Bildergalerie und Essay
Kräuterbüschel-Weihe, Frauendreißiger-Start, beliebtes Bildstock-Motiv „Marienkrönung“.
So gibt es noch heute in Eichenbühl-Guggenberg einen prachtvollen Rokoko-Bildstock (1814) mit der Marienkrönung im Ortszentrum.- hochgeladen von Roland Schönmüller
Altehrwürdiges Kirchenfest „Mariä Himmelfahrt“ am 15. August:
Eichenbühl. Schon Wochen und Tage vorher herrscht Vorfreude und Betriebsamkeit bezüglich eines besonderen Festtages am 15. August.
Getreidehalme und Ähren sind schon gesammelt. Blumen und Kräuter im Garten, in Feld und Flur werden einer besonderen Auswahl unterzogen. Es entstehen Bündel für den eigenen Bedarf oder Büschel zum gemeinnützigen Verkauf.
So auch in der Pfarreiengemeinschaft St. Antonius Erftal und Höhen. Wie woanders freuen sich auch hier rechtzeitig vor dem altehrwürdigen Marienfest Mitte August die hiesigen Gläubigen auf die damit verbundene Tradition und des Brauchtums dieses besonderen Feiertages.
Gesammelt und zu einem Strauß gebunden warten besondere Kräuter, Blumen und Pflanzen auf die kirchliche Weihe am 15. August sowie Tage vor- oder nachher.
Die glorreiche Himmelskrönung der Gottesmutter selbst wird in einer Festmesse mit der Kräuterweihe gefeiert, in die viele andere Sommerfeste verwoben sind.
Die Würzbüschel erinnern an Maria als „die Blume des Feldes und die Lilie der Täler“ sowie an die fromme Legende vom wunderbaren Duft, wo Maria aus dem Grab, umgeben von Kräutern und Blumen, entstiegen sein soll.
„Mariä Würzweih“ oder „Büschel-Frauentag“ sind andere Bezeichnungen für Maria Himmelfahrt.
Bei einer Kräuterweihe bittet man um Wohlfahrt des Leibes und der Seele sowie um Schutz vor Gefahren.
Der Würzbüschel enthält - so erzählt eine ältere Eichenbühlerin - die markanten Königskerzen, dann Thymian, Johanniskraut, Meisterwurz, Schafgarbe, Arnika,Tausendgüldenkraut, Baldrian und Basilikum.
Hinzu kommen Getreidearten, Gartenblumen, Haselnuss, Nelke und Rosamarin.
Aufbewahrt wird der geweihte Kräuterbüschel zuhause an einem ehrenvollen Platz, nicht nur während der nächsten dreißig Tage, dem sogenannten Frauendreißiger zwischen Mariä Himmelfahrt und Maria Namen, am 12. September, sondern darüber hinaus. Die Legende sagt, dass die Gottesmutter in dieser Zeit die Erde besonders segne.
Beliebtes Bildstockmotiv: Die Marienkrönung.
Bei uns in der Region verweisen in Feld und Flur nicht wenige Bildstock-Darstellungen auf die Marienkrönung, eine besondere Herausforderung für die Bildhauer und Steinmetze wegen der Vielfalt der dargestellten Personen (Apostel, heilige Dreifaltigkeit mit Maria).
So gibt es noch heute in Eichenbühl-Guggenberg einen prachtvollen Rokoko-Bildstock (1814) mit der Marienkrönung im Ortszentrum. Weitere diesbezügliche Darstellungen sind an kirchlichen Deckengemälden eindrucksvoll dargestellt.
Fazit: Zahllose Fresken, Deckengemälde, Altarbilder und Statuen in unseren Kirchen stellen die Aufnahme Martens in den Himmel dar.
Nach dem Glauben der frühen Kirche wurde Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Dies hebt die besondere Bedeutung Mariens hervor, aber auch die Herrlichkeit dessen, der über allem steht und alles zusammenführt - Leib und Seele, Tod und Leben, Zeit und Ewigkeit.
Seit dem Ende des vierten Jahrhunderts wurde diese Glaubensaussage in Syrien mit einem eigenen Fest gewürdigt und später mit einer Kräuterweihe verbunden.
Die Legenden erzählen von einem wundervollen Kräuter- und Blumenduft am Grab Mariens.
Nach christlichem Verständnis soll die Weihe verdeutlichen, dass Gott uns die Heilkräfte der Natur geschenkt hat, da,mit wir sie zu unserem Wohl einsetzen. Der Festtag Mariä Himmelfahrt wird auch Frauentag genannt.
Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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