten Knall hörten. Wir sind sofort stehen geblieben und haben gesehen, wie Rauch über dem Heistenberg aufstieg. Die Erwachsenen sind zum Unglücksort gelaufen, und wir Jugendlichen waren voller Angst und Neugier. Es war ein sehr bedrückender Moment – so etwas hatten wir noch nie erlebt.“
Frage: Wie hat das Ereignis Ihre Jugend und das Dorf geprägt?
Antwort:
„Das war ein einschneidendes Erlebnis für uns alle. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, und wir haben gelernt, wie schnell sich das Leben ändern kann. Die Geschichte der Piloten, die ihr Leben geopfert haben, um unser Dorf zu retten, hat uns tief beeindruckt. Seitdem habe ich großen Respekt vor Menschen, die Verantwortung übernehmen – egal in welcher Situation.“
Frage: Was bedeutet Ihnen die heutige Gedenkfeier?
Antwort:
„Es ist schön zu sehen, dass die Erinnerung an das Unglück und die Opfer weiterlebt. Die Gedenkfeier ist für mich ein Zeichen, dass wir als Gemeinschaft zusammenhalten und auch schwierige Zeiten gemeinsam bewältigen können. Ich hoffe, dass die jüngeren Generationen diese Geschichte nicht vergessen und daraus lernen.“

Interview mit einem Sänger, Jahrgang 1965, Sänger im Männergesangsverein Eiersheim

Frage: Sie haben heute mit dem Männergesangsverein bei der Gedenkfeier gesungen. Was bedeutet Ihnen dieser Auftritt?
Antwort:
„Für mich ist das Singen bei der Gedenkfeier eine große Ehre. Ich bin in Eiersheim aufgewachsen und habe die Geschichte des Flugzeugabsturzes schon als Kind von meinen Eltern und älteren Dorfbewohnern gehört. Die Musik gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern, Trost zu spenden und Verbundenheit zu zeigen – nicht nur innerhalb des Dorfes, sondern auch gegenüber den amerikanischen Gästen.“
Frage: Erinnern Sie sich noch an die Stimmung im Dorf damals?
Antwort:
„Ich war zehn Jahre alt, als das Unglück passierte. Ich weiß noch, wie betroffen alle waren. Die Erwachsenen haben viel darüber gesprochen, und für uns Kinder war es schwer zu begreifen. Die jährlichen Gedenkfeiern sind für mich ein wichtiger Teil unserer Dorftradition geworden. Sie helfen uns, die Erinnerung wachzuhalten und das Geschehene zu verarbeiten.“
Frage: Was möchten Sie mit Ihrer Musik bei solchen Anlässen vermitteln?
Antwort:
„Unsere Lieder wie ‚Vater unser‘ oder ‚Ich hatt’ einen Kameraden‘ sind Zeichen der Verbundenheit und des Respekts. Musik kann Brücken bauen – zwischen Generationen, zwischen Nationen. Ich hoffe, dass wir mit unserem Gesang nicht nur Trost spenden, sondern auch zeigen, dass die Opfer nicht vergessen sind und dass aus Trauer auch Versöhnung entstehen kann.“

Interview mit Diakon Wolfgang Krug
Frage: Herr Krug, Sie haben die Gedenkfeier heute geleitet. Was bedeutet Ihnen diese Aufgabe?
Antwort:
„Es ist für mich eine große Verantwortung und zugleich eine Ehre, diese Feier zu gestalten. Die Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks und die Botschaft von Frieden und Versöhnung stehen im Mittelpunkt. Ich spüre, wie wichtig es für die Gemeinde und die Angehörigen ist, gemeinsam innezuhalten und Trost zu finden.“
Frage: Welche Rolle spielt Musik und Gebet bei solchen Anlässen?
Antwort:
„Musik und Gebet geben Halt und verbinden die Menschen. Die Lieder, die wir heute gesungen haben – von den Nationalhymnen bis zu ‚Näher, mein Gott, zu dir‘ und ‚Ich hatt’ einen Kameraden‘ – sind Ausdruck von Anteilnahme und Hoffnung. Sie schaffen einen würdigen Rahmen und helfen, Gefühle auszudrücken, für die Worte manchmal fehlen.“
Frage: Was möchten Sie den Menschen mit auf den Weg geben?
Antwort:
„Ich wünsche mir, dass wir die Toten nicht vergessen und aus der Vergangenheit lernen. Die Geschichte der beiden Piloten zeigt, wie wertvoll Frieden und Menschlichkeit sind. Gedenkfeiern wie diese sind wichtig, damit wir innehalten, nachdenken und uns bewusst machen, wie schnell das Leben sich ändern kann. Sie sind ein Zeichen der Versöhnung und der Hoffnung für die Zukunft.“

Interview mit Heinz Kremer (Jahrgang 1950, Vorsitzender des Heimatvereins Eiersheim)

Frage: Herr Kremer, Sie engagieren sich seit vielen Jahren für die Erinnerungskultur in Eiersheim. Was bedeutet Ihnen die heutige Gedenkfeier?
Antwort:
„Für mich ist diese Gedenkfeier ein ganz besonderer Moment. Sie zeigt, dass wir als Gemeinde nicht vergessen, was damals passiert ist, und dass wir Verantwortung für unsere Geschichte übernehmen. Es ist bewegend zu sehen, wie Menschen aus verschiedenen Ländern hier zusammenkommen, um gemeinsam zu erinnern und Brücken zu bauen.“

Frage: Welche Rolle spielt der Heimatverein bei der Aufarbeitung des Flugzeugunglücks?
Antwort:
„Der Heimatverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte unseres Ortes lebendig zu halten. Wir haben Zeitzeugen befragt, Dokumente gesammelt und gemeinsam mit Historikern wie Christian Orth die Hintergründe des Unglücks aufgearbeitet. Besonders wichtig war uns, die Angehörigen der Piloten einzuladen und ihnen zu zeigen, dass ihr Schicksal hier nicht vergessen ist.“
Frage: Was möchten Sie den jüngeren Generationen mitgeben?
Antwort:
„Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen verstehen, wie wertvoll Frieden und Verständigung sind. Die Ereignisse von 1975 mahnen uns, achtsam zu sein und aus der Vergangenheit zu lernen. Die Gedenktafel und die jährlichen Feiern sollen daran erinnern, dass Mut, Menschlichkeit und Versöhnung immer einen Platz in unserer Gemeinschaft haben sollten.“

Interview mit Christian Orth, Hobby-Historiker und Initiator der Recherchen zum Flugzeugabsturz in Eiersheim:

Frage: Herr Orth, was hat Sie dazu bewegt, sich mit dem Flugzeugunglück von 1975 zu beschäftigen?
Antwort:
„Ich bin schon immer an Militärgeschichte und den Geschichten hinter den Ereignissen interessiert gewesen. Als ich von dem Absturz bei Eiersheim hörte, war mir schnell klar, dass viele Fragen offen waren und die Hintergründe nicht ausreichend bekannt. Es war mir ein persönliches Anliegen, Licht ins Dunkel zu bringen und die Wahrheit herauszufinden.“
Frage: Wie sind Sie bei Ihren Recherchen vorgegangen?
Antwort:
„Ich habe zunächst in lokalen Archiven und Zeitungsberichten recherchiert, dann Kontakt zu Zeitzeugen aufgenommen und schließlich auch amerikanische Quellen ausgewertet. Besonders bewegend war für mich der Austausch mit der Familie des Piloten. Erst durch die Gespräche und die Dokumente wurde deutlich, dass die Piloten ihr Leben geopfert haben, um das Dorf zu retten. Das war lange Zeit nicht bekannt.“
Frage: Was bedeutet Ihnen die heutige Gedenkfeier?

Antwort:
„Es ist für mich ein Höhepunkt meiner Arbeit. Die Tatsache, dass die Familie des Piloten heute hier ist und gemeinsam mit uns gedenkt, zeigt, wie wichtig Erinnerung und Versöhnung sind. Ich hoffe, dass meine Recherchen dazu beitragen, dass die Geschichte nicht vergessen wird und dass wir daraus lernen – für Menschlichkeit und Frieden.“

Frage: Was möchten Sie den Menschen mit Ihrer Arbeit vermitteln?

Antwort:
„Geschichte ist mehr als Zahlen und Fakten. Es geht um Schicksale, um Mut und um die Verantwortung, die wir für das Erinnern tragen. Ich wünsche mir, dass wir offen bleiben für die Geschichten hinter den Ereignissen und dass wir Brücken bauen – zwischen Generationen und Nationen.“

Interview mit Lena Roßmann (Übersetzerin und Helferin bei der Gedenkfeier)

Frage: Frau Roßmann, Sie haben heute als Übersetzerin zwischen den amerikanischen Gästen und den deutschen Teilnehmern vermittelt. Wie haben Sie diese Aufgabe erlebt?
Antwort:
„Es war für mich eine sehr bewegende Erfahrung. Die Familie von Captain Maynard war zum ersten Mal hier, und ich wollte sicherstellen, dass sie sich willkommen und verstanden fühlen. Es ging nicht nur um die Sprache, sondern auch darum, die Gefühle und die Bedeutung dieses Tages zu transportieren. Es war mir eine Ehre, die Worte der Familie für alle verständlich zu machen.“

Frage: Was war für Sie der bewegendste Moment der Gedenkfeier?
Antwort:
„Der Moment, als Patricia Maynard am Gedenkstein stand und ihre Gedanken mit uns geteilt hat, war sehr emotional. Man hat gespürt, wie viel ihr dieser Ort bedeutet und wie wichtig es ist, dass die Geschichte ihres Mannes hier einen Platz gefunden hat. Es war schön zu sehen, wie die Menschen aus Eiersheim und die amerikanischen Gäste gemeinsam getrauert und sich gegenseitig Trost gespendet haben.“

Frage: Was nehmen Sie persönlich aus diesem Tag mit?
Antwort:
„Ich habe erlebt, wie Erinnerung Brücken schlagen kann – über Kontinente und Generationen hinweg. Es ist wichtig, dass wir offen aufeinander zugehen und uns gegenseitig zuhören. Für mich war es ein Tag der Versöhnung und der Hoffnung, dass aus Schmerz und Verlust auch etwas Verbindendes entstehen kann.“

Interview mit Eric Maynard, geboren 1972, Sohn des Piloten Captain Donnie Lee Maynard, der beim Flugzeugabsturz 1975 ums Leben kam:

Frage: Eric, Sie waren damals erst drei Jahre alt, als Ihr Vater bei dem Unglück ums Leben kam. Was bedeutet Ihnen die Reise nach Eiersheim und die Gedenkfeier heute?
Antwort:
„Ich habe meinen Vater nie wirklich kennengelernt, aber seine Geschichte war immer Teil unserer Familie. Lange Zeit wussten wir nur wenig über die Umstände seines Todes. Erst durch die Recherchen von Herrn Orth und die Einladung nach Eiersheim habe ich verstanden, wie viel Mut und Verantwortung mein Vater gezeigt hat. Die Gedenkfeier hier ist für mich und meine Familie ein Zeichen der Wertschätzung und Erinnerung. Es tut gut zu wissen, dass sein Opfer nicht vergessen wird.

Frage: Wie haben Sie die Begegnung mit den Menschen aus Eiersheim erlebt?
Antwort:
„Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen hier hat mich sehr berührt. Es ist bewegend zu sehen, wie die Geschichte meines Vaters auch nach so vielen Jahren noch einen Platz in der Gemeinschaft hat. Die Gespräche mit Zeitzeugen und die gemeinsamen Momente am Gedenkstein haben mir das Gefühl gegeben, dass wir als Familie ein Stück Heimat gefunden haben.“
Frage: Was möchten Sie den Menschen in Eiersheim und den jüngeren Generationen mitgeben?
Antwort:
„Ich hoffe, dass die Erinnerung an solche Ereignisse wachgehalten wird. Sie zeigen, wie wichtig Zusammenhalt, Mitgefühl und Frieden sind. Mein Vater hat sein Leben für andere gegeben – das ist eine Botschaft, die auch heute noch Bedeutung hat. Ich bin dankbar, dass wir gemeinsam gedenken und daraus Kraft für die Zukunft schöpfen können.“

Interview mit Christian Orth (Hobby-Historiker)

Frage: Herr Orth, wie sind Sie auf das Thema des Flugzeugabsturzes in Eiersheim gestoßen?
Antwort:
„Ich bin in der Region aufgewachsen und habe schon als Jugendlicher von dem Absturz gehört. Die Geschichte war immer präsent, aber viele Details blieben im Dunkeln. Als ich älter wurde und begann, mich intensiver mit der lokalen Militärgeschichte zu beschäftigen, fiel mir auf, dass die Hintergründe des Unglücks nie richtig aufgearbeitet wurden. Das hat mich motiviert, selbst nachzuforschen.“
Frage: Was waren die größten Herausforderungen bei Ihren Recherchen?
Antwort:
„Die größte Herausforderung war, an verlässliche Quellen zu kommen. Viele offizielle Dokumente waren lange Zeit nicht zugänglich, und die Informationen, die damals an die Angehörigen weitergegeben wurden, waren sehr vage. Ich habe viel Zeit in Archiven verbracht, alte Zeitungsartikel gelesen und versucht, Kontakt zu Zeitzeugen herzustellen. Besonders bewegend war es, als ich schließlich die Familie des Piloten in den USA erreichen konnte.“

Frage: Wie haben Sie die Gespräche mit der Familie von Captain Maynard erlebt?
Antwort:
„Das war ein sehr emotionaler Moment. Die Familie wusste jahrzehntelang kaum etwas über die genauen Umstände des Todes ihres Mannes und Vaters. Als ich ihnen berichten konnte, dass ihr Angehöriger als Held gilt, der durch sein Handeln das Dorf gerettet hat, war das für sie ein Wendepunkt. Es hat mich tief berührt, wie viel ihnen diese Information bedeutet hat und wie dankbar sie für die Aufarbeitung waren.“
Frage: Was war für Sie persönlich der wichtigste Moment Ihrer Arbeit?
Antwort:
„Der wichtigste Moment war sicherlich die Gedenkfeier, bei der die Familie von Captain Maynard zum ersten Mal nach Eiersheim kam. Zu sehen, wie Menschen aus verschiedenen Ländern und Generationen gemeinsam innehalten, trauern und sich austauschen, hat mir gezeigt, wie wertvoll Erinnerungsarbeit ist. Die Anbringung der neuen Gedenktafel war für mich ein Zeichen, dass Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch lebendig gestaltet werden kann.“
Frage: Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
Antwort:
„Mir geht es darum, dass die Geschichten hinter den Ereignissen nicht verloren gehen. Es sind oft die kleinen, persönlichen Schicksale, die zeigen, wie viel Mut und Menschlichkeit in schwierigen Situationen möglich sind. Ich hoffe, dass meine Recherchen dazu beitragen, Brücken zu bauen – zwischen den Menschen hier und den Angehörigen in den USA, aber auch zwischen Vergangenheit und Zukunft. Erinnerung ist für mich ein aktiver Prozess, der uns alle verbindet.“

Frage: Was geben Sie der nächsten Generation mit auf den Weg?
Antwort:
„Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen neugierig bleiben und Fragen stellen. Geschichte ist nicht nur etwas für Bücher, sondern lebt durch die Menschen, die sie erlebt haben. Wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, kann daraus viel für das eigene Leben und für die Gemeinschaft lernen. Und manchmal kann eine einzelne Recherche dazu beitragen, dass ein ganzes Dorf und eine Familie die Wahrheit erfährt.

Strategisches Signal der NATO zur Verteidigungsbereitschaft in Europa.
Reforger 75 – NATO-Übung „Certain Trek“

Reforger 75 war die siebte Ausgabe der jährlichen NATO-Übung „Return of Forces to Germany“ (REFORGER), die während des Kalten Krieges durchgeführt wurde, um die schnelle Verstärkung Europas durch US-Truppen im Falle eines Konflikts mit dem Warschauer Pakt zu testen.

Die Übung „Certain Trek“ fand vom 5. Oktober bis 30. November 1975 statt und war eine der größten militärischen Übungen dieser Zeit.

🔹 Teilnehmer und Umfang
Soldaten: ca. 57.000 aus den USA, Deutschland (BRD), Kanada, Großbritannien und Frankreich

Fahrzeuge:
Radfahrzeuge: 4.474
Kettenfahrzeuge: 1.566
Kampfpanzer: 604 (u.a. M60A1, M48A2C, Centurion)
Hubschrauber: 261
Brückenschläge: u.a. über den Main bei Karlstadt, Sommerhausen und Ochsenfurt sowie über die Tauber
🔹 Übungsablauf
Start: Aufmarsch ab 5. Oktober 1975
Beginn der Übung: 14. Oktober 1975
Ende der Übung: 23. Oktober 1975
Rückmarsch: bis 30. November 1975
Szenario: Angriff aus den Haßbergen Richtung Süden, Gegenangriff am 20. Oktober über das Taubertal Richtung Uffenheim/Bad Windsheim
🔹 Beteiligte Einheiten
USA: u.a. 1st Infantry Division (Mech.), 2nd Armored Division, 2nd Cavalry Regiment, 210th Field Artillery Group
Kanada: 4th Mechanized Brigade Group
Großbritannien: 16th Air Defence Artillery Regiment
Deutschland: Panzerbrigade 36, Panzergrenadierbrigade 5
Frankreich: kleinere Einheiten
🔹 Besonderheiten
Erste Beteiligung des US Marine Corps in Europa seit dem Ersten Weltkrieg
Einsatz von psychologischen Kriegsführungseinheiten und Spezialkräften
Übungsleitung durch Generalleutnant Frederick J. Kroesen.

Diese Übung war nicht nur ein militärisches Manöver, sondern ein strategisches Signal der NATO zur Verteidigungsbereitschaft in Europa.

Roland Schönmüller

Weitere Bilder und Infos folgen!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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