Gastronomie seit Montag, 7. Juni wieder geöffnet
Ein Stück Lebensfreude kehrt zurück

Endlich wieder im Biergarten sitzen und ein frisch gezapftes Bier trinken - wie lange haben wir darauf gewartet!
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Wie lange haben wir darauf gewartet! Bei milden Temperaturen im Biergarten sitzen, ein frisches Bier trinken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Seit wenigen Tagen ist es endlich so weit und die Außengastronomie hat geöffnet. Und es kommt noch besser! Mit den fallenden Inzidenzwerten hat Ministerpräsident Markus Söder am vergangenen Freitag verkündet, dass auch die Innengastronomie wieder öffnen darf. Das ist nun seit Montag, 7. Juni der Fall.

Zahlen sinken kontinuierlich

Seit Ende April sinken bundesweit die Infektionszahlen. Damit fällt auch die 7-Tage-Inzidenz kontinuierlich, die als Maßgabe für Öffnungen jeglicher Art gilt. Mittlerweile liegt der Inzidenzwert im Landkreis Miltenberg bei 33,4 (Quelle: RKI, Stand 8. Juni, 3:12 Uhr) und damit weit unter dem Wert von 100 bzw. 50. Die beiden Inzidenzkategorien „Gebiete zwischen 50 und 100“ und „Gebiete unter 50“ sind die einzigen noch bestehenden und haben bereits viele Erleichterungen in die Wege geleitet. Demgegenüber steigt die Zahl der geimpften Personen, was die ganze Situation zusätzlich entspannt.

Allgemeine Verhaltensregeln bleiben bestehen

Bei dieser deutlichen Entspannung der gesamten Pandemie-Lage sind weitere Öffnungsschritte möglich und werden von vielen Menschen auch erwartet. Im Klartext heißt das, dass Gastwirtschaften seit Montag drinnen und draußen bis 24 Uhr öffnen dürfen, sofern die Inzidenz unter 100 liegt. Gäste müssen allerdings einen Negativtest vorlegen. Bei einer Inzidenz von unter 50 ist dagegen auch kein Test mehr notwendig. Die bisherigen Regelungen – Abstand halten, Händedesinfektion, Maske tragen beim Betreten des Lokals und beim Herumlaufen – behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Doch das alles lässt die Freude darüber, dass es endlich wieder aufwärts geht und wir uns ein kleines Stück unseres Vor-Corona-Lebens wieder zurückgeholt haben, nicht trüben.

Gastronomen freuen sich über Wiederöffnung

Wir haben vor der offiziellen Neuregelung mit einigen Gastronomen aus dem Landkreis gesprochen, die sich sehr darüber freuen, dass sie endlich wieder Gäste in ihren Häusern begrüßen und bewirten dürfen und sich auf den Wiederstart gut vorbereitet haben.

Michael Liebe

Michael Liebe, Kreisvorsitzender Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V.:
„Wir freuen uns wie verrückt, endlich wieder Gastgeber zu sein. Schon bei den Vorbereitungsarbeiten hatten unsere Mitarbeiter die Musik aufgedreht und gute Laune, wieder ihren Job zu machen. Dies macht einfach ganz viel Freude. Sollte die Witterung stimmen, sind wir und auch die meisten Kollegen sehr zufrieden mit der Resonanz. Die Gäste sind gut drauf und glücklich, wieder ausgehen zu dürfen. Doch es gibt auch Stolpersteine. Beispielsweise dürfen in den Hotel-Restaurants die Hausgäste drinnen essen, Passanten hingegen müssen draußen bleiben – auch bei schlechtem Wetter. Für die ganzen Restriktionen benötigt man einen Mitarbeiter als Doorman, welcher das mit den Gästen alles abklärt. Unseren Mitarbeitern wird viel abverlangt dadurch, dass Dienstpläne flexibel an das Wetter angelegt werden müssen. Dazu kommt noch, dass sensible Lebensmittel auch keine längere Regenperiode überstehen. Die Innengastronomie wäre ein Hoffnungsschimmer, der hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.
Das Problem mit ausreichend Mitarbeitern hat uns schon vor Corona beschäftigt und ist auch damit nicht besser geworden. Wir müssen durch attraktive Arbeitsplätze und leistungsgerechte Bezahlung auch unseren Teil dazu beitragen. Sonst fischt die Industrie den Arbeitsmarkt leer.
Hier noch einige Gästestimmen unseres Hauses: ´Wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein!´ ´Wir mussten uns zwar testen, aber das war es uns wert!´ ´Wir fühlen uns wie im Urlaub!´“

Pia Köhlich

Pia Köhlich, Hotel Paradeismühle in Klingenberg-Röllfeld:
„Es ist momentan eine aufregende Zeit, gerade so, als würde man in seinen Beruf neu einsteigen. Die Paradeismühle gibt es schon seit über 60 Jahren und war immer für unsere Gäste geöffnet. Es gab bis dato keine Betriebsferien. Wir haben jetzt schon seit 7 Monaten geschlossen und unsere Mitarbeiter sind alle in Kurzarbeit. Wir werden, wenn es die Corona-Lage jetzt zulässt, in zwei Schritten wieder öffnen. Das Softopening betrifft zunächst unser Hotel und die Bewirtung der Hotelgäste. Bei unserem Restaurant mit Essen à la carte warten wir, bis die Innenöffnung der Gastronomie erlaubt ist. Wir bereiten uns aber schon auf die Öffnung vor, indem wir die Hygienemaßnahmen umsetzen und unsere Mitarbeiter schulen. Zusätzlich haben wir Belüftungssysteme, die die Maßnahmen effektiv unterstützen.
In der Zeit der Schließung waren wir nicht untätig. So haben wir die Terrasse erweitert und einige Zimmer renoviert. Nachdem die Paradeismühle an das Glasfasernetz angeschlossen wurde, haben wir die digitale Infrastsruktur im Innen- und Außenbereich erweitert und verbessert, um die so wichtige Nachverfolgung im Infektionsschutzgeschehen mittels der Luca-App problemlos durchführen zu können. Zum Glück hatten wir neben unseren Geschäftsreisenden in den Monaten der Schließung einige Soldaten der Bundeswehr im Haus, die aufgrund des Landratsamtes bei uns untergebracht und bewirtet werden durften. Diese waren bei der Kontaktdatennachverfolgung im Einsatz.
Den klassischen Abhol- und Lieferdienst haben wir nicht angeboten. Wir hatten uns etwas anderes überlegt und im November und Dezember letzten Jahres Abholpakete mit Ente, Gans oder Wild vorbereitet, mit denen man das Essen einfach zu Hause fertig zubereiten konnte. Das lief sehr gut.
Diese ganze Corona-Situation haben wir alle noch nicht erlebt. Daher kann ich es nachvollziehen, wie schwierig es von Seiten der Verantwortlichen war, Entscheidungen zu treffen. Auch habe ich viele der Regelungen verstanden. Die finanziellen Unterstützungen von der Regierung kamen und waren für den Geschäftserhalt auch dringend notwendig. Ich hoffe und wünsche mir, dass die geltenden Regeln bestehen bleiben und die Situation weiterhin ernst genommen wird. Es wäre fatal, wenn man jetzt zu locker agieren würde und dann im Winter in einen erneuten Lockdown schlittert. Das würden viele nicht überstehen, denn der Kampf ist jetzt schon extrem. Es ist wichtig, dass wir alle an die Gemeinschaft und unsere soziale Verantwortung denken.“

Uwe Liebing

Uwe Liebing, Gasthof Zum Goldenen Adler in Großheubach:
„Das Gefühl der baldigen Öffnung ist Aufbruchstimmung, endlich wieder Gäste bewirten zu können und damit nicht nur Einnahmen zu generieren, sondern auch unseren Gästen wieder nahe zu sein. Persönlich bin ich oft im Service tätig und vermisste das Gefühl der Zufriedenheit auf beiden Seiten. In Vorbereitung auf die Öffnung wird geräumt und geputzt, Hygienekonzepte diskutiert und natürlich werden die Vorräte aufgestockt.
In den vergangenen Monaten der Schließung renovierten wir unsere Säle und führten Reparaturen im Innen- und Außenbereich durch. Zum Beispiel bekam die Terrasse einen neuen Belag. Dies bedeutete manchmal, ohne ständige Einnahmen an die Grenze der Belastung zu gehen.
Mit der Möglichkeit des Abhol- und Lieferservice konnten wir zumindest die fixen Kosten decken und mussten auch keinen Mitarbeiter entlassen. Unsere Kunden in diesem Bereich hielten uns die Treue und dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.
Nun bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen und, was sehr wichtig ist, klare Vorgaben kommunizieren. Denn auch zurzeit wissen viele nicht, wann sie unter welchen Voraussetzungen wohin dürfen.“

Heidi Schäfer, Gasthof Ohrnbachtal und Landhotel in Weilbach:
„Wir freuen uns, wenn wir wieder unsere Gäste – egal bei welchem Wetter – im Außen- sowie im Innenbereich bewirten können, damit könnten wir und unsere Gäste besser planen. Da wir im gesamten Lockdown immer to go angeboten haben, fällt uns die Öffnung nicht schwer, wir haben jede Woche für das Wochenende frisch eingekauft und ab donnerstags vorbereitet. Wir hatten sehr viel Unterstützung von Abholern aus den umliegenden Orten, das war ein positives Gefühl und ein Ansporn, dass wir gut frequentiert waren, obwohl der Weg zu uns weiter ist.
In der langen Schließungszeit haben wir teilweise renoviert, in manchen Wochen hatten wir auch verstärkt Lieferservice.
Wir wünschen uns für die nächsten Monate, dass wieder größere Feierlichkeiten erlaubt sind und wir Inzidenz-unabhängig werden.“

Jutta Schwarz, Gebietsleiterin News Verlag:
„Endlich unter einer Inzidenz von 50 und mehr Freiheit für uns alle. Wieder mal in den Biergarten sitzen, ein Ausflugsziel per Fuß, Fahrrad oder Motorrad vor Augen haben … Noch dazu passt das Wetter. Wir können aufatmen und genießen. Ich freue mich für meine Kunden von der Außengastronomie, die wieder öffnen und uns verwöhnen können. Mit einem frisch gezapften Bier und einem Vesper in der Sonne sitzen, das ist schon lange her. Wer hätte das mal gedacht, wie sehr das fehlen kann.“

Björn Heilmann, Gebietsleiter News Verlag:
„Sonntag, 18 Uhr: ´Ich habe heute keine Lust was zu kochen, wollen wir nicht essen gehen?´
Ein Satz, der lange undenkbar war und mich sofort in leichte Panik verfallen lässt. Wie, essen gehen? Dürfen wir das? Fällt ihr ja früh ein. Was ist mit testen? Wer hat offen und noch einen Tisch frei? Na super, denke ich: Madame möchte Essen gehen und ich hab´s an der Backe. Fazit: Ein Anruf beim Wirt unserer Wahl und kurz darauf sind wir dort. Erwartungsvoll, welches Procedere uns nun beim ´Einchecken´ erwartet und wo wir hingesetzt werden. ´Schön, dass Ihr da seid. Setzt euch hin, wo Platz ist.´ Das war ja einfach. Ebenso einfach wie die Wahl des Getränks. ´Ein frisch gezapftes Bier, bitte!´ Wenn auch nicht meine favorisierte Sorte, so schafft es dieses Bier in die Abteilung jener, an die man sich sehr gerne erinnert. Freundliche Bedienung, sicheres Gefühl, tolles Wetter, Bier aus dem Glas und leckeres Essen. Schön, dass es das gibt. Dafür Danke an alle Gastronomen!“

Autor:

Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg

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