Bildergalerie und Essay.
Schnee, Stille, Staunen – Unsere Region im Winter-Wunderland.
- Neuschnee im Odenwald in Heppdiel
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Ein Streifzug durch den Schneefall des startenden Jahres 2026.
Schnee, Stille, Staunen – so empfing der Spessart, das Main- und Taubertal sowie Odenwald und Bauland am vergangenen Montag, 26.Januar 2026, seine Bewohner.
Es war, als hätte Frau Holle höchstpersönlich ihre Betten ausgeschüttelt und uns in eine weiße Märchenwelt versetzt. Die Dächer versanken unter der Schneelast, die Straßen waren wie mit Puderzucker bestäubt, und nicht nur Kinder rieben sich verwundert die Augen: Ist das wirklich unsere Region oder sind wir heimlich über Nacht ins Erzgebirge versetzt worden?
Ein Senior, der sich an die Schneewinter seiner Kindheit erinnert, schmunzelte: „So viel Schnee, das gab’s zuletzt, als der Fernseher noch Schwarz-Weiß war.“ Damals, als der Schlitten mehr Fortbewegungsmittel als Freizeitgerät war und der Winterdienst noch mit Schaufel und Muskelkraft ausrückte.
Doch zurück in die Gegenwart: Über Nacht wurde seit Sonntagabend (25.01.2026) die Region zu einer Bühne für das große Schneespektakel. Der Winterdienst, sonst bekannt für seine stoische Gelassenheit, kämpfte sich mit rotierenden Rundumleuchten und salzbeladenen Fahrzeugen durch meterhohe Schneeberge.
Schneefräsen röhrten, Streuwagen tanzten ihren eigenen Walzer – und dennoch blieb so mancher Bürgersteig ein rutschiges Abenteuer. Die Polizei eilte von Blechschaden zu Blechschaden, die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um festgefahrene Busse zu befreien, und das THW fühlte sich fast wie auf arktischer Expedition.
Der Alltag stand Kopf: Schulen blieben am Montag, 26. 01.2026, größtenteils geschlossen, zur Freude der Jüngsten, während Eltern sich an spontanen Homeoffice-Experimenten versuchen.
Der Verkehr – ein einziges Schneeschachspiel aus Staus, stockendem Nahverkehr und ungeduldigem Hupen. Selbst die Müllabfuhr gab sich geschlagen und rollte ihre Tonnen erst am nächsten Tag aus den Schneeverstecken hervor.
Dafür war der Jubel auf den verschneiten Wiesen umso lauter: Kinder bauten Schneemänner, deren Karottennasen Richtung Frühling schnuppern, errichteten Schneeburgen wie kleine Festungen und lieferten sich fröhlich-frostige Schneeballschlachten.
Wer Glück hatte, entdeckte gar einen lachenden Schneemann mit Omis altem Regenschirm als Zepter – hier bei uns ist eben jeder Wintertag für etwas gut!
Und während die Erwachsenen über Glatteis und nasse Socken stöhnten, wurde klar: So ein Wintereinbruch ist mehr als nur Chaos. Er bringt Nachbarn zum Schneeschippen zusammen, schenkt uns kleine Pausen vom Alltag und erinnert an die Poesie des Augenblicks.
Der Wetterbericht verspricht: Schon bald kehrt Tauwetter ein, der Vor-Frühling lauert hinter den Wolken. Doch bis dahin genießen wir das Staunen, das nur Schnee, Stille und ein bisschen kindliche Freude bringen können.
Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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