Kulturerbe in Flammen – Open-Air- Festival die Ursache
Feuerwehren Amorbach und Weilbach, die SEG Kirchzell und des THW Miltenberg proben gemeinsamen Ernstfall

Ein Teil der Schlauchstrecke aus der Vogelperspektive. | Foto: THW Miltenberg
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  • Ein Teil der Schlauchstrecke aus der Vogelperspektive.
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Von weitem ist zwischen Weilbach und Amorbach der aufsteigende Rauch sichtbar. Die Bergkuppe des Gotthardsberg mit der gleichnamigen Ruine stehen in Flammen und drohen das Amorbacher Kulturerbe zu verschlingen und sich als Flächenbrand auszubreiten. Erste Erkenntnisse führen zur Annahme, dass der Brand durch einen unachtsamen Festival-Besucher verursacht wurde, der in das waldige und trockene Gebiet eine brennende Zigarette unachtsam weggeworfen hat – so die Annahme des Übungsszenarios, der Feuerwehren Amorbach und Weilbach, der SEG Kirchzell und des THW Miltenberg, welche gespickt war mit einigen Herausforderungen für die Einsatzkräfte.

Nach Eingang der Alarmierung versetzte die Feuerwehr Amorbach ihre Hilfskräfte zum Einsatzort, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, erste Lagemeldungen abzusetzen und Einsatzabschnitte zu bilden, wie auch den Erstangriff vorzubereiten. Hier stellte sich sehr schnell heraus, dass die Lage Unterstützung erfordert, da sich der Brand in der Fläche auszubreiten droht und Festival-Besucher versorgt werden mussten, und alarmierte daraufhin die Feuerwehr Weilbach und die SEG Kirchzell, sowie das THW Miltenberg mit ihrem geländegängigen und wasserführenden Unimog.

Wenige Minuten später trafen die Einsatzkräfte nach und nach am Sammelplatz am Amorbacher Schwimmbad ein und kurzdrauf wimmelte es von 60 Einsatzkräften in roter und blauer Einsatzkleidung, die von dort in die Einsatzabschnitte koordiniert wurden.

Während sich die Sanitäter des Roten Kreuzes an den Aufbau der Versorgungseinrichtungen nahe des Sammelplatzes machten und kurze Zeit drauf auch vereinzelte Festival-Besucher versorgten, begannen die Feuerwehren unter Zuarbeit des THW mit dem Aufbau der Löschwasserversorgung.

Das Übungskonzept hatte es in sich: Nicht nur dass das Gelände in Flammen stand, aus dem Verletzte gerettet werden mussten, war auch die Wasserversorgung eine gewaltige Herausforderung, dieser sich die Einsatzkräfte haben annehmen müssen.

Schnell stand nämlich fest, dass das mitgeführte Löschwasser nicht reicht und weiteres Löschwasser herangeführt werden muss. Aus diesem Grund wurde von der Mud, im Bereich der Weilbacher Eselsbrücke, eine mehr als 2,5 km lange Schlauchleitung über die alte Weilbacher Straße in Richtung Gotthardsruine verlegt. Besondere Herausforderung war hierbei nicht nur die sehr lange Wasserförderstrecke, sondern die zu überwindenden Höhenmeter, die einen direkten Einfluss auf den benötigten Wasserdruck haben. Um diesem Einfluss bestmöglich auszugleichen, entschieden sich die Feuerwehren für den Weg der offenen Schaltreihe, und wurde so umgesetzt, dass die Wasserförderstrecke auf der Strecke ab der alten Weilbacher Straße zur Ruine 4-mal unterbrochen wurde, das Wasser jeweils in ein Pufferbecken eingeleitet und von dort weiter gepumpt wurde – über dieses Prinzip war es in der Folge möglich, den benötigten Wasserdruck konstant zu halten und einen störungsfreien Wasserfluss zur Brandbekämpfung zu gewährleisten.

Untermauert wurde das Übungsgeschehen, dass während des Aufbaus der Förderstrecke zum Brandort sich Einsatzkräfte verletzten, diese geborgen und der Erstversorgung durch die SEG zugeführt werden mussten.

Ziel der Übung war es die Zusammenspiel zu fördern

Ziel der Übungsverantwortlichen, zusammengesetzt aus Feuerwehr Amorbach Thorsten Fritz und Jens Berberich, Feuerwehr Weilbach Florian Helmstetter, der SEG Kirchzell Johannes Roth und des THW Miltenberg Michael Zipf, war es die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen zu fördern und auszubauen, sich gegenseitig besser kennenzulernen, wie auch das technische Geräte und die Möglichkeiten des Zusammenspiels zu verbessern.

So war auch das Resümee zur Übung: »Das Miteinander war stark.« Die Kommunikation untereinander war sehr gut und absolut zielführend. Zum Teil liefen die Einsatzkräfte wohl hart an der Grenze, aufgrund der sich im Übungsverlauf steigenden Anforderungen, welchen von Anfang bis zum Schluss entsprochen wurde und man freue sich aufs kommende Jahr, für eine neue Runde und mit neuen Aufgaben.

Ein Teil der Schlauchstrecke aus der Vogelperspektive. | Foto: THW Miltenberg
Mit vereinten Kräften wurde die Ansaugleitung ins Wasser gelassen. | Foto: THW Miltenberg
SEG-Einsatzkräfte bei der Versorgung eines Verletzten. | Foto: THW Miltenberg
Die Einsatzkräfte beim Abtransport einer verletzten Person. | Foto: THW Miltenberg
Autor:

Wolfgang Bohlender aus Miltenberg

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