Landkreis Miltenberg
Ausschuss besichtigt Landkreis-Baustellen

Die neue Bibliothek am Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg ist nicht nur bestens beleuchtet, auch die Akustik ist hervorragend
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Einen halben Tag haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Energie, Bau und Verkehr am Montag, 21.09.20 Zeit genommen, um mehrere Bauprojekte des Landkreises Miltenberg anzuschauen und sich über die Baufortschritte zu informieren.

Erste Station war die Dreifachturnhalle an der Miltenberger Johannes-Hartung-Realschule, wo ein neuer Sportboden eingebaut wurde. Der tragfähige Unterbau wurde erhalten, lediglich die Elastikschicht sowie das Sportlinoleum wurden ausgetauscht. Vor der Ausschreibung waren laut Falk Hößelbarth (Kreisbauamt) die Handballvereine TV Bürgstadt und TV Kirchzell sowie der TV Miltenberg (Badminton) einbezogen worden, um ihre Anforderungen zu erfahren; hauptsächlich wird die Halle aber vom Schulsport genutzt. Die Abbrucharbeiten begannen nach den Pfingstferien, ehe der neue Boden eingebaut wurde. Dabei wurde im Bereich der Tribüne der Bodenaufbau verstärkt. Der Farbton lehnt sich an den vorigen Sportboden an und hat einen guten Kontrast zu den Linierungen. Für den Abbruch wurden 19.103 Euro aufgewendet, für den Einbau des Sportboden 134.171 Euro. Dazu kamen 16.000 Euro für sonstige Kosten – etwa für neue Handballtore mit Schraubbefestigung. Auch die Hallenanzeige wurde versetzt. Von dem im Haushalt vorgesehenen 220.000 Euro wurden rund 50.000 Euro nicht benötigt.

Im Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg schaute sich das Gremium die Arbeiten des dritten und vorletzten Bauabschnitts an, der im August 2018 begonnen hatten. 20 Monate habe man eingeplant, informierte Rudi Bretzigheimer (Kreisbauamt), allerdings habe es bei einigen Gewerken mangels Angeboten eine nochmalige Ausschreibung gebraucht. Auch habe man sich schwer damit getan, eine Nachfolgefirma für die Fassadenarbeiten zu finden, denn der zuerst beauftragten Firma habe man aufgrund mangelhafter und ungenügender Leistungserbringung kündigen müssen. Das habe zu einem Zeitverlust von vier Monaten geführt. Auch die Corona-Pandemie habe den Bauablauf durch längere Lieferzeiten und Hygienevorschriften erheblich beeinflusst. Dennoch habe man den dritten Bauabschnitt zum Beginn des neuen Schuljahrs der Schule übergeben können. Beim Rundgang zeigte Bretzigheimer unter anderem vier neue Musikübungsräume, die Klassenräume sowie die neue Bibliothek mit ihrer hochwertigen Ausstattung, die mit der Aula das neue lichtdurchflutete Zentrum der Schule bildet. Das erste Obergeschoss wird im Wesentlichen neben drei weiteren Klassenzimmern von der Schulverwaltung und der Bibliothek geprägt. Durch Einbau eines Aufzugs sowie behindertengerechter Sanitäranlagen in jedem Geschoss wurde die Behindertengerechtigkeit wesentlich verbessert. Insgesamt fielen Kosten von rund 4,4 Millionen Euro an, so Bretzigheimer.

An der Kreisverkehrsbaustelle in Sulzbach stießen Thomas Nagel (Staatliches Bauamt) und Bürgermeister Martin Stock zum Bauausschuss. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Freistaat Bayern, Landkreis Miltenberg und dem Markt Sulzbach, das bis Ende November 2020 abgeschlossen sein wird. Den größten Teil der Baukosten in der Ortsmitte von insgesamt 1,25 Millionen Euro bezahlt der Freistaat (555.000 Euro), der Landkreis ist mit rund 250.000 Euro dabei, 445.000 Euro werden vom Markt Sulzbach getragen. Neben den eigentlichen Straßenbauarbeiten lässt der Markt Sulzbach noch schadhafte Wasser- und Abwasserleitungen erneuern. Von den 1,25 Millionen Euro entfallen alleine 850.000 Euro auf den Bau des Kreisverkehrs. Mittlerweile wird der Verkehr auf einer Seite des Kreisverkehrs in Einbahnrichtung nach Norden geführt, erläuterte Thomas Nagel. Die Kommunen bekommen zudem für den Umbau des Knotenpunktes vom Freistaat eine Förderung. Im Zuge des zweiten Bauabschnitts lässt das Staatliche Bauamt auch Asphaltarbeiten an einem Teilbereich der Kreisstraße MIL 39 erledigen.

An der Janusz-Korczak-Schule Elsenfeld zeigte Falk Hößelbarth, dass sich nach über 20 Jahren an der Fassade insbesondere an der Wetterseite Grauverfärbungen sowie Wasserlaufspuren gezeigt haben. Nun soll die gesamte Fassadenfläche über einen Zeitraum von drei Jahren neu gestrichen werden. Im ersten Abschnitt wurden im Sommer die von vorne zu sehenden Fassadenbereiche ausgewählt, ebenso wurden die Innenhöfe gestrichen. 2021 werden die Arbeiten auf der Rückseite des Gebäudes fortgesetzt. Insge-samt wurden im Jahr 2020 14.500 Euro für die Fassadenarbeiten ausgegeben. Das Wär-medämmverbundsystem selbst, das in den Jahren 1997 bis 2000 angebracht wurde, erfüllt auch heute noch seine Funktion, so dass die Fassade aktuell nicht energetisch saniert werden muss. Auch will der Landkreis im nächsten Jahr noch ein Kunstprojekt umsetzen.

Im Spessart-Stadion Elsenfeld informierte Gabriel Abt (Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege) über die Sanierung des Kunststoffbelags der Laufbahn. Die oberste Schicht war sehr stark abgenutzt, auch wurden Absenkungen festgestellt. Die Arbeiten wurden im September 2020 abgeschlossen und waren etwas umfangreicher als gedacht, da sich der Unterbau teilweise schlechter darstellte als vermutet. Deshalb waren großflächigere Ausbesserungen, speziell im Bereich der Entwässerung entlang der Kreissegmente, nötig. Die Sanierung der Laufbahn wurde für rund 60.000 Euro vergeben, allerdings entstanden durch die Ausbesserungen zusätzliche Kosten von voraussichtlich bis zu 20.000 Euro.

Dass die Generalsanierung des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach nach rund fünf Jahren Bautätigkeit beendet ist, erklärte Claudius Deboy. Die Bauarbeiten am letzten Bauabschnitt des Großprojektes wurden rechtzeitig zu Beginn des Schuljahres 2020/21 beendet. Der dritte Bauabschnitt sei der komplexeste gewesen, verwies Deboy auf eine Vielzahl unterschiedlicher Raumbereiche wie Klassentrakte, Verwaltungs- und Lehrerbereich, Mensa mit Küche sowie Aula mit neuem Haupteingang, dazu Sanitär-, Archiv-, Lager-, Technik- und Kopierräume und ein weiteres Treppenhaus. Nicht vergessen dürfe man die Neugestaltung des neuen Haupteingangsbereichs mit der zweigeschossigen Fluchttreppenanlage. Auch die beiden südlichen Innenhöfe wurden fertiggestellt. Beim Rundgang zeigte Deboy das in neuem Glanz erstrahlende Schulgebäude. Auch in den Außenanlagen wurde laut Gabriel Abt einiges um- und neugestaltet. So wird die Zuwegung zum neuen Haupteingang von einer blühfreundlichen Staudenmischbepflanzung umrandet. Zudem erhielten die beiden südlichen Innenhöfe ein neues Erscheinungsbild in Form von Staudenbepflanzungen und Edelstahlstelen im Kunsthof. Abschließend wurde die auf der Nordseite gelegene Feuerwehrzufahrt fertiggestellt und mit einer neuen Toranlage versehen. Die Gesamtkosten der Großbaumaßnahme betragen rund 22,4 Millionen Euro, die reinen Baukosten des dritten Bauabschnitts liegen bei etwa 5,4 Millionen Euro. Der Landkreis wird aber weiter am HSG investieren: Mit Mitteln aus dem Bauunterhalt soll das Hausmeisterhaus von außen energetisch saniert werden und eine neue Fassade erhalten. Auch steht die Generalsanierung der beiden Sporthallen im Rahmen des folgenden Schulbauprogramms III an.

Auf der Heimfahrt wurde die Radwegverbindung von Erlenbach nach Klingenberg thematisiert. Hier tut sich nach Jahrzehnten etwas, vermeldete Kreisbaumeister Andreas Wosnik. Nicht nur wegen des Schulradverkehrs, sondern auch wegen der vielen Arbeitsplätze, die mit dem Rad zu erreichen seien, sei dieses Projekt sehr wichtig. Der Landkreis sei in Vorleistung getreten, indem er einen Vorschlag zur Radquerung der Bahnlinie im Bereich des Tors 4 am ICO erarbeitet habe. Dass es zwischen Klingenberg und Erlenbach nicht vorangegangen sei, liege zum großen Teil an der fränkischen Realteilung auf Erlenbacher Gemarkung, in deren Folge zahlreiche kleine Grundstücke entstanden sei. Die seien zum Teil im Eigentum von Erbengemeinschaften, manche Eigentümer seien nicht oder nur schwer zu ermitteln. Nun habe man gemeinsam mit der Regierung von Unterfranken und dem Staatlichen Bauamt einen Lösungsweg entwickelt: Im Bereich der Stadt Erlenbach werde die Stadtverwaltung die vorbereitenden Untersuchungen für ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Das Verfahren selbst werde dann vom Staatlichen Bauamt betrieben mit dem Ziel, einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen. Auf Klingenberger Gemarkung ist dies nicht notwendig, hier würde das Staatliche Bauamt einen Teil des Radwegebaus auf bestehenden Wegen mitfinanzieren, für den Restbetrag stünde die 2020 geschaffene Förderung durch den Landkreis im Raum. Die geeignete Route auf Klingenberger Gemarkung wird durch die Stadt festgelegt, erläuterte Wosnik.

Weiter gab Landrat Jens Marco Scherf bekannt, dass von der zweiten Oktoberwoche an mit dem Bereich 222 der Allgemeine Soziale Dienst aus dem Jugendamt des Landkreises in die Räume über der Sparkasse in Klingenberg einziehen wird. Damit wird der Weg frei für die personelle Erweiterung des Gesundheitsamts im Miltenberger Landratsamt. Da der Freistaat für die Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie umfangreich zusätzliches Personal finanziert, muss dieses auch untergebracht werden. Die jetzt gefundene Lösung stellt sicher, dass das komplette Personal des Gesundheitsamts gemeinsam in einem Gebäude Platz findet.

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