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„Mattheis - bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins.“

„Mattheis - bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins.“
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Weiterhin Kälte oder Frost-Stopp?

Gedenktag: der heilige Matthias am 24. Februar.

Einziges Apostelgrab auf deutschem Boden.

Viele Bräuche und alte Überlieferungen ranken sich in Deutschland um den heiligen Matthias.
Der beliebte Apostel, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert geboren wurde, starb als Märtyrer im Jahr 63 in Äthiopien.

Am bekanntesten ist die Wallfahrt zum Wein - und Wetterheiligen nach Trier. Zu seinen Reliquien pilgern noch heute unzählige Gläubige. Wallfahrer und Bruderschaften verehren insbesondere in der Moselstadt den populären Patron der Handwerker und Schüler.

Auf Darstellungen findet man ihn meist mit dem Evangelien-Buch und mit seinen vielen Marter-Werkzeugen wie Beil, Schwert, Lanze und Steinen.

Die Gewalt, die ihm einst angetan wurde, machte ihn zum temperamentvollen und vielleicht auch erfolgreichen Wetterpatron, der sich mit dem gefrorenen Nass auseinandersetzt und vor Hagel schützen soll.

Als Apostel mit dem Beil übt er - so die Ansicht unserer Altvorderen - besondere Gewalt gegen das Eis aus.

Ein bekannter Wetterspruch setzt den allmählich immer deutlicher werdenden Frühlingshoffnungen jedoch einen Dämpfer auf:

„Mattheis - bricht’s Eis, hat er keins, so macht er eins.“

Das entspricht vielseitiger Erfahrung unserer Vorfahren, denn wenn es bis jetzt warm gewesen ist, muss man meist noch einmal mit einer starken Kälte rechnen. Das versichern auch die Meteorologen für den ausgehenden Februar.

Wer das derzeitige Wettergeschehen verfolgt, könnte diese Bauernweisheit vielleicht auch heuer wieder bestätigt finden.

Matthias - ein populärer Vor-und Familienname.

Vor allem im Westen Deutschlands war Matthias früher ein sehr beliebter Taufname. Er ist auch heute noch Bestandteil zahlreicher Familiennamen, zum Beispiel Mattes, Mattis, Mattern oder Matthäus.

Im Volksglauben gelten St. Matthias und sein Gedenktag als Vorbote des nahenden Frühlings. Durch das Schütteln von Obstbäumen und ein gleichzeitiges Rufen sollte in früheren Zeiten die Obsternte günstig beeinflusst worden sein.

Darüber hinaus diente die Matthias-Nacht zu spektakulären Orakeln.

So wurden am Abend Efeu-Blätter in eine mit Wasser gefüllte Schüssel gelegt. War ein Blatt am Morgen durchweicht, so bedeutete dies nichts Gutes: um eine Krankheit kam man wohl nicht mehr herum.

Der Apostel wurde und wird angerufen gegen Keuchhusten sowie andere Hals- und Hautbeschwerden. Matthias ist Schutzpatron der Maurer, Metzger, Bäcker, Schmiede und Schneider.

Die deutschen Bistümer Trier, Goslar, Hannover und Hildesheim kennen ihn und verehren ihn als Diözesan-Heiligen.

Vom afrikanischen Missions-und Marter-Schauplatz zum einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen.

Matthias, der Nachfolger von Judas in der Apostel-Zwölfergruppe, verkündete voller Inbrunst das Wort Gottes und taufte die Bekehrten.

Von Nichtchristen wurde der Missionar gesteinigt und mit einem Beil erschlagen. So erklärt sich auch eines seiner Attribute.

Das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden.

Zu Beginn des vierten Jahrhunderts gelangten seine sterblichen Überreste nach Trier in die Euchariuskirche - als Geschenk der römischen Kaiserin Helena. Den Schrein mit den Gebeinen des Apostels Matthias kann man noch heute in der Kirche St. Matthias in Trier entdecken.

Das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden wurde 1127 wieder aufgefunden und die sterblichen Überreste feierlich erhoben.

Ein großer Verdienst für die Verehrung des heiligen Matthias gebührt der heiligen Hildegard von Bingen, die sein Leben und seine Legende in Bild und Wort verbreitete.

Den Moment des drastischen Marter-Todes in Afrika hielt der Künstler Jan de Beer eindringlich fest. Das imposante Gemälde ist im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen.

Der Tag des heiligen Matthias fällt in das Ende der Winterzeit und in den allmählichen Vorfrühlings-Beginn. Nach dem Volksglauben entscheidet der Wetterheilige an seinem Tag, ob sich die Kälte fortsetzt.

Liegt noch Eis, soll damit bald zu Ende sein und Tauwetter ist angesagt. Ist es schon verführerisch frühlingshaft, muss am 24. Februar und Tage später noch mit neuer Kälte gerechnet werden.

Magisch soll es insbesondere in der Nacht zugehen: Zwischen 22 Uhr und Mitternacht geschöpftes Wasser soll zu Wein werden - sagt der Volksglaube.

Wer sich in der Matthias-Nacht genau um 24 Uhr an einem Kreuzweg wartete, dem erfüllte sich angeblich jeder Wunsch, den er aussprach.

In Sagen überliefert sind auch Erlebnisse mit umgehenden Geistern und Wiedergängern in der Matthiasnacht.

Gerne wurde die Nacht zum 26. Februar auch gewählt, um Schätze zu entdecken und zu heben.

In früheren Spinnstuben galt es bei den Mädchen und jungen Frauen üblich, Liebesorakel auszuprobieren, um Näheres zum zukünftigen Geliebten oder den Vornamen des baldigen Bräutigams zu erfahren.

Dabei war einst sicherlich nicht nur Glück und Magie mit im Spiel, sondern wohl auch reichlich Phantasie und Wunschdenken.

Weitere Infos und Bilder folgen!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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