Offenhaltung des Fechenbachtales nötig

Das Fechenbachtal wird im Rahmen eines Ersatzgeldprojekts vom Landschaftspflegeverband freigelegt. Unter anderem müssen viele Gehölze entfernt werden, damit im Talg rund wieder eine durchgängige Beweidung möglich ist.
  • Das Fechenbachtal wird im Rahmen eines Ersatzgeldprojekts vom Landschaftspflegeverband freigelegt. Unter anderem müssen viele Gehölze entfernt werden, damit im Talg rund wieder eine durchgängige Beweidung möglich ist.
  • Foto: Landschaftspflegeverband/Kerstin Maier
  • hochgeladen von Landratsamt Miltenberg

Der Landschaftspflegeverband steckt nach wie vor viel Zeit und Geld in die Umsetzung von Ersatzgeldprojekten. Wie Kerstin Maier in der Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes am Dienstag im Landratsamt sagte, sei zu den bislang drei Vorhaben ein viertes dazugekommen, der geschützte Landschaftsbestandteil „Fechenbachtal“.

Das Geld für die vier Projekte – dazu zählen auch "Orchideenreiche Magerwiesen in Miltenberg-Breitendiel", "Artenreiche Kulturlandschaft um Mömlingen" und "Feuchtgebiet an der Hesselsmühle bei Eschau-Sommerau" stammt aus Ersatzgeldzahlungen, die die Untere Naturschutzbehörde aufgrund der Errichtung von Windkraftanlagen bekommt. Um dieses Geld sinnvoll einzusetzen, betraute die Behörde den Landschaftspflegeverband mit der Umsetzung dieser vier Vorhaben.

Im Rahmen dieses Projektes soll das Tal des Fechenbaches wieder geöffnet werden, das in den letzten Jahren immer stärker mit Brombeeren und Gehölzen zugewachsen ist. Bis es nun im Winterhalbjahr mit den Arbeiten losgehen kann, sei viel Arbeit notwendig gewesen, blickte Maier zurück. Schon 2018 habe man in der Vegetationsperiode den Zustand des Tals erfasst und eine Liste notwendiger Maßnahmen aufgestellt, das Tal mit dem Naturschutzbeirat angeschaut und schließlich im September letzten Jahres das Gespräch mit Bürgermeister und dem Bewirtschafter gesucht. Nach einer Informationsveranstaltung für die Eigentümer habe man deren Interesse an Verkauf oder Verpachtung abgefragt, blickte

Maier zurück. Mittlerweile habe man Zugriff auf 91 Prozent der Fläche. Es sei teilweise aber sehr schwer, die aktuellen Eigentümer zu ermitteln.

In einem ersten Schritt werde man zunächst den Brombeer- und Gehölzaufwuchs auf Weideflächen zurückdrängen und anschließend auf Rinderbeweidung umstellen. Standortfremde Fichtenbestände und Sukzessionsgehölze würden entfernt, damit die Beweidung durchgängig möglich ist. Abschnittsweise werde man die am Bach stehenden Erlen verjüngen, ebenso die Haselsträucher. Brachflächen würden gemäht und Ziergehölze entfernt, kündigte sie an. Das alles werde Zeit brauchen und auch sehr arbeitsintensiv sein. Innerhalb kurzer Zeit habe man 19 Kaufverträge mit Grundstückseigentümern abgeschlossen. Weitere Kaufverträge stehen kurz vor dem Abschluss.

Auch im Gebiet "Orchideenreiche Magerwiesen in Miltenberg-Breitendiel" sei der Verband weiter tätig, so Maier. Sie berichtete von einer Apfelsammelaktion mit dem Kindergarten und einem anschließenden Kelterfest zusammen mit der Freiwillige Feuerwehr Breitendiel. Auch eine Exkursion mit Grundstückseigentümern hat stattgefunden. Diese hatten viele Fragen zur Bewirtschaftung gestellt und wollten wissen, was auf ihren Arealen künftig passiert. In Breitendiel habe man bislang rund 102.000 Euro investiert.

Im Projekt "Artenreiche Kulturlandschaft um Mömlingen", das vier Teilbereiche umfasst, sei man in diesem Jahr vor allem am Holzberg tätig gewesen. Der Schäfer Walter Zirkel, der die Flächen mit seinen Schafen beweidet, habe sich dankenswerterweise bereit erklärt, die Bäume nach dem erfolgten Erstschnitt in den nächsten fünf Jahren zu pflegen. Für dieses Projekt seien bislang rund 95.000 Euro ausgegeben worden; insgesamt stehen 250.000 Euro zur Verfügung.

Das Ziel der Freistellungen ist laut Siegmar Hartlaub (Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes)die Schaffung von Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. so hätten die Bestände von Orchideen und Enziane durch die Pflegemaßnahmen zugenommen. Er präsentierte einige dieser Besonderheiten mit Fotoaufnahmen.

Wie Vorsitzender Landrat Jens Marco Scherf ergänzte, habe der Aufwand für die Umsetzung der Ersatzgeldprojekte enorm zugenommen. In den nächsten Tagen werde der 100. Beurkundungstermin beim Notar stattfinden, wusste er. Mittlerweile habe der Verband mehr als 50 Hektar Grundeigentum und rund 100 Hektar Pachtflächen, die größtenteils an Tierhalter weiterverpachtet sind. Da die anfallende Arbeit mit den beiden Mitarbeitern kaum noch zu bewältigen sei, müsse man die Geschäftsstelle kurzfristig verstärken.

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