Bildergalerie und Essay.
Weihnachten bei uns.
- Pfarrvikar Winiarz und der Dreiklang der Weihnacht
Pfarrvikar Krzysztof Winiarz sprach ruhig und klar über die drei großen F, die das Evangelium durchziehen wie ein roter Faden:
Furcht, Freude und Friede.
Er erzählte von der Furcht der Hirten, die sich in Freude verwandelte, und vom Frieden, der nicht als Geschenk, sondern als Auftrag in die Herzen gelegt wird. Das bekannte Weihnachtsevangelium klang wie ein alter, guter Choral, der sich dennoch jedes Jahr ein wenig anders in die Gegenwart einschreibt. - hochgeladen von Roland Schönmüller
Erste Impressionen aus der Region.
Furcht, Freude, Friede: Weihnachten in Miltenberg - Schippach.
Der erste Weihnachtsfeiertag begann in Schippach bei Miltenberg am 25. 12.2025 mit jener stillen Schönheit, die nur ein Wintermorgen hervorbringt, wenn die Kälte wie feiner Kristall in der Luft hängt.
Minus 2,5 Grad Celsius, schneefrei, aber klar und sonnig – ein Tag, der die Menschen aus den warmen Häusern in die Kirche führte, als folgten sie einem vertrauten Stern.
Ein Dorf versammelt sich
Um zehn Uhr füllten sich die Bänke der Pfarrkirche mit Gläubigen aus Schippach und den umliegenden Orten.
Es sind meist Seniorinnen und Senioren, Menschen, die Weihnachten nicht nur feiern, sondern tragen.
Man nickt sich zu, ein Schal wird zurechtgezogen, ein Mantel leise geschlossen. Die Kirche atmet Erinnerung – und Erwartung.
Rechts am Seitenaltar leuchtet die Weihnachtskrippe wie ein kleines, warmes Weltgedicht.
Figuren, die seit Jahrzehnten dieselbe Geschichte erzählen, und doch jedes Jahr neu wirken, als hätten sie die Nacht gerade erst erlebt.
Pfarrvikar Winiarz und der Dreiklang der Weihnacht
Pfarrvikar Krzysztof Winiarz sprach ruhig und klar über die drei großen F, die das Evangelium durchziehen wie ein roter Faden:
Furcht, Freude und Friede.
Er erzählte von der Furcht der Hirten, die sich in Freude verwandelte, und vom Frieden, der nicht als Geschenk, sondern als Auftrag in die Herzen gelegt wird.
Das bekannte Weihnachtsevangelium klang wie ein alter, guter Choral, der sich dennoch jedes Jahr ein wenig anders in die Gegenwart einschreibt.
Zwischendurch raschelten Mäntel, ein Stock klopfte leise auf den Steinboden, und draußen strich ein Windstoß über den Kirchhof – kleine, reportagehafte Atemzüge, die den Gottesdienst erdeten.
Schlusspunkt in der Kirche
Doch der letzte Ton dieses Vormittags war kein gesprochenes Amen.
Es war ein Bild.
Zwei Ministrantinnen traten nach vorn, fast lautlos, und löschten die noch brennenden Kerzen im Altarraum. Ein zartes Zischen, ein dünner Rauchfaden, der sich mit dem Duft von Tannengrün mischte – ein poetischer Schlusspunkt, der die Feierlichkeit des Gottesdienstes wie ein sanfter Vorhang beschloss.
Die Gemeinde trat hinaus in die klare Kälte. Auf dem Kirchhof entstanden jene kurzen, warmen Gespräche, die zu Weihnachten gehören wie das Licht zur Krippe.
Man wünschte sich Frohe Weihnachten, sprach über Familie, Mittagessen, Festpläne. Ein Dorf im Übergang vom liturgischen Raum in die festliche Häuslichkeit.
Weihnachten geht weiter
So setzte sich die frohe Botschaft fort – nicht nur in der Kirche, sondern in den privaten Häusern, an den gedeckten Tischen, in den Stimmen der Generationen.
Weihnachten wanderte weiter, von Herz zu Herz, von Tür zu Tür.
Frost, Frieden, Festglanz –
so klang der Vormittag am ersten Weihnachtsfeiertag im Miltenberger Höhenstadtteil Schippach aus.
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.