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Auf zur Hölle ! Tipp für eine Wanderung bei uns in der Region!

Als lohnender Spaziergang ist der Höllenweg allemal zu empfehlen – für Alleingänger, für Paare, für Familien und, nicht zu vergessen, auch für Seniorinnen und Senioren mit etwas Trittsicherheit. Je nach Tempo und gewähltem Abschnitt lässt sich die Tour als kürzere Runde erleben; der offiziell beschriebene Rundwanderweg „Hölle-Weg“ wird jedoch mit rund 7,5 bis 7,7 Kilometern und etwa zwei Stunden Gehzeit angegeben. Wer sich Zeit nimmt für Aussicht, Wasser und Wegrand, wird sie ohnehin nicht nach der Uhr messen wollen.
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  • Als lohnender Spaziergang ist der Höllenweg allemal zu empfehlen – für Alleingänger, für Paare, für Familien und, nicht zu vergessen, auch für Seniorinnen und Senioren mit etwas Trittsicherheit. Je nach Tempo und gewähltem Abschnitt lässt sich die Tour als kürzere Runde erleben; der offiziell beschriebene Rundwanderweg „Hölle-Weg“ wird jedoch mit rund 7,5 bis 7,7 Kilometern und etwa zwei Stunden Gehzeit angegeben. Wer sich Zeit nimmt für Aussicht, Wasser und Wegrand, wird sie ohnehin nicht nach der Uhr messen wollen.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Wer im Mai den Kohlgrund bei Eichenbühl aufsucht, findet auf dem Höllenweg keinen brachialen Abenteuerpfad, wohl aber eine Wanderung von jener stillen, eindringlichen Qualität, die sich erst allmählich erschließt. Schon der Aufbruch vom Parkplatz am Tennisheim macht klar: Dies ist kein bloßer Sonntagsspaziergang im Vorübergehen.

Der erste Anstieg verlangt ein wenig Atem, ein wenig guten Willen, ein wenig Bereitschaft, sich der Landschaft nicht nur auszusetzen, sondern ihr auch körperlich entgegenzugehen.

Unterwegs treten die Buntsandsteinfelsen hervor, nicht als dramatische Wand, sondern als geologisches Gedächtnis der Gegend. Ihre waagrechten, unterschiedlich starken Schichtungen liegen offen wie Seiten eines uralten Buches, in dem Erdzeit nicht erzählt, sondern abgelagert wurde. Man geht an ihnen vorbei und wird unversehens zum Leser einer Landschaft, die ihre Geschichte nicht herausruft, sondern sedimentiert darbietet
 
Oben dann plötzlich die Öffnung, das lichte Gegenbild zum Stein: ein Weg ins Grüne, geradezu kalenderbildschön. Rechts fällt der Hang ins Kohlbachtal ab, links stehen knorrige Laubbäume, als hätten Wind und Winter jahrzehntelang an ihnen geschrieben. Dazwischen leuchten Wiesenblumen, und aus dem Halbschatten heben sich filigrane Farne hervor – zart, fein gegliedert, fast wie mit botanischer Feder in die Böschung gezeichnet.

Es folgt ein freies Wiesenfeld, offen und weit, mit einem fast alpenländisch anmutenden Feldkreuz, das der Szenerie eine eigentümliche Feierlichkeit gibt. An ihm hängt ein frisch gepflückter Blumenstrauß – keine große Geste, sondern eine einfache, berührende. Gerade solche kleinen Zeichen machen den Reiz dieser Strecke aus: Hier begegnet man nicht dem inszenierten Naturerlebnis, sondern einer Landschaft, in der Frömmigkeit, Jahreszeit und Alltagskultur noch beiläufig zusammenfinden.

Dann der eigentliche Szenenwechsel: das Eintauchen in die Hölle.

Der Name verspricht mehr Finsternis, als der Ort einlöst, und doch hat dieses stark mäandrierende kleine Tal etwas eigensinnig Verschattetes. Es ist dunkel, aber nicht düster; frühlingshaft, aber nicht lieblich. Der Bach, das Grün, die Enge des Geländes und das kurvige Spiel des Weges schaffen eine fast unterirdische Atmosphäre, als ginge man für eine Weile aus der offenen Flur hinaus in das kühlere Nachdenken der Natur.

Schließlich führt ein steilerer Abstieg wieder hinab. Vorbei an weidendem Jungvieh mit den Muttertieren öffnet sich die Szenerie erneut, und dann steht da das Pumphäuschen, seit mehr als einem Jahrhundert an Ort und Stelle, mit seiner verschlossenen, geheimnisvoll wirkenden Eisentür. Es ist eines jener unscheinbaren Bauwerke, die mehr Atmosphäre besitzen als manch lautes Denkmal.

Kurz darauf passiert man die modernisierte Wassertretanlage, an der Familien rasten, die Schuhe ausziehen, die Füße ins Wasser halten und damit unbewusst jenes Programm vollenden, das dieser Weg ohnehin vorgibt: Abkühlung, Entschleunigung, Rückkehr zu einfacheren Maßen.

Von dort ist es nicht mehr weit zurück zum Parkplatz.
Das Schönste an dieser Runde ist vielleicht, was fehlt: Verkehrslärm. Stattdessen begleitet das sprudelnde Wasser des Kohlbachs den Weg, und zahlreiche Frühlingsblumen setzen Farbakzente in einer Landschaft, die sich nicht aufdrängt und gerade deshalb erholt.

Als lohnender Spaziergang ist der Höllenweg allemal zu empfehlen – für Alleingänger, für Paare, für Familien und, nicht zu vergessen, auch für Seniorinnen und Senioren mit etwas Trittsicherheit. Je nach Tempo und gewähltem Abschnitt lässt sich die Tour als kürzere Runde erleben; der offiziell beschriebene Rundwanderweg „Hölle-Weg“ wird jedoch mit rund 7,5 bis 7,7 Kilometern und etwa zwei Stunden Gehzeit angegeben. Wer sich Zeit nimmt für Aussicht, Wasser und Wegrand, wird sie ohnehin nicht nach der Uhr messen wollen.

Roland Schönmüller

Weitere Bilder und Anmerkungen folgen noch!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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